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Stellungnahmen zu aktuellen kommunalpolitischen Themen


   

 

 

14.04.2022

 

Der fürchterliche Krieg: Wie diesen Wahnsinn stoppen?

 

Sehr viele Menschen in Europa wünschen sich nur eines: Frieden, Frieden, Frieden. Ein Ende des Krieges und der Kampfhandlungen in der Ukraine, ein Ende des fürchterlichen Tötens und Mordens. Es ist entsetzlich, in welcher Kriegsrhetorik sich Mitglieder der Grünen in Deutschland zur Zeit ergehen und die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine fordern. Es ist ein Versagen der Politik und Diplomatie auf breiter Linie. Nicht Waffenlieferungen an die Ukraine werden den Aggressor Putin stoppen, sondern alleine neue diplomatische Bemühungen und Versuche zu Waffenstillstandsgesprächen. Es geht um die Rettung Tausender Menschenleben. Der Krieg in Tschetschenien und in Syrien hat gezeigt, zu welch fürchterlichen Kriegshandlungen die russische Seite bereit ist. Der bevorstehende neue Angriff auf die Ostukraine wird fürchterlich. Es wäre jetzt - drei Tage vor Ostern - erste ethische Pflicht westlicher Politiker und Kirchenvertreter, das Gespräch zum Ziele einer Waffenruhe zu suchen, um die Ermordung Tausender ziviler Menschen und Soldaten in der Ostukraine zu verhindern. 

 

Es gibt zu einer friedlichen Koexistenz der Staaten Europas mit der russischen Förderation keine Alternative.

 

 

 


 

 

 

31.03.2022

 

Was ist im Hammelburger Stadtrat los?

 

Die Affäre um eine öffentliche Äußerung der Westheimer Stadträtin und Ortsbeauftragten Gabi Ebert (CSU, Fraktion "Freie Wählerschaft"), die in einem Facebook-Post die Rechtsstaatlichkeit Deutschlands angezweifelt hat, zieht sich dahin. Es steht die Frage im Raum, warum nicht längstens vor dem Stadtrat eine nichtöffentliche Anhörung zur Sache stattgefunden hat. Eine solche Anhörung der Betroffenen in nichtöffentlicher Sitzung zu gewähren, ist das Mindeste an politischem und menschlichem Grundanstand, was der Stadtrat aufbringen sollte, um den Konflikt einer Lösung zuzuführen. Frau Ebert hat sich für den Facebook-Post öffentlich entschuldigt. Wenn der Stadtrat diese Entschuldigung nicht annehmen will, kann er durch Beschlussfassung das Amt der Ortsbeauftragten wieder aberkennen. Wo liegt das Problem? Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass die Westheimer Stadträtin den regierenden Fraktionen jahrelang gut genug war als Stimmenbringerin für Fördermillionen-Großprojekte (Sanierung Viehmarkt, neues Bürgerhaus, Schulcampus, u. a.). Das sollten all diejenigen nicht vergessen, die sich jetzt gegen Frau Ebert öffentlich äußern. Bezugnehmend zu einem Lesebrief (Mainpost, 25.03.2022) sei an ein Wort Jesu erinnert: "Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein." (Johannes 8,6).

 

 

19.03.2022

 

Was tut sich in Hammelburg?

 

Aufnahme von ukrainischen Flüchtlingen im Bürgerspital

Diskussion um Westheimer Stadträtin Gabi Ebert

 

Die Welt hat zur Zeit wirklich andere Sorgen, als sich um einen gelöschten Facebook-Post der Stadträtin Gabi Ebert (Westheim/Hammelburg) zu kümmern. In dem Post, der drei Tage im Internet zu lesen war, hat Frau Ebert laut Presseberichterstattung der Saale-Zeitung die Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik Deutschland angezweifelt. Das ist natürlich ein starkes Stück im Angesicht von Staaten und Ländern, in denen es tatsächlich keine Rechtsstaatlichkeit gibt, z. B. in Russland, Syrien oder China, wo Diktatoren die Grund- und Menschenrechte mit Füßen treten: die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit und andere Grundrechte.

Frau Ebert, die bislang Mitglied der CSU war, hat sich für den Facebook-Post öffentlich entschuldigt. Diese Entschuldigung sollte vom Stadtrat angenommen werden. Der Stadtrat kann das Mandat der Westheimer Stadträtin, das durch die Kommunalwahl 2020 fundiert wurde, nicht rückgängig machen. Die umstrittene Äußerung stellt keine Straftat dar, es wird keine juristische Person beleidigt oder verleumdet. Der Post ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Das Amt der oder des Ortsbeauftragten kann jedoch neu bestimmt werden durch Mehrheitsbeschluss des Stadtrates oder durch eine basisdemokratische Abstimmung der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger Westheims. 

 

Im ehemaligen städtischen Pflegeheim der Stadt Hammelburg, das zum 31. Oktober 2021 für immer geschlossen wurde, sind zur Zeit ukrainische Frauen und Kinder untergebracht, die vor dem Angriffskrieg Putins geflohen sind. Diese Nutzung entspricht der Sozialbindung der Bürgerspitalstiftung. Die privat betriebene Corona-Teststation, die im Erdgeschoss des Bürgerspitals eingerichtet wurde, sollte umziehen, z. B. in das ehemalige Kupschgebäude. Es kann den Flüchtlingen nicht zugemutet werden, in einer Unterkunft zu wohnen, in der Corona positive Menschen zum Testen täglich ein- und ausgehen. 

 

 

 


 

 

16.03.2022

 

Ukrainekrieg: Die Kumpanei bundesdeutscher Politiker mit dem Diktator Putin (2000 - 2021)

 

Spätestens seit dem zweiten Tschetschenienkrieg (1999 - 2009) ist die Brutalität des russischen Präsidenten, Diktators und einstigen KGB-Agenten Putin hinreichend bekannt. Trotz schwerster Kriegsverbrechen der russischen Armee in Tschetschenien und später in Syrien wurde er von bundesdeutschen Politikern weiterhin hofiert und als Freund "umarmt": von Schröder (SPD) und von Merkel (CDU), sogar Söder und Stoiber (CSU) reisten noch 2020 nach Moskau trotz schwerster Kriegsverbrechen der russischen Luftwaffe in Syrien (Bombardierung von Aleppo 2016 und Idlib 2020).

Vgl. Süddeutsche Zeitung, 27. Januar 2020, Bayerischer Ministerpräsident: Nüchtern in Moskau

"So wie einst Strauß, Stoiber und Seehofer: Markus Söder besucht die russische Hauptstadt. Am Mittwoch trifft Söder auch Präsident Putin. Söder weiß natürlich, was für Erinnerungen er auslöst. Da werden viele wieder an den legendären Flug von Franz Josef Strauß denken. Im Dezember 1987 setzte sich der damalige bayerische Ministerpräsident selbst ans Steuer, um nach Moskau zu fliegen. Die Landung geriet zum Abenteuer. Wegen eines Schneetreibens war der Moskauer Flughafen gesperrt worden, Strauß landete trotzdem, weil kaum noch Sprit in der Maschine war. Mit an Bord waren Theo Waigel und Edmund Stoiber (...)." 

 

 

14.03.2022

 

Stoppt den Kriegswahnsinn in der Ukraine!

Der Krieg postsowjetischer Milliardäre darf nicht zum Weltkrieg eskalieren

 

Russische Kampfflugzeuge haben am Wochenende Ziele nahe der polnisch-ukrainischen Grenze angegriffen. Der ukrainische Präsident Selenskij forderte daraufhin in der Nacht zum heutigen Montag erneut die Einrichtung einer Flugverbotszone, d. h. den Kriegseintritt der Nato.

Das muss unbedingt verhindert werden. Es gibt zu Gesprächen mit und zwischen den Kriegsparteien keine Alternative. Das furchtbare Leiden der Zivilbevölkerung in der Ukraine muss beendet werden durch Verhandlungen mit dem Ziel einer sofortigen Feuerpause und Waffenruhe in der gesamten Ukraine.

Der Krieg postsowjetischer Oligarchen und Kleptokraten, die über Leichen gehen und millionenfaches Leid skrupellos in Kauf nehmen, muss beendet werden. Dieser Krieg darf sich nicht nach Westeuropa ausbreiten. Die Nato darf sich durch Angriffe nahe der polnischen Grenze zum Kriegseintritt nicht verführen lassen. Es wäre der Schritt in den dritten Weltkrieg.

