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Stellungnahmen zu aktuellen kommunalpolitischen Themen


 

 

 

23.06.2021

 

Klimaschutz - Stadtplanung

 

Versiegelung von Grünflächen am Ortsrand der Kernstadt Hammelburgs geht weiter

Neue Schulbushaltestelle der Grund- und Mittelschule 

 

Die neu geplante Schulbushaltestelle der Grund- und Mittelschule Hammelburg, die am südwestlichen Ortsrand der historischen Kernstadt Hammelburgs - inmitten der einstigen großen grünen "Weihers-Au" - entstehen soll, ist nicht nur städtebaulich ein Fehlgriff.

Im Angesicht der akuten Klimakrise - mit Hitzewochen über 30 Grad Celsius - ist die vorgelegte Planung, die eine großflächige asphaltierte Wendeplatte für Schulbusse vorsieht und eine Unterstellhalle für 200 Schüler/innen, unverantwortlich. Die Wendeplatte und Unterstellhalle werden sich extrem aufheizen. 

Die neue Schulbushaltestelle ist zu weit weg von den Schulgebäuden und bietet den Kindern keinerlei Schutz bei Extremwetter-Ereignissen der Klimakrise: Hitze bis 40 Grad Celsius, Gewitter, Blitz und Donner mit Starkregen. Die vorgelegte Planung ist unverantwortlich: bei Extremwetter-Ereignissen kann es zu Panikausbrüchen unter den Kindern kommen, sie brauchen den Schutz nahegelegener Schulgebäude.

 

 

22.06.2021

 

Zeitgeschichte: Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion vor 80 Jahren


Lager Hammelburg: der Massenmord an den russischen Gefangenen

Historiker gehen von 18 - 20 000 in Hammelburg ermordeten Sowjets aus

 

Heute vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941, überfiel die deutsche Wehrmacht unter dem Oberbefehl Hitlers die Sowjetunion. Es war ein Feldzug des Abschlachtens und des unsäglichen Massenmords. 27 Millionen Sowjets wurden Opfer dieses Wahnsinns, darunter 2 Millionen Juden, die als Zivilisten ermordet wurden: wehrlose alte Männer, Frauen, Kinder.

Bereits im August 1941 kamen die ersten sowjetischen kriegsgefangenen Offiziere und Soldaten nach Hammelburg. Der Bahnhof und das Lager Hammelburg waren von 1941 - Kriegsende 1945 Deportationsort. 18 000 - 20 000 kriegsgefangene Sowjets, davon gehen Historiker heute aus, wurden von August 1941 - Anfang 1945 nach Hammelburg deportiert. Keiner kehrte lebend zurück.

Die Deportation der sowjetischen Kriegsgefangenen geschah in offenen Viehwaggons ohne Wasser und Brot. Tausende starben während des Transports. Wer noch lebend am Bahnhof in Hammelburg ankam, musste unter Peitschenhieben und Gewehrsalven der Aufseher den Fußmarsch ins Lager antreten.

Noch heute erinnern sich Hammelburger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die damals Kinder waren, an die fürchterlichen Züge und Fußmärsche der russischen Gefangenen durch die Bahnhofstraße hinauf ins Lager. Den Elenden und Halbverhungerten ein Stück Brot oder einen Becher Wasser zu reichen, war strengstens verboten. Damit die Kinder der Stadt die Elendszüge nicht mehr sehen mussten, wurden die Fußmärsche der sowjetischen Gefangenen auf Antrag von Eltern in den "Langen Graben" verlegt.

Die Gestapo Nürnberg eröffnete im Lager Hammelburg "ein Büro" und vollzog dort ab August 1941 die Verhöre der Sowjets unter Folter und barbarischer Gewalt. Wer Jude war oder eine höhere Schulbildung besaß, hatte keine Überlebenschance, der wurde ausgesondert und oft noch am selben Tag  einer "Sonderbehandlung" zugeführt: Transport in eine Außenstelle des KZ Dachau, auf den Schießplatz Hebertshausen, um dort an Ort und Stelle von Kommandos der Waffen-SS auf brutalste Weise erschossen zu werden.

Die anderen Sowjets, die zu Tausenden im Lager Hammelburg kriegsgefangen verblieben, ließ man langsam verhungern, sie bekamen eine reduzierte Kost, die sie anfällig für Krankheiten und Epidemien machten. Im Leichenhaus des russischen Mannschaftslagers (Stalag XIII C) lagen täglich über ein Dutzend Leichen kriegsgefangener Sowjets. Bauern aus der Umgebung mussten die Toten mit dem Pferdefuhrwerk abholen und zum "Felschen" bringen, wo sie in Massengräbern verscharrt wurden.

