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Stellungnahmen zu aktuellen kommunalpolitischen Themen


 

 

 

23.3.2017

 

Hammelburg unter der CSU (2014 - 2020)

Regieren wie in Zeiten des Feudalismus vor 1848

 

Der Chronist schreibt bereits die Zahlen 2014 - 2020 für die Amtszeit des Ex-Bankers und CSU-Bürgermeisters Armin Warmuth. Kurz war dessen Regierungszeit seit anno 2014. Nur sechs Jahre amtierte der ehemalige Kreditberater der Raiffeisenbank Hammelburg. In dieser kurzen Zeit erschöpfte sich die politische Entscheidungsfindung in nicht endenden Geheimsitzungen. Dieser Erschöpfungszustand führt nun sogar dazu, dass das städtische Bauamt - ohne vorherige Stadtratsentscheidung - Aufträge an Firmen vergibt, die die 10 000-Euro-Marke überschreiten. Es ist ein Tabubruch, wenn nicht der Stadtrat oder Bauausschuss, sondern die Verwaltung in Eigenmacht die Firma bestimmt, die den Zuschlag erhält. Solche Abläufe in der Verwaltung sind das Eintrittstor für Begünstigung und Vetternwirtschaft. Das städtische Bauamt besitzt keinerlei Befugnis, ohne Stadtrat Aufträge an eine bestimmte Firma zu vergeben. Erschwerend kommt hinzu, dass bis dato kein Haushalt für 2017 vorliegt. Jenseits eines vom Stadtrat öffentlich beratenen und beschlossenen Haushaltes fand die Vergabe an die Lichtplanungsfirma Schüller statt. So etwas geht überhaupt nicht. Der Stadtbaumeister darf jenseits und außerhalb des Haushaltes keinen einzigen Cent vergeben.

 

 

Regieren wie in Zeiten der Fürstäbte von Fulda

Geheimsitzungen - geheime Auftragsvergaben - kein öffentlicher Haushalt

 

Die Errungenschaft von 1848: endlich müssen die Regierenden einen öffentlichen Haushalt vorlegen

Nur innerhalb dieses Haushaltes dürfen Aufträge vergeben werden

 

 

 


 

 

22.3.2017

 

Wer kontrolliert das städtische Bauamt?

Vergabe an die Firma Schüller ohne Stadtratsbeschluss!

 

Die Zustände in der Hammelburger Stadtverwaltung bzw. Bauverwaltung unter Bürgermeister A. Warmuth (CSU) werden immer toller! Es liegt 1. bis dato kein Haushalt für 2017 vor. Es können demzufolge keinerlei Aufträge vergeben werden, weder Klein- noch Großaufträge, weil die Rechtsgrundlage hierfür schlicht und einfach fehlt: ein öffentlich beratener, vom Stadtrat beschlossener und vom LRA genehmigter Haushalt 2017.

2. Heute berichtet die Lokalpresse, dass die (Bau)Verwaltung - ohne Stadtratsbeschluss - 14 000 Euro bereits vergeben hat für einen Auftrag an die Lichtplanungsfirma Schüller. Was ist hier gelaufen, Herr Mohr, zwischen Ihnen und dieser Firma? Wurden andere Kostenvoranschläge eingeholt? Warum wurden diese nicht vom Stadtrat beraten, bevor die Firma Schüller den Zuschlag erhalten hat?

Es geht ja nicht alleine um 14 000 Euro, es geht insgesamt um einen Folge- und Großauftrag von 300 000 Euro (!), den das städtische Bauamt, ohne Stadtratsberatung und - beschluss im Vorfeld -, der Firma Schüller eigenmächtig zugeschustert hat. Was ist gelaufen, Herr Mohr, zwischen Ihnen und der Firma Schüller? Wer bringt Licht ins Dunkel des städtischen Bauamtes Hammelburg?

 

► Quellennachweis: heutige Berichterstattung der Lokalpresse (Mainpost und Saale-Zeitung) vom 22.3.2017, Internet- und Druckausgabe, Stadt modernisiert 1700 Straßenlampen.

 

 

21.3.2017

 

Umbau des Hammelburger Kaufhauses

Keinerlei Öffentlichkeitsinformation zu 20 Architektenentwürfen


Krasser kann man die Errungenschaften der Bürger- und Demokratiebewegung des 19. Jahrhunderts nicht mit Füßen treten: bis dato hat der Hammelburger Stadtrat keinen öffentlichen Haushalt vorgelegt. Welche Finanzen der Stadt Hammelburg 2017 für neue Millionengroßprojekte zur Verfügung stehen, ist öffentlich unbekannt. Wieviel Gewerbesteuern 2016 eingingen, weiß die Öffentlichkeit bis dato nicht! Die Bürger wollen endlich die Sanierung der Bahnhofstraße! Was hat die CSU-Fraktion stattdessen durchgesetzt in Geheimsitzungen, diskret, diskret, diskret ... geheim, geheim, geheim! Herr Warmuth, der Stadtrat ist kein Bankhaus!

Die Rechtsaußen der Hammelburger CSU haben mit dem klammheimlichen Erwerb des ehemaligen Kaufhauses Pfeiffer ihr Werk vollbracht! Das Ex-Parteihaus der NSDAP wird nun "Bürger-Haus" und für 3 - 5 Mio. Euro in einem aufgeblasenen Architektenwettbewerb umgebaut. 20 geheim gehaltene Architektenpläne, die der Steuerzahler mit 145 000 Euro bezahlen muss! Welche Bürger wollten das? Hat nicht der A.-Wettbewerb zur Sanierung des Viehmarkts vollends gereicht? Schon wieder so ein aufgeblasenes, geheimes Verfahren, das nichts mehr mit Demokratie zu tun hat! Ein nicht vom Volk gewähltes Gremium - das Preisgericht - entscheidet in einer Geheimsitzung! Wo ist bitteschön das Mandat der beiden Professoren, die mitentscheiden?  Wo ist das politische Mandat des Stadtbaumeisters, der Angestellter der Exekutive ist!