 

Nicht nur Putin, auch Selenskij ist Teil der postsowjetischen Kleptokratie. Seit Jahren gibt es Hinweise auf Beziehungen zu einem der dubiosesten Oligarchen der Ukraine, Ihor Kolomoiskyj, bei dessen Fernsehsender 1+1 Selenskij unter Vertrag stand. Aus den "Pandora Papers", die am 2. Oktober 2021 publik wurden, geht hervor, dass der ukrainische Präsident vor seiner Wahl zusammen mit Partnern 40 Millionen Dollar von Kolomoiskij erhalten hat. Einen Teil der Einnahmen hat der ehemalige Komiker in Londoner Immobilien angelegt, einige Offshore-Firmen hat er vor Antritt seiner Präsidentschaft 2019 verkauft. Quelle: DerStandard, 19.02.2022, Ukraine-Konflikt: Wolodymyr Selenskyj: Ist er der richtige Mann?"

 

 


 

 

11.03.2022

 

EU verweigert der Ukraine den schnellen EU-Beitritt

 

Seit 2019 ist Selenskij demokratisch gewählter Staatspräsident der Ukraine, aber die Hoffnung vieler auf ein Ende der Korruption in fast allen Bereichen des ukrainischen Staatswesens hat sich bislang nicht erfüllt. "Krieg und Korruption dominieren weiter die Lage im Land. Nach einem Amtsjahr scheint klar: Staatschef Selenskij kann seine Versprechen nicht halten (...) Reformversprechen oder die Ansage, die Herrschaft der Wirtschaft und Politik beherrschenden Oiligarchen brechen zu wollen, weckten schon vor den Wahlen Skepsis. Schließlich verdankt Selenskij seine Karriere zu großen Teilen dem Milliardär Kolomoiskij. Vor Jahrefrist wurde er mit dessen massiver Unterstützung Präsident. Die Skeptiker behielten leider recht. Milliardäre wie Achmetov oder Kolomoiskij und etliche andere sind so mächtig wie je zuvor. Wie unter vorangegangenen Präsidenten scheint Selenskijs Wille zu echter Umgestaltung schon erlahmt zu sein, es werden Reformer wieder gefeuert, es wird in Kiew weiter nach dem Prinzip der Vetternwirtschaft regiert."

 

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 20. Mai 2020, Ukraine unter Präsident Selenskij, Die Enttäuschung

https://www.sueddeutsche.de/meinung/selenskij-ukraine-1.4912360

 


Die deutsche Bundesregierung sollte von Selenskij die Auflösung des rechtsnationalistischen Asov-Regiments fordern, das die Hafenstadt Mariupol gegen die russischen Invasoren verteidigt. Das Asov-Regiment wurde 2014 gegründet und ist Teil der ukrainischen Armee und Nationalgarde. In dem Freiwilligenverband kämpfen Männer mit ultranationalistischer und nationalsozialistischer Gesinnung. Als Erkennungszeichen tragen die Kämpfer ein Emblem mit einer Wolfsangel, einem Symbol, das auch Hitlers SS benutzte. Vgl. Bericht des Spiegel vom 04.03.2022, "Die Neonazis, die um die Ukraine kämpfen". 


 

 

10.03.2022


Humanitäre Hilfe und Waffenruhe

Deeskalieren: keine Lieferung von polnischen Kampfjets an die Ukraine

 

Seit 1999 ist Polen Mitglied der Nato. Die Lieferung von MiG-29-Kampflugzeugen an die Ukraine durch die polnische Regierung wäre de facto hochgefährlich und würde nichts anderes bedeuten als den furchtbaren Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine weiter zu eskalieren zu einem Schlagabtausch der atomaren Großmächte. Kampfjets eines Nato-Staates über der Ukraine könnten als Kriegseintritt der Nato betrachtet werden, es wäre der nächste eskalierender Schritt. Das Leiden der Zivilbevölkerung muss sofort beendet werden durch deeskalierende politische Maßnahmen: Verhandlungen zur einer dauerhaften Waffenruhe und zu humanitärer Hilfe. Der Westen darf sich weder zum Handlanger russischer noch ukrainischer Oligarchen machen, die an einer Eskalation des Krieges mit Waffenhandel Milliarden verdienen. Die Ukraine war und ist trotz demokratischer Wahlen noch immer kein Rechtsstaat. Das ukrainische Staatswesen ist durchdrungen von Oilgarchen und Korruption. Dem Aufruf Selenskijs zum "Krieg bis zum letzten" ist mit sehr großer Skepsis und Vorsicht zu begegnen. 

 

Vgl. Süddeutsche Zeitung vom 25.01.2021: "Ukraine, korrupt wie eh und je"

https://www.sueddeutsche.de/meinung/ukraine-korrupt-wie-eh-und-je-1.5217924

 

"Selten ist ein Präsident in der Gunst seiner Wähler so schnell und so steil abgestürzt wie Wolodimir Selenskij in der Ukraine. Weniger als zwei Jahre nach seinem triumphalen Sieg über Amtsinhaber Petro Poroschenko würde laut Umfragen gerade noch ein Fünftel der Ukrainer in einem ersten Wahlgang für Selenskij stimmen (...) Der Hauptgrund für Selenskijs Absturz aber ist sein Unwille zu echten Reformen. Selenskij führt das postsowjetische Herrschaftssystem fort und akzeptiert Korruption und Rechtlosigkeit im Austausch dafür, dass er und sein Apparat weitgehend die Kontrolle behalten. Selenskij hat mit der Ausnahme seines Vorgehens gegen den kremlnahen Politiker und Medienmogul Wiktor Medwedtschuk nichts getan, um die Macht der Oligarchen über weite Teile der Politik (...) aufzubrechen." Quelle: https://www.sueddeutsche.de/meinung/ukraine-korrupt-wie-eh-und-je-1.5217924

 
 

09.03.2022

 

Ein dritter Weltkrieg darf nicht riskiert werden

Kein Kriegseintritt der Nato

 

Im Kampf gegen den russichen Aggressor Putin, der am 24. Februar die Ukraine überfallen hat, fordert der ukrainische Präsident, der Komiker Selenskij,  "den Kampf bis zum Letzten" und die Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine. Es ist hinlänglich bekannt, was dies bedeuten würde: Kriegseintritt der Nato und dritter Weltkrieg. In der Abwehr des russischen Aggressors muss die Sicherheit der Nato-Staaten und ihrer Partner unbedingt gewahrt bleiben. "Einen Krieg bis zum Letzten" darf es nicht geben.

Sowohl Putin als auch Selenskij sind Vertreter eines völlig korrupten und von Oligarchen beherrschten Staatsapparates. Es sind russische und ukrainische Waffenhändler, die am Krieg Milliarden verdienen und kriegstreibend hinter den politischen Anführern stehen:

 

"Seit über zwei Jahrzehnten versucht die EU, ihren "strategischen Partner" Ukraine zu fördern: mit Zuschüssen, Krediten und immer neuen Berater- und Förderprogrammen. Doch noch immer teilen Oligarchen, hohe Staatsdiener und korrupte Staatsanwälte und Richter den Staat unter sich auf, verschwinden Milliarden ins Ausland, ist die Ukraine mit wenigen Ausnahmen beim Aufbau eines Rechtsstaates ebenso wenig vorangekommen wie beim Kampf gegen die Korruption, so der ECA-Bericht "Bekämpfung der Großkorruption in der Ukraine".

 

► Quelle: Süddeutsche Zeitung, 23.09.2021, Ukraine - Haus ohne Fundament

► https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-korruption-rechnungshof-1.5419576

 

 

28.02.2022

 

Krieg in der Ukraine: Waffenlieferungen helfen nicht

Die Angst vor einem Atomkrieg wächst

 

Der russische Aggressor wird durch Waffenlieferungen der deutschen Bundesregierung und der EU nicht zu stoppen sein, auch nicht durch wirtschaftliche Sanktionen. Im Gegenteil, diese Maßnahmen stacheln den Aggressor weiter an. Es muss jetzt alles getan werden, um das Töten und Sterben in der Ukraine zu beenden und eine Eskalation und Ausweitung des Krieges zu verhindern. Es gibt keinen anderen Weg, als mit dem Aggressor in Waffenstillstandsgesprächen jetzt und sofort zu verhandeln. Das Töten und Sterben in der Ukraine muss so schnell wie möglich gestoppt werden, jede weitere Eskalation des Krieges zu einem Luft- und Atomkrieg mit der drohenden Bombardierung von Atomkraftwerken in der Ukraine und in anderen Staaten Osteuropas muss verhindert werden.