Nach neueren Forschungserkentnissen kamen im Lager Hammelburg 18 000 - 20 000 Sowjets ums Leben. (Reinhard Otto: Wehrmacht, Gestapo und sowjetische Kriegsgefangene im deutschen Reichsgebiet 1941/1942, Schriftenreihe zur Zeitgeschichte, Oldenburg 2000).

Das Denkmal für die ermordeten Sowjets "Am Felschen" nennt eine gefälschte Zahl. Nach 1945 haben die NS-Lagerärzte (Dr. Eugen Förster) die Zahl der im Lager ums Leben gekommenen Sowjets gezielt reduziert, um im Zuge des Spruchverfahrens nicht auch noch vor ein Kriegsverbrechergericht (Dachauer Prozesse 1945 - 1950) gestellt zu werden wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Der Hammelburger Arzt Dr. Eugen Förster war von 1933 - 1945 NS-Rassen- und Chefarzt des Bezirkskrankenhauses Hammelburg (von-Hess-Straße), von September 1939 - April 1945 auch Lagerarzt für das Kriegsgefangenen-Mannschaftslager Stalag XIII C im Lager Hammelburg und leitender Chefarzt des Lazaretts für Wehrmachtssoldaten im Lager Hammelburg. 

 

 

 

Das Leiden und Sterben der sowjetischen Kriegsgefangenen im Lager Hammelburg ist in Akten der Spruchkammer Hammelburg von Belastungszeugen vielfältig geschildert und bezeugt. Die ermordeten Sowjets gehören zur größten Opfergruppe der NS-Zeit in Hammelburg. Sie sind - bis heute - die Vergessenen der Erinnnerungskultur der Stadt Hammelburg. (Foto: Michael Kenna).

 

 

 


 

 

 

Der Stadtrat tagt heute - öffentlich - zum Bürgerspital:

Sitzung im Speisesaal der Musikakademie (Kloster Altstadt): 18.15 Uhr

 

 

21.06.2021


Wie geht es weiter mit der Bürger-Spitalstiftung?

 


Übernahme durch die Von-Hess´sche Stiftung im nächsten Jahr?

Entmietung der Heimbewohner bis Jahresende - Untragbares Verhalten des Stadtrates


 

 

7 - 8 Millionen Euro pumpt der Stadtrat aktuell in das neue "Bürgerhaus" für eine neue Stadtbibliothek und für einen neuen Sitzungssaal. Die Stadtbücherei Hammelburg gehört zu den hoch defizitären Einrichtungen der Stadt Hammelburg: 2021 wird ihr Jahresdfizit laut Webseite des CBB 291.135 Euro betragen.

Im Vergleich dazu steht das Bürgerspital finanziell sehr gut da. Keinen Cent musste die Stadt bislang in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten, laut Pressebericht der Saale-Zeitung vom 19.06.2021, zuschießen. Nur rund 40 000 Euro beträgt das Jahresdefizit seit 2015. Das Minus wird aus dem Grundvermögen der Bürgerspitalstiftung ausgeglichen.

Was sind die Gründe und Hintergründe, warum die politischen Entscheidungsträger dennoch - seit der Kommunalwahl 2014 - nicht mehr bereit sind, in das Bürgerspital baulich zu investieren? Nur ca. die Hälfte von dem, was das neue Bürgerhaus kostet, müsste in das Bürgerspital investiert werden: 3, 5 Millionen Euro.

 

Aus welchen Gründen ist der Stadtrat nicht bereit, diese Investition zu tätigen, um die städtische Sozialeinrichtung zukunftsfähig zu machen und zumindest als ambulante Einrichtung der Altenpflege (Tagespflege) - zum Beispiel in Trägerschaft der Caritas - zu erhalten?

Keine Übernahme durch die Von-Hess´sche Stiftung, das fordern Bürgerinnen und Bürger, sondern bauliche Investitionen der Stadt Hammelburg in das altehrwürdige Haus und eine Verlängerung der Übergangsfrist für die noch im Bürgerspital wohnenden Heiminsassen aus humanitären Gründen: Vermeidung von Todesfällen durch Umzugs- und Verlegungsstress.

 


Der Seniorenbeirat steht in der Kritik, weil er nicht mutig öffentlich Stellung bezieht für die Belange der Heimbewohner/innen, die ihr Zuhause verlieren bis Jahresende. Der Stadtrat benimmt sich wie ein rabiater Investor, der auf Jahresfrist entmietet. Das ist ein untragbares Verhalten sogenannt "christlicher" bzw. "sozialer" Parteien und Fraktionen.