 

Was hier läuft von Seiten der Regierung (Daniela Kircher, Regierungsrätin), ist die Aushebelung von Demokratie auf lokaler Ebene, es ist die unzulässige Vermischung von legislativen und exekutiven Vollzügen, es ist die Diktatur im Städtebau!!



►  Wann werden die 20 Architektenentwürfe, die der Bürger und Steuerzahler bezahlen muss, öffentlich ausgestellt?

►  Warum darf nicht die Bürgerschaft durch Meinungsabgabe beim Besuch der Ausstellung entscheiden?

  An dem so eruierten Meinungsbild könnte der Stadtrat seine Plenums-Entscheidung orientieren.

  Wo bleiben die Bürger in dem Verfahren, das die Regierung zum Zwecke der Fördermittelvergabe der Stadt aufzwingt?

►  Wird mal ein normaler Mensch gefragt, was er von diesem überdrehten "Architektenpopanz" hält?

  20 Entwürfe! Deren einziger Sinn darin bestehen soll, dem Bürger nicht gezeigt zu werden?


 

 

20.3.2017


Geplanter Umbau des ehemaligen Kaufhauses: 3,3 - 5 Mio. Euro


Der Steuerzahler zahlt den Umbau mit 3,3 - 5 Millionen Euro. Es sind öffentliche Mittel. Bislang gibt es zu dem Umbau keinerlei Öffentlichkeitsinformation. Nichtöffentlich tagte der Stadtrat am Samstag in einer außerordentlichen Geheimsitzung, Klausurtagung genannt. Nicht der gewählte Stadtrat, sondern ein "Preisgericht" soll über die geheim eingereichten Architektenentwürfe entscheiden. In dem "Preisgericht" entscheiden auch nicht vom Volk gewählte Personen über die Verwendung von 3,3 - 5 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln. Was hat ein solches Verfahren noch mit Demokratie zu tun?

Nicht gewählte Personen im Preisgericht sind: ein Professor Florian Fischer, wer ist das bitteschön? Von wem wurde dieser Mann in einer demokratischen Wahl gewählt, sodass er die Befugnis besäße, über Millionen öffentlicher Gelder zu entscheiden? Wer ist Professor Dorothea Voitländer? Wurde sie in der Kommunalwahl 2014 gewählt? Noch nie gehört, dass eine Professorin dem Hammelburger Stadtrat angehört! Detlev Mohr, der nichtgewählte Stadtbaumeister Hammelburgs, ist hinlänglich bekannt. Aber seit wann entscheidet ein Angestellter der exekutiven Stadtverwaltung über Millionen an Steuermitteln?

Für welche Partei hat denn der Herr Mohr bei der Kommunalwahl 2014 kandidiert? Und ist er denn gewählt worden, hat der Stadtbaumeister den Einzug in den Stadtrat geschafft? Ist das jemand in Hammelburg bekannt? Vielleicht den kulturbunten Frauen?  Auch ein Markus Seifert stand nicht auf einer Kandidatenliste zur Kommunalwahl 2014. Wer ist das? Wie kommen diese nicht gewählten Personen dazu, über den Umbau des ehemaligen Parteihauses der NSDAP in Hammelburg eine millionenschwere Entscheidung zu treffen, noch dazu in einer Geheimsitzung? In welchem Zustand der Nicht-Demokratie befindet sich Hammelburg anno 2017, drei Jahre nach der Kommunalwahl 2014?

 

Wo ist der gewählte Stadtrat, um diesen nicht-demokratischen Entscheidungsverfahren ein Ende zu setzen?

Einen städtischen Haushalt für 2017 gibt es auch noch nicht! Das sind Zustände wie vor 1848!


 

 


 

 

19.3.2017


Geheimsitzung des Stadtrates

Architektenentwürfe zum Umbau des ehemaligen Hammelburger Kaufhauses

 

In einer Geheimsitzung erwarb zur Jahreswende 2015/16 der 2014 neu gewählte Stadtrat (in dem die CSU-Fraktion nicht die Mehrheit besitzt), das ehemalige Hammelburger Kaufhaus Pfeiffer am Marktplatz 15. Was die Stadt für das marode Ex-Nazi-Haus, das von 1930 - 1945 das "braune Haus" Hammelburgs war (Sitz der NSDAP-Ortsgruppe), bezahlt hat, weiß die Öffentlichkeit bis heute nicht, obwohl der Steuerzahler den klammheimlichen Hauserwerb finanzieren musste.

 

Diskret, diskret, diskret - geheim, geheim, geheim .... geht es zu in der Hammelburger Kommunalpolitik trotz aller anderslautenden Wahlversprechungen der Fraktionen und Parteien zur Kommunalwahl 2014. Das Blaue vom Himmel wurde dem Wähler versprochen: die baldige Sanierung der Bahnhofstraße! Mehr Transparenz bei Entscheidungen des Stadtrates, mehr Öffentlichkeitsinformation, mehr Bürgerbeteiligung, mehr Zahlen zum städtischen Haushalt, etc. etc. Was ist das Ende vom Lied  dieser Versprechungen, drei Jahre nach der Kommunalwahl? Geheimsitzungen, ohne Ende! Geheim tagte der Bürgerspitalausschuss monatelang zur geplanten Abstoßung des Bürgerspitals an die Carl-von-Hess´sche Stiftung! Geheim tagte der Stadtrat zum Erwerb der Schrottimmobilie "Hammelburger Kaufhaus"! Geheim tagt der Stadtrat zum Unterwertverkauf des städtischen Kihnshauses! Und die Bahnhofstraße ist trotz vollmundiger Versprechungen aller Parteien noch immer nicht saniert!