Die Sicherheit der Bundesrepublik und anderer EU-Staaten ist im Moment extrem gefährdet. Waffenlieferungen an die Ukraine helfen nicht weiter. Der Aggressor ist nicht zu stoppen durch Waffengewalt. Es gibt keine Alternative zu Gesprächen. Die Sicherheit der Bürger der EU-Staaten steht jetzt an erster Stelle, Schaden muss von den Bürgern des Landes abgehalten werden. Das beinhaltet der Eid des deutschen Bundeskanzlers. Die Angst vor einem Luft- und Atomkrieg, der sich auf ganz Europa ausweitet, ist sehr groß. Es muss jetzt von der Bundesregierung alles getan werden, um eine Eskalation des Krieges in der Ukraine zu verhindern. Die Bombardierung von Atomkraftwerken durch die russische Luftwaffe muss verhindert werden durch Waffenstillstandsgespräche.

 

Die gestrige Rede und Regierungserklärung des Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) gießt Öl ins Feuer des Aggressors. Es war keine kluge öffentliche Rede, die deeskaliert. Im Gegenteil: die Sicherheit der Bundesrepublik und anderer Nato- bzw. EU-Staaten ist mehr denn je  gefährdet. Wenn es dem Aggressor einfällt, greift er nicht nur Polen, Tschechien, die Slowakei und die Staaten des Baltikums an, sondern auch Berlin. Die Bombardierung eines einzigen Atomkraftwerks in der Ukraine trifft uns alle. Die Sorge vor einem Atomkrieg in Europa treibt zur Zeit sehr viele Menschen auf die Straße.

 

 

 


 

 

 

27.02.2022

 

Neues Bürgerhaus - Schaffung eines Gedenkens für jüdische Familie


Antrag an den Landrat des Kreises Bad Kissingen

Antrag an Sandro Kirchner, MdL und bayerischer Staatsekretär des Innern

 

Das neue Bürgerhaus in Hammelburg hat eine jüdische Vergangenheit, die im Stadtarchiv Hammelburg hinreichend dokumentiert ist. Die politischen Mandatsträger des Landkreises Bad Kissingen, MdL Sandro Kirchner (CSU) und Landrat Thomas Bold (CSU), werden gebeten, sich für ein sichtbares Gedenken im Stadtbild am neuen Bürgerhaus einzusetzen.

Auch der staatliche Zuschussgeber, die Regierung von Unterfranken, die das neue Bürgerhaus mit 4,32 Millionen Euro fördert, wird gebeten, aus diesen Mitteln des Steuerzahlers ein Gedenken an die einst jüdische Vergangenheit des Bürgerhauses zu finanzieren. Leider hat der Stadtrat in Hammelburg die jüdische Historie des Bestandsgebäudes, auf dessen Grundfläche nun das neue Bürgerhaus entsteht, bislang vollständig ignoriert. 

 

 

Stadtarchiv Hammelburg, Karl Stöckner, Seite 131/5

Fundmaterialien von einstmaligen jüdischen Bürgern Hammelburgs

 

Schreiben der Gestapo Würzburg vom 14.8.1940 an den damaligen Landrat in Hammelburg mit Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft für die einstigen Bewohner des Hauses am Buttenmarkt, auf dessen Grundfläche nun das neue Bürgerhaus errichtet wird: Arnold Hamburger, geb. 25.6.1882 in Hammelburg; Berta Hamburger, geb. Strauß, geb. am 26.10.1886 in Niederstetten; Ilse Babette Hamburger, geb. am 19.3.1912 in Hammelburg; Erich Emanuel Hamburger, geb. am 26.12.1917 in Hammelburg. Nachfahren der Familie leben noch heute in den USA. 

 


 

 

26.02.2022

 

Jüdische Stadtgeschichte in Hammelburg

Das jüdische Viertel hinter dem Rathaus am Buttenmarkt (nach 1854 - 1938)

 

 

Ortsblatt Hammelburg 1846

 

Nach dem Stadtbrand von 1854 beteiligten sich jüdische Familien, auch von auswärts, am Wiederaufbau der niedergebrannten Stadt. Hinter dem Hammelburger Rathaus entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein jüdisches Wohn- und Gewerbeviertel, am heutigen Buttenmarkt, in der Frobeniusstraße 2- 4 und in der damaligen Kirchgasse 1 - 5.

Hier wurden die Familien Hamburger, Schuster, Katz und Hanauer ansässig: Kirchgasse 1: Maier und Arnold Hamburger bis 1938 (heute neues Bürgerhaus), Frobeniusstraße 2 und 4: Isidor Schuster und Markus Katz, später Frieda Katz bis 1935 (heute städtisches Verwaltungsgebäude und städtische Markthalle); Kirchgasse 3: Heinrich Katz junior bis 1936 (heute: Privathaus); Kirchgasse 5: Baruch Hanauer, geb. 1845 in Westheim, Viehhändler, von 1875 - 1899 in Hammelburg ansässig, Bürgerrechtsverleihung am 14.05.1875, Geburt der Kinder in Hammelburg: Bertha 1876, Felix 1877, Alfred 1878, Karl 1885 und Rosette 1889. Sie überlebten den Holocaust durch Flucht und Emigration.

 

Die Regierung von Unterfranken fördert das neue Bügerhaus mit 4,32 Millionen Euro aus Steuermitteln. Der Steuerzahler, der den Neubau mit insgesamt über 7,2 Millionen Euro finanziert, hat ein Recht darauf, dass die jüdische Bauhistorie des niedergerissenen Bestandsgebäudes am Buttenmarkt von der Stadt nicht unterschlagen wird. Die Kirchgasse 1 (alte Hausnr. 9) am Buttenmarkt war nachweislich durch Daten und Dokumente des Standesamtes und des Stadtarchivs Hammelburg - bis 1938 - der Wohnsitz der jüdischen Familie Hamburger.

Das bis 2021 existierende historische Gebäude hätte auch im Bestand saniert und mit einem Neubau zum Marktplatz hin verbunden werden können. Die gnadenlose Abrisspolitik in Hammelburg muss gestoppt werden. Der Klimaschutz darf nicht dazu missbraucht werden, historische Bausubstanz, die sehr wohl im Bestand erhalten und saniert werden könnte, niederzureißen. Das neue Bürgerhaus wird nicht nur sehr hässlich aussehen, es hat auch von der Aufarbeitung und Darstellung seiner Bauhistorie her keine öffentliche Vorbildfunktion.

 

 

Gnadenlose Abrisspolitik in Hammelburg 2021 - Beseitigung historisch jüdischer Häuser aus dem Stadtbild

durch die Stadt, Körperschaft des öffentlichen Rechts,

das kann doch so nicht weitergehen. Was ist mit dem Sanierungsbeirat und Stadtrat los?

 

 

Bis heute verboten in Hammelburg: die Verlegung von "Stolpersteinen"

 


Die Verlegung von "Stolpersteinen" hat der Hammelburger Stadtrat 2010 und 2021 erneut verboten. Die 2011 geschaffene Gedenktafel am Seelhausplatz ist fehlerhaft und nennt über ein Dutzend Namen ermordeter jüdischer Kinder, Jugendlicher und Erwachsener nicht. In der Ausschreibung zum Wettbewerb für das neue Bürgerhaus (2016) wurde die jüdische Historie des Bestandsgebäudes am Buttenmarkt vollständig verschwiegen. So kann der Umgang mit der jüdischen Vergangenheit in Hammelburg - durch die politischen Mandats- und Entscheidungsträger - nicht mehr weitergehen. Zeitzeugen wissen ganz genau, wessen Haus am Buttenmarkt für das neue Bürgerhaus niedergerissen wurde. Verschweigen und erinnerungslos abreißen, wo eine Sanierung im Bestand möglih gewesen wäre, einen solchen Städtebau der öffentlichen Hand - 89 Jahre nach 1933 - muss weder der Steuerzahler noch die Regierung finanzieren.


 

 

25.02.2022 

 

Der Überfall Putins auf die Ukraine - Deutsche Geschichte verpflichtet zur Hilfe

 

Die Menschen in der Ukraine haben vor rund 90 Jahren (in den 1930er Jahren) Furchtbares mitgemacht unter Stalin im sog. Holodomor mit Millionen Hungertoten. Nur wenige Jahre später 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion und Ukraine und richtete dort unfassbare Pogrome und Massaker an. In der Schlucht von Babyn Jar bei Kiew wurden am 29./30. September 1941 innerhalb von 48 Stunden mehr als 33 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder von deutschen Sondereinsatztruppen erschossen.