 

 

 

Zahlen und Daten zur Bürgerspital-Stiftung:

 

► Gegründet 1343 durch Heinrich VI. von Hohenberg, Fürstabt von Fulda

► aktueller Grundbesitz (Äcker und andere Grundstücke) im Wert von 275 000 Euro ( Bewertung 2014)

Haus- und Grundbesitz (Bürgerspital und Waisenhaus): aktuelle Bewertung unbekannt

► Guthaben der Stiftung (2019): 183 000 Euro

► Schuldenstand der Stiftung (2019): 103 000 Euro

► Jahresdefizit 2015 - 2019: jeweils 40 000 Euro, das von der Stadt nicht ausgeglichen werden musste

 

 


Zum Vergleich:

Jahresdefizit der Stadtbibliothek (2021):   291.135 Euro

Jahredefizit des städtischen Kinderhorts (2021):  270 325 Euro (Quelle: CBB)


 

 

Im Zuge der Sanierung des städtebaulichen Umfeldes (Viehmakrt und Bahnhofstraße) des Bürgerspitals sind von Investoren-Seite Begehrlichkeiten auf das historische Hauptgebäude und benachbarte Waisenhaus entstanden. Durch die Sanierung des Viehmarkts (2014 - 2016) und der Bahnhofstraße (2020 - 2022) steigt der Immobilienwert des Hauptgebäudes in der Josef-Schultheis-Straße 1 und des ehemaligen Waisenhauses in der Spitalgasse. Verschiedene Investoren spekulieren auf Übernahme des Hausbesitzes der Bürgerspitalstifung in bestsanierter Altstadtlage, um die historischen Gebäude umzuwandeln in lukrative Eigentumswohnungen für Betreutes Wohnen. Nur noch finanziell sehr gut gestellte Seniorinnen und Senioren werden sich das "Betreute Wohnen" in bestsanierter Altstadtlage leisten können.

 

Vgl. aus dem Bericht der Saale-Zeitung vom 18. Oktober 2017, "Neues Denkmal in der Altstadt":

 

 "Schon seit Jahren steht das ehemalige Waisenhaus, in dem später auch die Kinderbewahranstalt untergebracht war, leer (...) Durch einen Vorstoß des Landesamts für Denkmalpflege (LfD) erfährt das Bauwerk (...) neue Aufmerksamkeit. Das LfD schätzt das Waisenhaus nach einer Begehung im vergangenen Jahr als würdig ein, in die Denkmalschutzliste aufgenommen zu werden. Die Einrichtung, die in den 1870er Jahren gebaut wurde, geht auf die private Stiftung von Carl von Heß zurück. Aufgrund dieses Ursprungs räumt das LfD dem Gebäude eine Bedeutung für die Sozialgeschichte der Stadt ein. Das geht aus einem Schreiben hervor, das Bürgermeister Warmuth (CSU) in der Stadtratssitzung zitierte. Auch die Gestalt des Waisenhauses hebt sich für das LfD städtebaulich und baukünstlerisch heraus. Die Stadtverwaltung sah keine Bedenken gegen einen Eintrag in die Denkmalliste. Schließlich habe keiner die Absicht, das Gebäude abzureißen, wie der Bürgermeister meinte. Und: "Wir wissen ja selber noch nicht richtig, was wir damit machen", sagte Warmuth. Das Waisenhaus gehört der von der Stadt verwalteten Bürgerspitalstiftung. Stadtbaumeister Detlef Mohr sprach sogar von Vorteilen, wenn die Stadt bei einem künftigen Vorhaben nicht selber Bauherr sein sollte. Dann könne sie über den Denkmalschutz Einfluss auf den Erhalt und die Gestaltung nehmen. Doch nicht alle Stadträte folgten dieser Argumentation. Denn auch wenn nichts Konkretes beschlossen ist, hatten sie die vor einiger Zeit in die Diskussion gebrachte Idee im Hinterkopf, das Waisenhaus zu sanieren und für betreutes Wohnen zu nutzen. Nun fürchteten sie Einschränkungen. "Als Investor würde ich das nicht wollen. Ich sehe eher Nachteile", bewertete Patrick Bindrum (CSU) die Denkmalschutzabsichten."

 

 

Quelle der o. g. Zahlen:

Saale-Zeitung/Mainpost, 19.06.2021, Bürgerspital: Erste Bewohner sind ausgezogen

 

 

 

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