 

Während nun also Hausbesitzer der Bahnhofstraße reihenweise, in einem Akt der Verzweiflung, ihre gewerblich nicht mehr vermietbaren Häuser zu Höchstpreisen (die der Markt gewiss nicht hergibt) abzustoßen versuchen, tagt der Stadtrat in einer "Klausurtagung" und Geheimsitzung zum Umbau der klammheimlich erworbenen Schrottimmobilie, des ehemaligen Kaufhauses Pfeiffer am Marktplatz 15. E. Pfeiffer war bekanntlich ein fanatischer Nazi, der nichts anderes im Sinn hatte, als Juden ihr Geschäft und Warenlager weit unter Wert wegzunehmen. Die jüdische Firma Schuster (Bauwaren- und Kohlenhandlung) in der Kissinger Straßen 15 erlitt dieses Schicksal durch E. Pfeiffer, ebenso die jüdische Eisenwarenhandlung Nussbaum in der Bahnhofstraße 3. Das bauliche Erbe eines Nazis wird also zur Zeit vom Hammelburger Stadtrat in einer Geheimsitzung umgeplant zu einem "Haus der Bürger"! Sehr geehrte Stadträte! Es überkommt einem das blanke Grausen im Angesicht der Historie dieser Immobilie!

 

Daten zum Architektenwettbewerb: Bewerbungsschluss 24.11.2016; Abgabetermin: 10.3.2017; nicht offener Wettbewerb; gewünschte Teilnehmerzahler: mind. 20 - max. 20; gesetzte Teilnehmer: 8; Preisgeld: 35 000 Euro; Gesamtkosten des Wettbewerbs: 145 000 Euro; Baukosten: 3,3 Mio. Euro; Preisrichter: Prof. Florian Fischer, Manfred Grüner, Detlef Mohr, Markus Seifert, Prof. Dorothea Voitländer, Armin Warmuth, Rita Schaupp, Christian Fenn, Alexander Stolz, weitere Stellvertreter und Berater; Aufgabe: Gegenstand des Realisierungswettbewerbes ist die Planung eines "Bürgerhauses" im "Alten Kaufhaus" am Marktplatz in Hammelburg. Das bestehende Gebäude hat ca. 2.360 qm BGF; voraussichtliche Entscheidung: 26.4.2017. Quelle: www.competitionline.com/de/ausschreibungen/246474

 

 

 

Hammelburg 1942 - Nazizeit

Links des Rathauses: das Haus der NSDAP-Ortsgruppe (1930 - 1945)

E. Pfeiffer erwarb 1937

das Haus (vormals Eisenwarenhandlung Uhl).

 

 

 


 

 

Der Stadtrat tagt heute zu einer außerordentlichen, nichtöffentlichen Sitzung (Klausurtagung) von 8.30 Uhr - 15.00 Uhr in der Markthalle. Um was es hierbei inhaltlich geht (städtischer Haushalt 2017 oder Diskussion der Architektenentwürfe für das ehemalige Hammelburger Kaufhaus), ist öffentlich unbekannt. Nach Artikel 52 der Bayer. Gemeindeordnung müssen nichtöffentlich gefasste Beschlüsse des Stadtrates, insofern sie keine Personalangelegenheiten betreffen, öffentlich bekannt gegeben werden. 

 

 

18.3.2017


Der Ausverkauf der Bahnhofstraße

Aktuelle Hausverkäufe - Bahnhofstraße/Hammelburg

 

► Bahnhofstraße 61 (Kihns Erben, heute städtisch),  510 qm Wohnfläche, 95 000 Euro, 186 Euro/qm, Baujahr 1902

► Bahnhofstr. 32 (Schober-Haus, früher Karl Gräf), 800 qm vermietb. Fläche, 415 464 Euro, 519 Euro/qm

► Bahnhofstr. 47/49 (Kupsch, früher Gasth. Drei König/ Dr. B. Oschmann), 1.631 qm Fläche, 710 000 Euro, 435 Euro/qm

► Bahnhofstraße 36  (früher Römer Gregor, Sattlermeister), 240 qm vermietb. Fläche, 198 000 Euro, 825 Euro/qm

► Bahnhofstraße 39 (früher Uhrmacher J. Schneider), 200 qm vermietb. Fläche, 220 000 Euro, 1.100 Euro/qm

► Vgl. auch Weihertorstraße 5/7 (ehem. Bäckerei Claßen), 498 qm Wohnfläche, 390 000 Euro, 783 Euro/qm, Bauj.1900

 

Aus dieser Gegenüberstellung der aktuellen Hausangebote für Hammelburg (Altstadt, Bahnhofstraße und Weihertorstraße) auf dem freien Immobilienmarkt (Stand: März 2017) geht hinreichend belegt hervor, dass der Stadtrat das städtisches Kihnshaus weit unter Wert offeriert (ohne Verpflichtung zum sozialen Wohnungsbau), und damit rechtswidrig, d. h. im Widerspruch zum Artikel 75 der Bayer. Gemeindeordnung, handelt. Eine Stadt und Kommune darf eine städtische Immobilie einem Investor zum Ziele der reinen Gewinnmaximierung nicht zum Billigstpreis zuschachern. Es wäre die rechtswidrige Begünstigung eines Investors.