 

► Das Massaker von Babyn Jar

► Das Massaker von Korjukiwka

► Die Massaker von Poltawa

► Der Holocaust in der Ukraine

 

Die Yad Vashem Data Base ist voll mit den Namen ukrainischer Juden, die nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht entweder sofort erschossen oder in die Vernichtungslager  deportiert wurden.  Im Angesicht der entsetzlichen Verbrechen, die in der Zeit des Zweiten Weltkrieges von Deutschen in der Ukraine begangen wurde, ist Deutschland jetzt zur Hilfe verpflichtet, aber nicht im Alleingang, sondern nur unter der Flagge der NATO-Partnerschaft. Die NATO, gegründet am 4. April 1949, ist die Institution, die jetzt handeln müsste, um Putin in die Schranken zu weisen.

 

 

24.02.2022

 

Jewish Places in Hammelburg: Buttenmarkt

Einstiger Wohnsitz der jüdischen Familien Katz und Hamburger

 

 

Sowohl die städtische Markthalle (Bildmitte) als auch das neue Bürgerhaus, das zur Zeit am Buttenmarkt entsteht,  haben eine jüdische Vergangenheit. Der Platz hinter dem Rathaus war bis in die NS-Zeit von jüdischen Familien bewohnt. Hier befanden sich bis zur Zwangsenteignung 1936/38 die Anwesen der jüdischen Familien Arnold Hamburger (Kirchgasse 1), Frieda Katz (Frobeniusstraße 4) und deren Sohnes Heinrich Katz (Kirchgasse 3).

 

   

 

Neue Hausnummerierung 1934

 

 

Hammelburger Zeitung, 13.06.1935

 

Frieda Katz, geb. Palm, wurde 1871 in Sommerhausen geboren. Sie heiratete 1891 im Alter von 20 Jahren den jüdischen Weinhändler Markus Katz, geb. 1864 in Hammelburg, Sohn des Heinrich Katz senior (1821 - 1885). Drei Kinder wurden dem jüdischen Ehepaar geboren: Heinrich (*1893), Emilie (*1896) und Theodora (* 1902), auch Feodora oder Dora genannt. Der Wohnsitz der jüdischen Familie war die heutige Frobeniusstraße 2 - 4.

1920 starb der Vater Markus Katz im Alter von 56 Jahren. Mutter Frieda und Sohn Heinrich, der in der Kirchgasse 3 sesshaft wurde, führten das Geschäft, den Weinhandel und die Essigfabrik, weiter. 1925 verkaufte Frieda einen Teil des familiären Grundbesitzes in der Frobeniusstraße 2 an die Stadt zur Errichtung eines Neubaus des Progymnasiums. Der Neubau wurde 1926 fertiggestellt und seiner Bestimmung übergeben.

 

In der NS-Zeit wurde die jüdische Weinhändlersfamilie Opfer des Boykotts der jüdischen Geschäfte, der schlagartig am 1. April 1933 auch in Hammelburg begann. Jüdische Weinhändler durften ihre Waren nicht mehr an Geschäfte und Gastronomen der Stadt verkaufen. Der Umsatz brach schlagartig ein. 1933 gab es noch drei jüdische Weinhändler in Hammelburg: Heinrich Katz junior mit Mutter Frieda und die Brüder Max und Arnold Stühler (Weinhandel und Spirituosenbrennerei). 

 

 

Das einstige Haus des Heinrich Katz (junior) in der Kirchgasse 3

Das jüdische Haus ging am 24. 11. 1936 durch Unterwertverkauf in den Besitz eines "rein-arischen" Beamten des damaligen Finanzamtes Hammelburg über. Am 13. Januar 1937 verließ Heinrich Katz im Alter von 44 Jahren seine Heimatstadt für immer und wanderte mit Ehefrau Rosa, geb. Selling, nach Amerika aus, nach Vineland, New York, East Chestnut Ave. Route 2 mail box 323. Die beiden Schwestern - Dora Katz und Emilie, verheiratete Kohls - wurden Opfer des Holocaust. Emilie war am 7. Mai 1935 mit Ehemann Max Kohls von Hammelburg nach Frankfurt a. M. umgezogen. Dora kam am 17. Oktober 1936 nach. Ihr Wohnsitz in Frankfurt a. M. war die Eschersheimer Landstraße 67/I (Quellennachweis: Stadtarchiv Hammelburg, Karl Stöckner, Fundmaterialien von einstmaligen jüdischen Bürgern Hammelburgs, Seite 35). Zeitzeugen der NS-Zeit erzählen bis heute, dass sich Dora Katz 1936 wochenlang vor dem Zugriff der Gestapo in einer Farbtonne des Hammelburger Malermeisters August Müller versteckt hat, bevor sie nach Frankfurt geflohen ist. Ihr Wohnsitz in Hammelburg war bis dahin die von-Hess-Straße 14. Das Haus wurde am 4.5.1939 vom damaligen Bezirkskrankenhaus in Besitz übernommen und nach 1939 abgerissen. Dora Katz besaß ein Klavier, so berichten Zeitzeugen, das die NS-Zeit überlebt hat. 

 

 

 Emilie Kohls, geb. Katz, geboren 1896 in Hammelburg,

Tochter der Frieda und des Heinrich Katz, wohnhaft am Buttenmarkt bis 1935,

letzter Wohnsitz in Frankfurt a. M., Eschersheimer Landstraße 67

"evakuiert " -  Opfer des Holocaust - verschollen

 

Quelle: Arolsen Archives

 


 

 

23.02.2022

 

Jüdische Stadtgeschichte

Die einstige Mikwe am Niedertor: Abiss 1931/32 

 

328 Jahre lang hatte die Jüdische Gemeinde Hammelburg ein rituelles Kaltbad, eine Mikwe, am Niedertor. Diese Einrichtung verschwand zu einer Zeit aus dem Stadtbild, als der Nationalsozialismus bereits massiv in Hammelburg agierte und sein Unwesen trieb. Es kam 1929/1930 zu einer ersten Phase der Arisierung, d. h. jüdische Einrichtungen, Häuser und Geschäfte gingen in nichtjüdischen Besitz über. Aus dem Stadtbild verschwanden um 1930/31:

 

das jüdische Schuhhaus Albert Capell (1930), Weihertorstraße 1 (heutige Hausnr.)

das jüdische Geschäft Kurt Steinkritzer (1929), Marktplatz 14 (heutige Hausnr.)

das jüdische Geschäft Ludwig Schuster (1930), Kissinger Straße 12 (heutige Hausnr.)

das jüdische Geschäft Ferdinand Nussbaum (1931), Kissinger Straße 17 (heutige Hausnr.)

das jüdische Kaltbad am Niedertor (1931/32), Bahnhofstraße 55 (heutige Hausnr.)

 

   

 

Mikwe am Niedertor um 1920 

 

 

Neubau eines Privathauses 1932 

 


Der Kultusvorstand der Jüdischen Gemeinde (Hammelburg) war in der Zeit der ersten Arisierung Arnold Stühler (1928 - 1933). Er war Inhaber der Spirituosenbrennerei in der Josef-Schultheiß-Str. 8. Er starb am 23. Februar 1935 nach langer schwerer Krankheit. Die Veräußerung und den Abriss der Mikwe am Niedertor konnte er nicht verhindern. 


 

 

 Arnold Stühler, Kultusvorstand 1928 - 1933

Opfer des Nationalsozialismus (+ 23.2.1935 in Hammelburg)

Jüdischer Friedhof Pfaffenhausen/Hammelburg, Grabstein Reihe 40

 

Sein Nachfolger im Amt wurde (1933 - 35) August Stühler. Der Sohn und Inhaber des Schuhgeschäfts "Bernhard Stühler" am Marktplatz 7 floh 1936 mit Familie nach Südafrika. Im März 1936 musste dessen Nachfolger im Kultusvorstand, Julius Mantel, Inhaber des Geschäfts "Emanuel Stern" am Marktplatz 8, die Synagoge und das jüdische Schulhaus in der Dalbergstraße 57 an die Stadt verkaufen. Nach dem Pogrom mussten weitere Besitztümer der Kultusgemeinde an die Stadt/Bürgerspitalstiftung veräußert werden, laut Urkundenrolle Nr. 236 vom 10.02.1939 folgende Grundstücke:

 

Wiese im Kirchgrund, Pl. Nr. 2413, 620 qm

Wiese im Kirchgrund, Pl. Nr. 2414, 890 qm

Wiese am alten Graben, Pl. Nr. 7215, 530 qm

Acker am alten Graben, Pl. Nr. 7216, 500 qm

Wiese am alten Graben, Pl. Nr. 7217, 970 qm

 

 

Was mit dem Finanzvermögen der Kultusgemeinde nach 1939 geschehen ist, ist unbekannt.  In der Zeit von 1931 - 1939 verlor die Jüdische Gemeinde Hammelburg sämtliche Besitztümer und religiöse Einrichtungen: die Mikwe am Niedertor 1931/32, die Synagoge mit jüdischer Religionsschule und neuer Mikwe im Innenhof der Synagoge, Dalbergstraße 57 (1936),  den Schabbesgarten an der Berliner Straße 2 und Wiesen und Äcker im Kirchgrund und am alten Graben (1939). 