 

 

 


 

 

17.3.2017


Städtebau am Minikreisel

Wird der BWB GmbH das "Kihnshaus" zugeschachert?


Am sanierten Minikreisel geht städtebaulich nichts voran. Das städtische Mietshaus (Kihnshaus) rottet vor sich hin, die Sanierung der unmittelbar benachbarten ehemaligen Tankstelle stagniert seit Monaten. Das städtische Bauamt würde den Fortschritt der Sanierung mit Auflagen zugunsten eines zukünftig benachbarten Investors blockieren, so heißt es. Das Kihnshaus soll der BWB GmbH zugeschachert werden. - Wer ist die BWB GmbH? Es sind Mathias Benner, Mathias Wolf, ein Bauunternehmer aus Göpfersdorf, und Patrick Bindrum, Stadt- und Kreisrat der CSU. Sitz der GmbH ist Hammelburg. Ziel dieser GmbH ist der Ankauf und Verkauf von Immobilien, alte Bestandsimmobilien möglichst billig erwerben, neu bebauen und zum Höchstpreis vermarkten. Die BWB GmbH beherrscht seit 2009 die Kommunalpolitik in Hammelburg. Das neue Fachmarktzentrum am städtischen Friedhof war ein Millionen-Projekt der BWB GmbH. Auch hier wurde so vorgegangen: eine Bestandsimmobilie billig erwerben und so neu bebauen, dass ein höchstmöglicher Gewinn herausspringt. Das neue Fachmarktzentrum war 2011/2012 der "Todesstoß" für die Hammelburger Bahnhofstraße. Geschäfte des Einzelhandels in der Innenstadt schlossen reihenweise, weil die Laufkundschaft plötzlich fehlte. Die Bahnhofstraße ist seitdem wie "tot". Das Geschäftesterben hält bis heute an. Der rot-grüne Stadtrat unter Ernst Stross (SPD) und Annemarie Fell (Grüne) stimmte 2008/2009 dem Fachmarktzentrum der BWB GmbH ohne B-Plan zu. Es war die gravierendste und folgenreichste städtebauliche Fehlentscheidung des rot-grünen Stadtrates 2008 - 2014.

 

Einer Stadt und Kommune ist nach Artikel 75, Absatz 1 der Bayerischen Gemeindeordnung der Unterwertverkauf einer kommunalen Immobilie grundsätzlich verboten. Nur unter der strengen Vorgabe und Zielsetzung des sozialen Wohnungsbaus dürfen städtische Immobilien unter Wert verkauft werden. An Investoren, die nur Profit erzielen wollen, darf eine kommunale Immobilie unter Wert nicht verkauft werden. Für das Kihnshaus liegt laut Exposé in www.hammelburg.de ein Wertgutachten vor, das mit 165 000 Euro beziffert ist. Aktuell unterbietet die Stadt diesen Wert um 70 000 Euro. Diese massive Unterschreitung des Verkehrswertes wäre nur dann zulässig, wenn der zukünftige Käufer tatsächlich ein Projekt des sozialen Wohnungsbaus realisieren würde. Das aber wird von der BWB GmbH kaum zu erwarten sein. Wann hat der Stadtrat, entgegen den klaren Vorgaben der GO, die erneute Kaufpreisreduzierung für das Kihnshaus beschlossen? Die städtische Immobilie müsste für mindestens 165 000 Euro auf dem freien Markt angeboten werden. Andernfalls müsste ein Projekt des sozialen Wohnungsbaus mit dem Verkauf des Kihnshauses unter Wert verbunden sein. Bislang ist der Öffentlichkeit ein solches Vorhaben der Stadt bzw. des Stadtrates aber nicht bekannt. Wann legt der Stadtrat seine Planungen für das Kihnshaus offen?

 

 

Spekulationsobjekt: das städtische Kihnshaus (Mietshaus mit 510 qm Wohnfläche)


Unzulässiger Unterwertverkauf durch den Stadtrat:

95 000 Euro statt 165 000 Euro; 186 Euro/qm ohne Sozialbindung

 

 

 


 

 

16.3.2017


Städtebauliche Situation am Minikreisel

Die Stadt selbst lässt eine Immobilie gezielt herunterkommen


Eine Stadt und Kommune hat öffentliche Vorbildfunktion. Wie ist es zu erklären, dass die Liegenschaftsverwaltung der Stadt Hammelburg das städtische Mietshaus gegenüber dem Postamt, das Kihns-Haus in der Bahnhofstraße 61, gezielt herunterkommen lässt? An dem Haus wird seit Jahren nichts mehr saniert oder repariert. Alleine der Zustand des Hauseingangs ist als "asozial" zu bezeichnen. Die Verantwortung für den skandalösen baulichen Zustand des städtischen Mietshauses liegt alleine bei der Stadt. Der Öffentlichkeit wird seit Jahren die Verrottung des stadtbildprägenden Hauses  zugemutet. Auch kümmert sich das städtische Bauamt nicht darum, dass sich der Zustand auf der benachbarten ehemaligen Tankstelle Marterstock endlich ändert und der neue Besitzer die begonnene Sanierung weiterführt. Welcher Popanz wurde von Seiten der Politik und des Stadtrates jahrelang um die Sanierung des Minikreisels betrieben? Jetzt ist der Kreisel saniert, aber die Stadt selbst leistet keinerlei Beitrag dazu, dass sich die beklagenswerte städtebauliche Situation am nördlichen Stadteingang endlich ändert. Die Stadt selbst lässt eine Immobilie verrotten!

 

Wann endlich kümmert sich der Stadtrat? Wie soll es mit dem städtischen Mietshaus in unmittelbarer Nachbarschaft der Herrenmühle weitergehen? Hat die Stadtverwaltung eigenmächtig den Kaufpreis für das Kihnshaus auf 95 000 reduziert oder liegt hierzu ein Stadtratsbeschluss vor? Wenn ja, warum erfährt die Öffentlichkeit von diesem Beschluss nichts? Ist der Stadtrat tatsächlich mehrheitlich mit Zustimmung von SPD, Grünen, CBB, etc. damit einverstanden, dass das historische Haus zum Schleuderpreis auf  Unterwertniveau an einen stadtbekannten Investor verscherbelt und möglicherweise abgerissen wird? Wie geht´s weiter am nördlichen Stadteingang, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates? Welche Planung, welcher Beschluss liegt hierzu vor? Was ist die Rechtsgrundlage für den Unterwertverkauf? Wie lange noch muss sich die Öffentlichkeit die haarsträubende städtebauliche Situation am Minikreisel mitansehen?

 

 

Historie des Städtebaus in Hammelburg

 

Jugendstil-Schlachthof, erbaut 1902 von Valentin Kihn, abgerissen 1966/67

Wird der Stadtrat nun auch noch das Kihnshaus niederreißen lassen?

 

 

 


 

 

15.3.2017


Lokalgeschichte - Städtebau

 

Valentin Kihn, Bürgermeister der Stadt Hammelburg (1900 - 1903)

Karl Kihn (+ 1935), Opfer der NS-Diktatur

 

Die CSU in Hammelburg hätte allen Grund, mit dem baulichen Erbe der Kihnsfamilie, dem "Kihnshaus" in der Bahnhofstraße 61, anders umzugehen. In unmittelbarer Nachbarschaft des Stadtmuseums "Herrenmühle" repräsentiert das historische Haus aus der Gründerzeit bedeutende Aspekte der Lokal- und Stadtgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Valentin Kihn, der Erbauer des Hauses, war Bürgermeister der Stadt Hammelburg von 1900 - 1903. In seiner Amtszeit entstand der alte Hammelburger Schlachthof im Jugendstil, der leider Ende der 1960er Jahre abgerissen wurde.

 

 

Wie geht´s weiter mit dem Kihns-Haus (rechts im Bild)?

Wird der Stadtrat das bauliche Erbe des Valentin Kihn an einen profitgierigen Investor verscherbeln?

 

In der NS-Zeit waren Mitglieder der Familie Kihn Verfolgte der Nazi-Diktatur. Aus welchen Gründen? Die Mutter des Dr. Alfons Probst, Landtagsabgeordneter der Bayerischen Volkspartei (BVP) in der Weimarer Zeit (1919 - 1933) für den Kreis Hammelburg, stammte aus der Brauerei Felsenkeller, sie war eine geborene Wald und eine Schwester der Ehefrau des Valentin Kihn. Dr. Probst war seit der frühen Weimarer Zeit ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Die Mitglieder seiner Hammelburger Familie waren der Verfolgung durch die NSDAP ausgesetzt. 1935 kam es unter ungeklärten Umständen zu einem Brand in der Brauerei Felsenkeller, in dessen Folge der Firmeninhaber Karl Kihn gestorben ist. Die NSDAP bemächtige sich 1936 der Brauerei und des Kihnshauses. Der "Felsenkeller" wurde zu einer nationalsozialistischen Gaststätte mit "Volksbiergarten" umgebaut. Juden war der Zutritt verboten. Nach dem Tod von Karl Kihn zog der Ortsgruppenleiter der NSDAP in das Kihnshaus ein und beherrschte von dort den städtischen Schlachthof und das E-Werk Happ mit täglichen Preiskontrollen.

 

 

 

1960er Jahre in Hammelburg - nach dem Abriss des alten Schlachthofes

 

Einbeziehung des alten "Schlachthof-Viertels" in den neuen touristischen Stadtrundgang

Kein Abriss des Kihns-Hauses!

 

 

 

 

 Historische Grabstätte der Familien Kihn und Wald im städtischen Friedhof Hammelburg


Dr. Alfons Probst

Regierungsrat, Abgeordneter und Ehrenbürger der Stadt Hammelburg

* 25.3.1886 in Hammelburg  + 23.3.1945 in Danzig

 

Bayer. Landtagsabgeordneter der BVP (1919 - 1933)

Verfolgter der NS-Diktatur, 1933 inhaftiert in München/Stadelheim

 

 


 

 

14.3.2017

 

Stadt "verhökert" das Kihns-Haus für 95 000 Euro

Unterwertverkauf einer städt. Immobilie?


Das 1902 erbaute Kihns-Haus in der Bahnhofstraße 61, das sich seit einigen Jahrzehnten im Besitz der Stadt Hammelburg befindet und von der Stadt bis dato als Mietshaus genutzt wird (6 Mietwohnungen mit einer vermietbaren Gesamtfläche von 510 qm), kostet jetzt nur noch 95 000 Euro. Erneut hat die Stadtverwaltung klammheimlich den Kaufpreis gesenkt. Noch vor wenigen Wochen kostete dasselbe Haus 135 000 Euro (zuvor 156 000 und 215 000 Euro). Seit Jahren wird der Kaufpreis von der Stadt immer weiter nach unten gedrückt, gleichzeitig lässt die Stadtverwaltung das Haus gezielt verkommen. Die noch im Haus wohnenden wenigen Mieter hausen in unzumutbaren baulichen Verhältnissen. Das Haus wird von der Stadt auf diesem Wege gezielt "ausgemietet".