 

 


Quellennachweis: Stöckner Karl, Fundmaterialien von einstmaligen jüdischen Bürgern Hammelburgs, S. 121, Stadtarchiv Hammelburg, im Jahr 2000.


 

 

22.02.2022

 

Jüdische Stadtgeschichte

Die Mikwe am Niedertor: 1604 - ca. 1930

 

Im Ortsblatt Hammelburg von 1846, das von der Bayerischen Landesbibliothek Online (BLO) veröffentlicht wurde, ist die einstige historische Mikwe der Jüdischen Gemeinde Hammelburg mit der Plannummer 108 noch zu finden. Das im Jahr 1604 eingerichtete jüdische "Kaltbad" befand sich westlich des Niedertores außerhalb der nördlichen Stadtmauer.

Das langgezogene Grundstück der Mikwe grenzte an die Stadtmauer unmittelbar an und war von allen Seiten von einer Steinmauer schützend umgeben. Das Grundstück der Mikwe reichte vom Niedertor bis zum Langen Graben hinab (heute: Turnhouter Straße). In der Weimarer Zeit verkaufte die Jüdische Gemeinde die Liegenschaft an privat und verlegte die Mikwe in den Hof der Synagoge (Dalbergstraße 57).

 

 

 Quelle: Bayer. Landesbibliothek Online (BLO), Ortsblatt Hammelburg 1846 

 

Links oben im Bild: das einstige "Niederthor" mit dem Stadtquartier, das zur Zeit überplant wird. Rechts unten im Bild: die einstige Synagoge in der Judengasse (heute Dalbergstraße) mit Eingang zum Innenhof der Synagoge zwischen den Plannummern 298 und 299. Um 1863 erwarb die Jüdische Gemeinde die Plannummer 298 und erbaute dort eine jüdische Schule mit Lehrerwohnung.

Die Religionslehrer der Jüdische Gemeinde Hammelburg waren: Carl Blümlein (1863 - 1871); Jakob Geßner (1875 - 1906); Leopold Freudenberger (1906 - 1907); Samuel Gundersheimer (1907 - 1908); Moses Rosenberger (bis 1932); Karl Adler (1932 - 1933); Hermann Mahlermann (1935 - 10. Nov. 1938).

 

21.02.2022

 

Bahnhofstraße 45 - 55: städtebauliche Neugestaltung 

 

Wann legt der Stadtrat die Planungen zum Umbau des Kupschgebäudes (47 - 49) offen? An wen wird das städtische Gebäude verkauft und an welcher Stelle entsteht eine Passage zum Langen Graben? Wird die historische Gasse wiederhergestellt, die rechts neben dem einstigen Gasthaus "Drei König" (Haus Nr. 47) zum Langen Graben führte?

Weitere Fragen betreffen das denkmalgeschützte Haus Nr. 53, rechts neben dem "Bayerischen Hof", und das seit vielen Jahren leerstehende Gebäude der Firma Hufnagel in der Bahnhofstraße 55 (Hufnagel Alois, Schreinerei). Hier befand sich auf Höhe des einstigen Niedertors seit 1604 bis Mitte der 1920er Jahre die Mikwe der Jüdischen Gemeinde Hammelburg. Diese wurde in der Weimarer Zeit in den Innenhof der Synagoge (Dalbergstraße 57) verlegt und am Tag des Pogroms (10. November 1938) von der SA zerstört. 

 

 

Zweites Haus rechts: das Haus Bahnhofstraße 53 (denkmalgeschützt)

Erstes Haus rechts am einstigen Niedertor: die historische Mikwe (1604 - ca. 1925)

 

In der "Chronik der Stadt Hammelburg" (Heinrich Ullrich) heißt es auf Seite 182: "Im Jahre 1604 erlaubte der Fürstabt den Juden `ein Kaltbad entweder in ihren Häusern oder umb die Stadtmauer, do es ihnen bequem sei` einzurichten. Es fand seinen Platz in der Nähe des Niedertores." Foto oben: die Bahnhofstraße in der frühen Weimarer Zeit, Reste des Niedertores standen noch, ebenso das rituelle jüdische Bad, das von einer Mauer umgeben war. Die Mikwe hatte im Innenraum ein tieferliegendes Becken mit einem fließenden Gewässer, das den jüdischen Frauen einmal im Monat zur rituellen Reinigung diente. Die Jüdische Gemeinde verkaufte in den 1920er Jahren das Grundstück mit der alten Mikwe an privat und erbaute im Innenhof der Synagoge eine neue Mikwe, die im November 1938 geschändet wurde.

  

 

Autofreie Bahnhofstraße: 1920er Jahre 

Rechts im Bild: Fachwerkhaus, Bahnhofstraße 45, neu gestrichen und noch mit Türbogen von 1590,

rechts daneben Gasthaus "Drei König" mit Fußweg hinter zum Langen Graben

 

 

Rechts: Gasthaus "Drei König", Fußweg zum Langen Graben rechts

Links: Fachwerkhaus von 1590, Bäckerei Valentin Burger

Historische Postkarte, gelaufen 1940

 

 

Bahnhofstraße 51: Gasthof "Bayerischer Hof", Michael Herrlein

Das Haus links Bahnhofsraße 49 (Dr. Bruno Oschmann) war unmittelbar angebaut, Abriss 1975/76

 

 

19.02.2022


Wiederbelebung der Bahnhofstraße - Verkehrsberuhigung - Klimaschutz

 


Fußgängerzone vom Marktplatz bis zur Dalbergstraße

Wieder ein Lebensmittelmarkt mit Bäcker im Kupschgebäude


 

Endlich nach vielen Jahrzehnten der Diskussion wünschen sich sehr viele Bürger/innen der Altstadt und vor allem Anwohner der Bahnhofstraße eine konsequente Verkehrsberuhigung, d. h. eine Fußgängerzone und eine reine Radfahrerstraße in der neu sanierten Straße vom Marktplatz bis zur Dalbergstraße. Die dicken Autos, die dann noch als Anlieger und Lieferanten herumfahren, reichen zur Genüge.

Es ist jammerschade, welchen Raum bereits jetzt schon die Anliegerparkplätze in den sanierten Abschnitten der Bahnhofstraße einnehmen, die mit gelben Klebestreifen markiert wurden. Das sieht im Übrigen überhaupt nicht schön aus. Diese Anwohnerstellplätze beanspruchen die Hälfte der teuer sanierten Straßenbreite. 3,4 Millionen Euro für die Schaffung von Bewohnerparkflächen für dicke Autos?? Das kann nicht der Sinn einer teuren Straßensanierung in Zeiten des Klimawandels sein.

Hier müssen andere Lösungen her. Auf diesem Hintergrund ist die Schaffung neuer Bewohnerparkplätze am Langen Graben hinter dem Kupschgebäude durch Abriss des Anlieferbereichs des einstigen Einkaufsmarktes eine reale Option.  Wann kommen hierzu die Pläne endlich auf den Tisch? Wann rückt der Stadtrat heraus und erklärt der Öffentlichkeit, an wen das Kupschgebäude zu welchem Preis von der Stadt wieder verkauft wird und was der oder die neuen Besitzer hier vorhaben? 

 

► Was hat die Stadt 2019 für den Erwerb der Kupsch-Immobilie bezahlt?  

► Zu welchem Preis soll die städtische Immobilie 2022 wieder verkauft werden?

 

Der Steuerzahler darf das wissen, weil es um Mittel des städtischen Haushaltes geht. Die Einrichtung eines privaten  Künstlerateliers im Kupschgebäude wurde bereits angekündigt. Das sind aber reine Privatinteressen. Wann berücksichtigt der Stadtrat den essentiellen Wunsch der Bürgerschaft und Allgemeinheit, in der Bahnhofstraße schlicht und einfach wieder einen fußläufigen Einkaufsmarkt des täglichen Lebensmittelbedarfs zu haben? Etwas zum Essen und Kochen, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates, ist das so schwer zu begreifen?

Wenn diese Lebensmittel dann noch aus der Region kommen und biologisch ohne Pestizide angebaut wurden, umso besser. Wenn die Lebensmittel nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß oder mit dem Fahrrad eingekauft werden, so ist das für den Klimaschutz wirklich sehr zufriedenstellend. Dazu muss man aber keine eigene Organisation der Dirketvermakrtung gründen, das dauert zu lange und ist zu komplex. Es gibt in der Lebensmittelbranche Anbieter, die kleinere City-Läden im Konzept haben und auch regional angebaute Produkte in ihr Sortiment aufnehmen. 

Nicht länger herumdrucksen, sonder endlich die Planungen zum Kupschgebäude öffentlich machen. Die Hammelburger wissen doch längstens, an wen die Immobilie verkauft werden soll. Was sind die Bitten der Allgemeinheit an den Bauunternehmer? Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus/Bahnhofstraße 45 nicht abreißen, sondern im Bestand sanieren. Im Kupschgebäude einen fußläufigen Lebensmittelmarkt wieder einrichten mit Bäcker, Café- und Mittagstischbereich - und Bewohnerstellplätze am Langen Graben. Bitte handeln, endlich die Planungen öffentlich machen und in die Tat umsetzen.

 

 

18.02.2022

 

Kupschimmobilie soll wieder verkauft werden

 

Am 27. August 2018 beschloss der Ferienausschuss des Stadtrates bezüglich der Kupschimmobilie das städtische Vorkaufsrecht wahrzunehmen. Die Vorbesitzerin hatte das seit sechs Jahren leerstehende Wohn- und Geschäftshaus an einen auswärtigen Investor verkauft.

Die Immobilie war bereits verkauft, als der Ferienausschuss in den Sommerferien 2018 kurz vor Fristablauf beschloss, das Vorkaufsrecht zu beanspruchen, um in den privaten Kaufvertrag an die Stelle des auswärtigen Investors einzutreten. Nach längerem Rechtsstreit wurde die Stadt im Oktober 2019 Eigentümerin des Kupschgebäudes, auch das gegenüberliegende Schoberhaus musste miterworben werden. 

Vgl. Pressebericht der Saale-Zeitung vom 26.10.2019: "Kupschgebäude gehört nun der Stadt"

Nun aber soll das stadteigene Gebäude schon wieder verkauft werden und zwar an einen Mandatsträger des Stadtrates. Ist das rechtlich überhaupt zulässig? War die Geltendmachung des Vorkaufsrechts 2018 nur Mittel zum Zweck, um die Immobilie demnächst an einen stadtbekannten Mandatsträger weiterzureichen?

 

► Was hat die Stadt 2018 für die Kupschimmobilie bezahlt? 400 000 Euro?

► Durch die Sanierung der Bahnhofstraße gewinnt die Immobilie an Wert.

► Was verlangt der Stadtrat 2022 von demjenigen Stadtrat, der die Immobilie kaufen wird?

► Bekanntlich darf eine Kommune keinen Unterwertverkauf begehen.

► Wird der Verkauf öffentlich ausgeschrieben?

 

 

17.02.2022

 

Stadtumbau in Hammelburg

Das einstige "Kupschgebäude": Leerstand seit zehn Jahren

 



Seit 2012 steht das einstige Neukauf- und Kupsch-Gebäude (links im Bild) leer.

 

Durch den Neubau eines sog. "Fachmarktzentrums" verlagerte sich das Einkaufsleben der einstigen Hauptgeschäftsstraße Hammelburgs, der Bahnhofstraße, an den östlichen Stadtrand mit allen Folgen für den Einzelhandel der Innenstadt und für den Verkehr in den Zubringerstraßen (Seeshofer Straße, Rote-Kreuz-Straße, u. a.). Nach Eröffnung der neuen Discounter schlossen im Stadtzentrum reihenweise Geschäfte. Leerstand an Leerstand reiht sich bis heute in der Bahnhofstraße.

Derselbe CSU-Stadt- und Kreisrat und Bauunternehmer, der 2011 das Fachmarktzentrum erbaute, plant nun den Umbau des Kupsch-Areals. Wird das benachbarte Fachwerkhaus (Bahnhofstraße 45) abgerissen? Hinter den Häusern der Bahnhofstraße 45 - 49 sollen Bewohner-Parkplätze entstehen durch Abriss von Bestandsgebäuden. Der geplante Abriss betrifft auch eine Scheune, die zum Anwesen des Fachwerkhauses gehört. Bleibt zumindest das Fachwerkhaus bestehen oder muss es einem geplanten Fußweg, der von der Bahnhofstraße zu den Stellplätzen am Langen Graben führt, weichen? 

 

►  Wann legt der Stadtrat die bereits bestehende Planung offen?

►  Wird das Kupschgebäude an Bindrum verkauft?

 

Städtebaulicher Rückblick: Das dreigieblige Kupsch-Gebäude entstand in den 1970er Jahren durch Abriss zweier Häuser. Die Hausnummer Bahnhofstraße 47 (alte Hausnr. 72) war das einstige Gasthaus "Drei König", Schreiner Martin; das Haus Bahnhofstraße 49 (alte Hausnr. 73) war das Haus des praktischen Arztes Dr. Bruno Oschmann, Verfolgter der NS-Zeit, Entzug der Approbation, weil er sowjetische Kriegsgefangene, die bei Landwirten der Region Zwangsarbeit leisten mussten, ärztlich behandelt hat.

 

 

Bahnhofstraße 1960er Jahre - ganz rechts im Bild: Haus des Dr. Bruno Oschmann, dreigeschossig

 

 

Neue Hausnummerierung (Hammelburger Zeitung, 21. April 1934)

Bildmitte: Bahnhofstraße, alte und neue Hausnummern

 


 Vgl. auch Kirchgasse 1: Hamburger Arnold, Viehhändler (heute: neues Bürgerhaus)


 

 

16.02.2022

 

Hammelburg/Stadtumbau: Bahnhofstraße 45 - 49

 

Überplanung: Kupschgebäude (Bahnhofstraße 47 - 49)


Fachwerkhaus (Bahnhofstraße 45) - Abriss oder Sanierung im Bestand?


 

Eines der ältesten Fachwerkhäuser der historischen Altstadt Hammelburgs ist das Haus in der Bahnhofstraße 45.  Das stadtbildprägende historische Gebäude mit dem schönen Fachwerk wurde im 16. Jahrhundert in der Zeit der Reformation von einem protestantischen Magistratsrat bewohnt und saniert. Sein Ursprung dürfte noch älter sein.

 

 

Das einstige Wohnhaus des protestantischen Magistratsrates Jacob Behm (1530 - 1597) in der damaligen Niedergasse, heute Bahnhofstraße 45, Sanierung bzw. Neubau um 1590. Der historische Türbogen wurde 1936 ausgebaut und im Gebäude von Schloss Saaleck nach dessen Versteigerung an die Familie Biffar eingebaut. 

 

Das seit vielen Jahren leerstehende Haus hat den verheerenden Stadtbrand von 1854 unversehrt überlebt und war vorübergehend auch das Rathaus der Stadt, bis dieses im Jahr 1856 wieder neu erbaut war. Das Fachwerkhaus in der Bahnhofstraße 45 steht unter Denkmalschutz:

 

In der Denkmalliste heißt es unter D-6-72-127-13: Bahnhofstraße 45, Wohngebäude, dreigeschossiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Halbwalmdach, 1590; Hoftor, massives Rundbogentor, bezeichnet "1721".

 

Das 432 Jahre alte Haus, in dem Reformationsgeschichte geschrieben wurde, ist laut Denkmalliste auch Teil des "Ensemble Bahnhofstraße Hammelburg", das heißt, das historische Gebäude ist nicht nur ein schützenswertes Einzeldenkmal, es steht auch unter Ensembleschutz.