 

►  Wann hat der Stadtrat die erneute Preisreduzierung beschlossen?

  Begünstigt der Stadtrat auf diesem Wege den CSU-Stadtrat Patrick Bindrum?

  Handelt es sich hier um einen unzulässigen Unterwertverkauf ?

 

Auf dem freien Markt kosten zur Zeit historische bzw. ältere Häuser in der Hammelburger Bahnhofstraße ca. 1.100 Euro pro Quadratmeter vermietbare Fläche. Die Stadt unterbietet diesen Preis beim Kihns-Haus um 914 Euro/qm. Das Kihns-Haus wird für 186 Euro pro Quadratmeter vermietbare Fläche verschleudert. Einer Stadt und Kommune ist nach Artikel 75, Absatz 1 der Bayer. Gemeindeordnung eine derartige Preisunterbietung verboten. Es ist seit längerem bekannt, dass der CSU-Stadtrat und - Bauunternehmer P. Bindrum das Kihns-Haus käuflich erwerben will,  um es in teure Eigentums- bzw. Mietwohnungen umzuwandeln. Begünstigt der Stadtrat hier einen politischen Mandatsträger? Wann wurde dieser äußerst niedrige Kaufpreis (95 000 Euro) vom Stadtrat beschlossen?


  Vgl. www.hammelburg.de/bauen-gewerbe/immobilien

  Vgl. www.immobilienscout24de./expose92693377

 

 

Das "Kihns-Haus" in der Bahnhofstraße 61, das 1902 von dem damaligen Brauereibesitzer und Bürgermeister Valentin Kihn (Brauerei Felsenkeller Hammelburg, 1828 - 1971), erbaut wurde, gehört nicht zu den Baudenkmälern der Stadt Hammelburg. Das stadtbildprägende Haus aus der Gründerzeit steht nicht unter Denkmalschutz. Die städtische Immobilie kann von einem Investor erworben und abgerissen werden, wenn der Stadtrat den Abriss genehmigt.

Es wird seit längerem befürchtet, dass der Hammelburger Bauunternehmer und CSU-Stadtrat P. Bindrum das Kihns-Haus erwirbt, niederreißt und einen unschönen, lukrativen Neubau hochzieht. Der lokale Bauunternehmer drückt zur Zeit in Hammelburg die Preise für Neubau-Eigentumswohnungen nach oben. Vgl. www.immobilienscout24.de/wohnen/hammelburg/eigentumswohnungen. Der Kaufpreis bei Eigentumswohnungen in der Kernstadt liegt aktuell bei durchschnittlich 1.700 Euro/qm. Im Vergleich: die Stadt verscherbelt das Kihns-Haus für nur 186 Euro/qm.

Es steht die gravierende politische Frage im Raum, ob eine Stadt und Kommune eine derartige Preisdrückerei beim Verkauf einer städtischen Immobilie betreiben darf, um einem lokalen Bauunternehmer und Mandatsträger zu einem äußerst günstigen Hauserwerb und lukrativen Immobiliengeschäft zu verhelfen. Was wäre die politische  Alternative? Das Kihns-Haus im Besitz der Stadt erhalten, die Mietwohnungen nach und nach grundsanieren und als städtische Sozialwohnungen weiterhin anbieten. Insbesondere von der SPD-Fraktion in Hammelburg wird erwartet, dass sie sich für diese sozialpolitische Option einsetzt.

 

 

 

 

Lokalgeschichte: 19. Jahrhundert

Rechte Bildmitte: Brauerei Felsenkeller (1828 - 1971) - heute Musikakademie Hammelburg

 

Die Brauerei Felsenkeller, gegründet 1828, war Mitte des 19. Jahrhunderts im Besitz von Johann und Katharina Wald. Valentin Kihn (1852 - 1903) heiratete in 1. Ehe eine Tochter der Brauereifamilie, Katharina Wald. Sie starb 1879. In 2. Ehe heiratete Valentin Kihn Euphrasia Wald (1859 - 1930). Deren Sohn Karl Kihn starb in der NS-Zeit am 30.6.1935 im Alter von 45 Jahren nach einem vermutlich von der NSDAP gelegten Brand in der Brauerei Felsenkeller. Die Brauerei wurde sodann 1936 von dem nationalsozialistischen Münchner Architekten Georg Buchner saniert und umgebaut. In das Kihns-Haus, Bahnhofstraße 61 zog 1936 der Ortsgruppenleiter der NSDAP, Ignaz Köberl, ein. - Quellennachweis: Zeitzeugen; städtischer Friedhof Hammelburg, Grabstätte der Familie Wald und Kihn; Hammelburger Zeitung 1935/36, Stadtarchiv Hammelburg.

 

 


 

 

 

8. März 2017

 

Kritik am städtischen Kulturreferat

Warum keine Veranstaltung zum 500. Reformationsjubiläum?

 

Hammelburg leistet sich ein eigenes städtisches Kulturreferat und ein Stadtmuseum. Steuergelder und Fördermittel im sechsstelligen Bereich fließen zur Zeit in diese Einrichtungen. Es steht die Frage im Raum, warum die Museumsleitung und das Kulturreferat der Stadt Hammelburg zum 500. Reformationsjubiläum bislang keinerlei Veranstaltung anbieten, weder einen historischen Vortrag noch eine Ausstellung. Hammelburg war 78 Jahre lang "lutherisch" (1524 - 1602). Die "Chronik der Stadt Hammelburg" beschreibt auf 22 Seiten diese Zeit sehr ausführlich. In Münnerstadt hat das Kulturreferat eine entsprechende Ausstellung in das Heimatspielhaus geholt (1. März - 2. April 2017), die begleitet wird von einer Reihe von Veranstaltungen (Lesungen, Theater, thematische Stadtführung). Zwar ist zur Zeit das Museum in Hammelburg geschlossen, dennoch hätte für Herbst 2017 eine Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum in die Herrenmühle geholt werden können. Auch könnte eine Stadtführung angeboten werden, die die Orte der Reformation in Hammelburg beschreibt: altes Pfarrhaus in der v. Hess-Straße, Stadtpfarrkirche, ehemalige Kirche am Viehmarkt, Spitalkirche, Marktplatz (Hinrichtung von 8 Bauernführern am 8. Juli 1525), Neubau des Rathauses 1526 auf dem konfiszierten und niedergerissenen Anwesen des Hammelburger Bauernführers Stefan Lauter, der der Hinrichtung durch Flucht entkam; der Marktbrunnen, der in der Reformationszeit entstanden ist (1547); der städtische Friedhof, der 1543 vor dem Obertor außerhalb der Stadtmauern eingerichtet wurde, u. a. Häuser und Gebäude der historischen Altstadt, die im 16. Jahrhundert erbaut wurden (die erste Synagoge der Stadt, das Haus Rinecker in der Dalbergstraße 30, das Fachwerkhaus in der Bahnhofstraße 45).

 

 

 


 

 

7. März 2017


2017 ist das 500. Jubiläumsjahr der Reformation. Warum wird weder von Seiten der Stadt noch von Seiten der Kirchengemeinden in Hammelburg für historische interessierte Bürger ein Vortrag angeboten, der die bemerkenswerten lokalhistorischen Geschehnisse der Zeit von 1524 - 1602 darstellt und erläutert? Aus historischen Quellen (Chronik der Stadt Hammelburg, u. a.) geht hervor, dass die gesamte Geistlichkeit der Stadt Hammelburg sowie der Stadtrat selbst bereits 1524, ein Jahr vor Ausbruch des Bauernkrieges, "lutherisch" geworden waren. Nicht nur in der Stadtpfarrkirche, sondern auch in den beiden anderen Kirchen der Stadt wurden lateinische Messen nicht mehr gelesen. Dies führte im Herbst 1524 dazu, dass der Fürstabt von Fulda, Hartmann II. von Kirchberg, und sein Stellvertreter, Johannes III. von Henneberg, dem Hammelburger Stadtrat und der örtlichen Geistlichkeit ein Ultimatum stellten mit der Aufforderung, wieder zum lateinischen Ritus auf der Basis des Wormser Ediktes von 1521 zurückzukehren. Pfarrverweser Kempach, der die Reformation in Hammelburg ausgelöst hatte, antwortete der Regierung zu Fulda im Dezember 1524, dass es nicht möglich sei, den alten Ritus wieder einzuführen. In den Folgemonaten spitzte sich der Konflikt mit den Bauern im Hochstift dermaßen zu, dass der Stellvertreterfürstabt nicht die Zeit hatte, sich mit den religiösen Verhältnissen in Hammelburg weiter zu beschäftigen. Der Fürstabt selbst, Hartmann II., wohnte seit 1521 nicht mehr in Fulda, sondern in Mainz, wo er angeblich Frau und Kind gehabt haben soll.  Hartmann II. war für seine Prunk- und Verschwendungssucht überregional bekannt und beim Volke verhasst. Ostern 1525 (16./17. April) eskalierte die Situation in der gesamten Region des Hochstifts Fulda. Bauern waren allerorten wutentbrannt über die kirchlichen Herrschaften, über ihre Lügen. Kein einziges Wort stand im Neuen Testament über Ablässe, über den Freikauf verstorbener Seelen aus dem Fegefeuer, über teure Seelenmessen, über horrende Abgaben und Frondienste für kirchliche und weltliche Herrschaften. Im benachbarten Hochstift Würzburg war der Zorn der Bauern über den Würzburger Fürstbischof Konrad III. von Thüngen nicht minder gering.

 

 

Ort des ersten Hammelburger Pfarrhofes (seit dem 8. Jh.)

in der heutigen von Hess-Straße 20

Hier wohnte Pfarrverweser Johannes Kempach, der 1524 die Reformation in Hammelburg eingeführt hat.

 

Das heutige Pfarrhaus neben der Stadtpfarrkirche wurde erst 1626 erbaut, in der Zeit der Gegenreformation. Vgl. Chronik der Stadt Hammelburg, Seite 95, Bemerkenswerte Bürgerhäuser: "Das Pfarrhaus wurde i. J. 1626 erbaut. Jahreszahl am Durchzugsbalken im Erdgeschoss. Das älteste Pfarrhaus stand neben dem Mönchshof in der v. Heßstraße 20."