Was geschieht mit diesem Haus im Zuge der Überplanung des seit 2012 leerstehenden Kupschgebäudes? Das Fachwerkhaus ist im Unterschied zum Kupsch-Haus, ein unschöner Zweckbau aus den 1970er Jahren, nicht im Besitz der Stadt, sondern in Privatbesitz des CSU-Stadt- und Kreisrates Patrick Bindrum, Hammelburg, Bauunternehmer.

Was hat der Bauunternehmer mit dem denkmal- und ensemblegeschützten Fachwerkhaus vor: Sanierung im Bestand oder den kalten Abriss? Das ist die wichtigste baupolitische Frage, die sich im Zusammenhang mit der derzeitigen Überplanung des Kupschcarrés Bahnhofstraße 45-49 stellt.

 

Welche neue Nutzung in das Kupschgebäude einziehen wird, ist nicht die entscheidende städtebauliche Frage, sondern: Sanierung oder Abriss eines der ältesten, noch existenten Fachwerkhäuser der Altstadt inmitten des Gestaltungssatzungsgebietes. Wird es eine Chance geben, das Fachwerkhaus dem Stadtbild zu erhalten? Wie wird sich der Sanierungsbeirat positionieren, wenn zu diesem Haus trotz Denkmal- und Ensembleschutz ein Abrissantrag eingeht? 

 


Zur Historie des Hauses, Bahnhofstraße 45, in der Zeit der Reformation: Jacob Behm wurde 1530 in Hammelburg geboren. "Bei seinem Studium in Wittenberg (ab 1.6.1548) wurde er besonders von Melanchthon geprägt. Ab 1551 leitete er die Hammelburger Schule und sorgte in diesem Jahr für die Abhaltung von Gottesdiensten, da die Pfarrei nicht besetzt war. 40 Jahre begleitete er das Amt des Viertelmeisters. Er kam bereits sehr jung in den Rat der Stadt und war mehrfach Bürgermeister. Spätestens 1576 war er Senior des Stadtrates. Weitere Ratsfunktionen übte er als Kirchenvorsteher und Schulaufseher aus (Quellennachweis: Merz, Johannes, Georg Horn (1542 - 1603) und seine Historia über die Reformation in Hammelburg, S. 411).

Jacob Behm war mit Magdalena Denker verheiratet, geb. am 4.11.1527, in 1. Ehe verheiratet mit Johann Wankel, geb. am 19.4.1528 in Hammelburg, gest. 1552 im Alter von 24 Jahren; Eheschließung um 1547, Kinder aus 1. Ehe: Maria Gertrud Wankel und Johannes Wankel; in 2. Ehe verheiratet mit Jacob Behm, Eheschließung am 22.8.1552; aus 2. Ehe sechs Kinder, drei Söhne und drei Töchter: Anton, Conrad, Jacob, Magdalena, Anna und Margaretha. Die Mutter Magdalena Behm, verwitwete Wankel, starb am 29.12.1594 in Hammelburg im Alter von 67 Jahren, beerdigt im neuen städtischen Friedhof Hammelburg vor dem Obertor. Jakob Behm starb am 27.8.1597. Sohn Anton starb ein Jahr später am 1.10.1598 im Alter von 42  Jahren, er war mit einer Tochter des Georg Horn verheiratet, mit Anna Horn (+ 1608). - Quelle: www.kohlstaedt-ahnen.de. - 1603 begann unter Fürstabt Balthasar von Dernbach die Gegenreformation in Hammelburg mit Austreibung der protestantischen Familien. Ob die Familie Behm in Hammelburg wohnen blieb oder die Stadt verlassen hat, ist unbekannt.

 

Zur Geschichte des Hauses, Bahnhofstraße 45 vergleiche auch Chronik der Stadt Hammelburg, Heinrich Ullrich, Seite 95, Bemerkenswerte Bürgerhäuser. Hier heißt es: "Bahnhofstraße 45: Fachwerkhaus aus dem Jahr 1590. Das gelegentlich einer Restauration entfernte Rundbogenportal mit Sitzkonsolen und dem Wappen der Familie Behm im Bogenscheitel befindet sich jetzt als Erdgeschoss-Eingang an der Südseite des Hauses Bahnhofstraße 61". (Kihnshaus). - Nach Aussagen von Zeitzeugen wurde das Rundbogenportal des Hauses Behm bereits in der NS-Zeit auf Schloss Saaleck eingebaut. Wie dem auch sei, das Fachwerkhaus in der Bahnhofstraße 45 repräsentiert die Reformationsgeschichte Hammelburg in Gestalt eines Bürgerhauses. Das stadtbildprägende Hauas mit dem schönen Fachwerk sollte der Nachwelt erhalten bleiben und im Bestand saniert werden.


 

 


 

 

14.02.2022

 

Stadtratssitzung heute, Punkt 4 der Tagesordnung: Bürgerhaus, Farbgebung der Außenfassade

 

Wann erhält die jüdische Familie Hamburger, deren einstiges Haus am Buttenmarkt für das neue Bürgerhaus abgerissen wurde, eine Gedenktafel? Als städtebauliches Vorzeigeprojekt kann das neue Bürgerhaus nicht bezeichnet werden, da die Stadt schon bei der Wettbewerbsausschreibung im Jahr 2016 die jüdische Bauhistorie des Bestandsgebäudes komplett verschwiegen hat.

 


 

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts war die jüdische Familie Hamburger in Hammelburg ansässig. Emanuel Hamburger, geb. 1813 in Hammelburg, war Viehhändler. Zwei seiner Söhne, Abraham (geb. 1852) und Mayer (geb. 1855), blieben in Hammelburg ansässig. Sie erbauten die Häuser: Bahnhofstraße 10 (heutige Hausnr.) und Kirchgasse 1 (heute Frobeniusstr./Buttenmarkt). Mayer Hamburger starb 1921, sein Sohn Arnold übernahm das Haus am Buttenmarkt. Dann kam die NS-Zeit mit allen Schikanen: Berufsverbot und Arisierung des gesamten Haus- und Grundbesitzes. Am 7. März 1938 floh die jüdische Familie nach Frankfurt a. M. bzw. Berlin. Am 23.9.1938 erwarb der städtische Angestellte und SA-Sturmführer (1934 - 1937) Hans Erhardt das Haus des Arnold Hamburger am Buttenmarkt für 17 000 RM (Unterwertverkauf). Von dem Verkaufserlös musste die jüdische Familie 25 % Reichsfluchtsteuer an das Finanzamt Hammelburg abführen, wo der SA-Sturmführer (1937 - 1941) Karl Hartmann, Anführer der Pogrome und Synagogenschändungen im Bezirk Hammelburg (10.11.1938), als Angestellter bis 1939 tätig war.

 

 

Stadtarchiv Hammelburg, Stöckner, Seite 37

Wie ist es möglich, diese Vorgänge zum Haus Hamburger, das im Mai 2021 für das neue Bürgerhaus abgerissen wurde, der Nachwelt, insbesondere dem staatlichen Fördermittelgeber, nicht zu nennen? Im Stadtarchiv ist zum Haus Hamburger alles dokumentiert. Die jüdische Vergangenheit des Bestandsgebäudes am Buttenmarkt hätte dem staatlichen Fördermittelgeber bekannt gegeben werden müssen. Dann hätte die Wettbewerbsaufgabe sicher anders gelautet: Sanierung im Bestand in Verbindung mit einem modernen Neubau zum Marktplatz hin. 

 

 

13.02.2022

 

Der Stadtumbau: Abriss jüdisch-historischer Bausubstanz

Gefördert mit 4,32 Mio. Euro durch die Regierung von Unterfranken

 

 

Antisemitismus in Hammelburg

Sanierungsbeirat mit einem Historiker für jüdische Stadtgeschichte ergänzen

 

Dass eine antisemitische "Szene" u. a. auch hinter dem neuen Bürgerhaus steht, ist der Regierung von Unterfranken, die den Neubau mit 4,32 Millionen Euro aus Steuermitteln fördert, sicher nicht bewusst. Vermutlich auch nicht jenen Stadträtinnen und Stadträten, die im April 2017 zusammen mit einem Mitglied des Sanierungbeirats in der Preisjury vertreten waren, um den 1. Preis aus 17 eingereichten Wettbewerbsentwürfen auszuloben.