 

 


 

 

5. März 2017

 

Lokalgeschichte: Reformation in Hammelburg (1524 - 1602)

 


"Auch in der zweitgrößten Stadt der Reichsabtei Fulda wurde vor dem Bauernkrieg evangelisch gepredigt. Luthers Übersetzung des Neuen Testaments und evangelische Flugschriften hatten in Hammelburg Interesse und Sympathie geweckt. 1523 kam der humanistisch gebildete Johannes Kempach als Pfarrverweser für den in Ansbach residierenden Georg Reuter, den Inhaber der Pfarrei, nach Hammelburg und begann dort bald, evangelisch zu predigen. Die Verkündigung Kempachs zog binnen recht kurzer Zeit weitreichende Änderungen im Kirchenwesen Hammelburgs nach sich. In Hammelburg verbreitete Flugschriften haben diese Entwicklung wahrscheinlich gefördert. Schon zu Ostern 1524 wurde der Meßdienst durch den Pfarrverweser Kempach aufgegeben. Offensichtlich schlossen sich auch die Altaristen der beiden Hammelburger Kirchen und des Hospitals (Bürgerspital) im Laufe des Sommers und des Herbstes (1524) Kempachs Entscheidung an. Vigilien und Seelenmessen wurden nicht mehr gehalten, selbst die Bruderschaften stellten ihre Aktivitäten ein. Diese weitreichenden Maßnahmen waren möglich, weil Pfarrverweser und Vikare (die Altaristen, es waren Geistliche, die an einen bestimmten Altar in den drei Kirchen der Stadt lateinische Seelenmessen gegen Bezahlung abhielten; vgl. Chronik der Stadt Hammelburg, Seite 194, die Vikarien der Stadtpfarrkirche, der Neuen Kirche am Viehmarkt und der Spitalkirche) Rückendeckung durch den Hammelburger Stadtrat erhielten, der mit der Einführung der neuen Lehre das städtische Kirchenwesen besser in den Griff bekommen und dadurch die eigene Position ausbauen konnte (...) Die weitgehende Übereinstimmung von Geistlichkeit und Rat in Hammelburg zeigte sich im planmäßigen Vorgehen bei der Gottesdienstreform. Der Rat richtete diesbezüglich eine Anfrage an die Universität Wittenberg. An der von dort übersandten Kirchenordnung orientierten sich fortan Gottesdienst und Unterricht in Hammelburg." Quellennachweis: Wolfgang Breul-Kunkel, Herrschaftskrise und Reformation, Die Reichsabtei Fulda und Hersfeld ca. 1500 - 1525, Gütersloh 2000, Marburg Univ., Diss. 1998, S. 233/234. - Auch in Untererthal soll der dortige Pfarrer Jakob Bub "seit 1523 im Sinne Luthers gepredigt haben." (Ebenda, S. 235)


 

 

 

Hammelburg 1525 - der Aufstand der Bauern


Im Oktober 1517 veröffentlichte Luther seine "95 Thesen" gegen den Ablasshandel. In der 86. These schrieb der Augustinermönch und Wittenberger Theologieprofessor wörtlich:  "Warum baut der Papst, dessen Reichtümer heute weit gewaltiger sind als die der mächtigsten Reichen, nicht wenigstens die eine Basilika des Heiligen Petrus mehr von seinen eigenen Geldern als von denen der armen Gläubigen?" Es waren Sätze von politischer und religiöser Sprengkraft.

Sieben Jahre nach 1517 war die Lehre Luthers längstens auch nach Hammelburg vorgedrungen. Im uralten Pfarrhof in der Amtsgasse (heute von-Hess-Straße 20) residierte ein von Würzburg bestellter Pfarrverweser, der 1524 damit begann, die lateinische Messe in der Stadtparrkirche nicht mehr zu lesen. Der Stadtrat stand geschlossen hinter der Entscheidung des Pfarrers. Nur ein kleiner Teil der Bürgerschaft wollte den alten Ritus wieder haben und beschwerte sich beim Fürstabt in Fulda.

Dieser war jedoch im Frühjahr 1525 mit dem Bauernaufstand in seinem Hochstift so beschäftigt, sodass die Beschwerde der Hammelburger Bürger über ihren abtrünnigen Stadtpfarrer erst einmal liegen blieb. "In den Ostertagen 1525 schlugen die Wogen der bäuerlichen Empörung über unsere Gegend zusammen. Nachdem die Neustädter und Münnerstädter (Bauern) das Kloster Bildhausen eingenommen hatten, erhoben sich auch die Kissinger (Bauern). Sie ließen zunächst einen herrschaftlichen Fischweiher ab. Dann zogen sie nach Aura und besetzten das dortige Kloster. Das geschah am Gründonnerstag." (Chronik der Stadt Hammelburg, Seite 143)


Am Karsamtag 1525 verhandelte der für das Kloster zuständige Amtmann aus Trimberg mit den Bauern, sodass diese wieder heimzogen. "Aber am zweiten Osterfeiertag wurde Aura erneut von den Bauern besetzt. Als der Trimberger Amtmann das erfuhr, ritt er in der Frühe des nächsten Tages zu den Bewohnern der umliegenden Orte und bat sie, sich nicht mit den Aufständischen einzulassen. Er wolle für eine Besserung ihrer Lage tun was er könne (...) Im Amt Hammelburg kam es zunächst noch nicht zum Aufstand. Doch die Erregung der Bevölkerung stieg von Tag zu Tag. Namentlich Drohungen gegen das Kloster Thulba waren immer wieder zu hören. Da hielt es der dortige Probst für geraten, das Weite zu suchen. In der Nacht zum Karsamstag ritt er eilends nach Fulda und berichtete der Behörde von den Zuständen im Hammelburger Bezirk." (Chronik der Stadt Hammelburg, Seite 144).


 

 

 

1524: Beginn der Reformation in Hammelburg

Pfarrverweser Johannes Rufus Kempach (1523 - 1526) ließ den lateinischen Messritus fallen.

 In der Stadtpfarrkirche wurde erstmals 1524

das Evangelium für jeden verständlich in deutscher Sprache verkündet.

 

1522 hatte Luther auf der Wartburg das Neue Testament ins Deutsche übersetzt.

 

 

 

 


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