 

Aus der Dokumentation zum Realisierungswettbewerb geht hervor, dass unter den 17 Entwürfen immerhin sieben waren, die das einstige Haus der jüdischen Familie, das bis Mai 2021 am Buttenmarkt stand, weitestgehend im Bestand sanieren und der Nachwelt sichtbar mit nur geringen baulichen Änderungen erhalten wollten, obwohl in der Wettbewerbsaufgabe von der jüdischen Bauhistorie des Bestandsgebäudes nichts zu lesen war. Folgende Büros planten nicht den Abriss, sondern die Sanierung der "Hamburger-Hauses" in Verbindung mit einem Neubau zum Marktplatz hin:

 

►  das Büro "planbar architekten krause + probst gbr (Witten), Dok. S. 51

►  das Münchner Büro von Dipl.-Ing. (univ.) Ludwig Zitzelberger, Dok. S. 50

►  das Aschaffenburger Büro "B 3 Architekten", Dok. S. 43

►  das Dresdener Büro "ARGE Höfer Langer", Dok. S. 42

►  das Büro "Neumahr Architekten BDA" (Sindelfingen/Darmstadt), Dok. S. 40/41

►  das Büro "Bär Stadelmann, Stöcker Architekten BDA" (Nürnberg), Dok. S. 28 - 31

►  das Büro "umarchitekt" (Bamberg), Dok. S. 24 - 27

 

Es steht die Frage im Raum, warum das städtische Bauamt in der Beschreibung der Wettbewerbs-Aufgabe (Dokumentation, Seite 8) die jüdische Bauhistorie des südlichen Gebäudeteils des einstigen "Hammelburger Kaufhauses" mit keinem Wort erwähnt hat. - Und das bis heute nicht geschieht. Vgl. Pressebericht der Saale-Zeitung von gestern, 12.02.2022, Bürgerhaus ist bald dicht, Daten zum Bürgerhaus. - Es steht die Frage im Raum, warum sich die Preisjury im April 2017 für eine Planung entschieden hat, die das jüdische Haus für immer aus dem Stadtbild verschwinden lässt, bis auf den Restbestand einer kaum mehr sichtbaren Mauer.

Braucht das städtische Bauamt und braucht der Sanierungsbeirat die Beratung durch Historiker, die die jüdische Stadt- und Baugeschichte gut kennen? Der Stadtrat sollte solche Historiker in den Sanierungsbeirat neu berufen. Der Sanierungbeirat ist kein demokratisch gewähltes Gremium. Welcher politischen Partei und Richtung die einzelnen Mitglieder dieses Gremiums angehören, ist unbekannt. Wie kann sichergestellt werden, dass in Zukunft bei baupolitischen Entscheidungen des Stadtrates die jüdische Bauhistorie mehr Beachtung findet? 

 

 

Es gibt antisemitisch eingestellte Bürger in Hammelburg, die den Abriss des einstigen "Judenhauses" am Buttenmarkt zum Zwecke des Neubaus eines "Bürgerhauses" gut finden. Der Stadtrat sollte profunde Kenner und Historiker für jüdische Stadtgeschichte und NS-Zeit in den Sanierungsbeirat berufen (Volker Rieß/Dr. Friedrich Schäfer), um der weiteren Zerstörung jüdischer Bauhistorie Einhalt zu gebieten. 

 

 

 

12.02.2022

 

Der Stadtumbau

 

Bürgerhaus: Farbgestaltung der Außenfassade

Auf keinen Fall braun - Marktplatz 15 war Geschäftsstelle der NSDAP

 

Die Empfehlungen des Sanierungsbeirats in Hammelburg sind unberechenbar.

2011 erhielt der Neubau der Lebenshilfe in der Seelhausgasse eine braune Außenfassade mit gelben Fensterläden. Braun war die Farbe der Nazis, gelb war die Farbe des Judensterns. Eine solche Farbgebung einem Wohnheim für behinderte Menschen zu geben, und dies auch noch in unmittelbarer Nähe zu einem Gedenkplatz für die Opfer des Holocaust, diese städtebauliche Farbgestaltung ist bis heute eine Provokation. Jeder jüdische Nachfahre, der an den Seelhausplatz kommt, denkt sich: Wo bin in ich hier nur hingeraten? Was hat den Sanierungsbeirat geritten, dem Wohnheim der Lebenshilfe solche Farben zu verpassen?

 

 

Links im Bild: neues Wohnheim der Lebenshilfe; rechts: Gedenkplatz für die Opfer des Holocaust

Auch das städtische Bauamt in Hammelburg ist in seinen Weisungen offenkundig bar jeder lokalhistorischen Kenntnis. So musste vor zwei Jahren der neue Eigentümer des Kihnshauses/Bahnhofstraße 61, ein türkischer Arzt, im Zuge der Außensanierung die Fassade des neuerworbenen Hauses wieder braun anstreichen. Von der Malerfirma war die Fassade bereits hell gestrichen worden, musste dann aber auf amtliche Anordnung des Bauamtes wieder braun umgestrichen werden. Hat die Stadt "Querdenker" im Bauamt sitzen? 

 

 

Das braune Haus der Stadt 1935 - 1945

In der NS-Zeit 1935 wurde dem Kihnshaus erstmals eine braune Aussenfassade verpasst. Nach dem Tod von Otto Kihn (1935) nahm die NSDAP das Haus in Beschlag. Der berüchtigte Ortsgruppenleiter der NSDAP, der Zollbeamte Ignaz Köberl, quartierte sich hier im 1. Stock ein. Der gefürchtete Kreisleiter der NSDAP, Hermann Heinritz, der am 10. November 1938 eigenhändig die Brückenauer Synagoge in Brand setzte, residierte im Kihnshaus. SA-Männer, die am Tag des Pogroms "am Ausbrennen der Synagogen eifrig beteiligt" waren, wohnten hier.

Wie kommt das städtische Bauamt dazu, anzuordnen, dass ein Haus mit dieser NS-Vergangenheit anno 2019 wieder braun angestrichen werden muss? Es geht die dringende Bitte an den Stadtrat, dem neuen Bürgerhaus am Marktplatz auf keinen Fall eine erdbraune Außenfasade zu verpassen. Im Haus am Marktplatz 15 (ehemals Haus der Geschiwster Uhl) hatte die NSDAP bis zum 6. April 1945, bis zum Erscheinen der Amerikaner, ihre Geschäftsstelle. Hier tagte das fliegende Stand- und Sondergericht, das noch in den letzten Kriegstagen Wehrmachtsangehörige, die ihren Ausweis bereits weggeworfen hatten, erschießen ließ.

 

Links neben dem Rathaus: das ehemalige Haus der Geschwister Uhl, Marktplatz 15

In der NS-Zeit befand sich in diesem Haus die Geschäftsstelle der NSDAP. 1937 erwarb der Bad Kissinger Geschäftsmann Richard Pfeiffer das Haus Uhl. Hier ging die Gestapo ein und aus. In diesem Haus wurde entschieden, wer aus der "Schutzhaft" im Hammelburger Amtsgerichtsgefängnis ins KZ kam. Hier tagte in den letzten Kriegstagen das fliegende Standgericht, das "Deserteure" verhaftete, in einem Schnellverfahen zum Tod verurteilte und hinrichtete (Quellennachweis: Die Kriegstoten der Stadt Hammelburg, Diözesanarchiv Würzburg).

 


Aus welchen Gründen wurde im Übrigen die jüdische Bauhistorie des südlichen Teils des ehemaligen Hammelburger Kaufhauses Pfeiffer bei der Ausschreibung der Wettbewerbs zum neuen Bürgerhaus vom städtischen Bauamt komplett verschwiegen? Sollte das städtische Bauamt die Bauhistorie seiner Stadt, die im Stadtarchiv dokumentiert ist, nicht kennen? 


 

Antisemitischer Städtebau in Hammelburg/Unterfranken:

   

 

Zerstörung jüdischer Bauhistorie statt Sanierung im Bestand

 

 

Haus der Familie Hamburger 2021

 

 

Die Söhne des Emanuel Hamburger (1813 -1896), Foto: privat

 Zweiter von rechts: Mayer Hamburger (1855 - 1921), Erbauer des Hauses am Buttenmarkt

 

Der Stadtrat vernichtete sein Haus und Lebenswerk 88 Jahre nach 1933.

Es bleibt die Hoffnung, dass private Hausbesitzer mit jüdischer Bauhistorie anders umgehen

und im Bestand sanieren statt niederzureißen.

 

 


 

 

11.02.2022

 

Der Stadtumbau

 

Umzug der Merkurbank an den Stadtrand


Gravierende Auswirkungen für das historische Stadtzentrum



Kundenstamm bricht weg: großer Verlust für Gastronomie und Einzelhandel

 

Der Stadtumbau in Hammelburg durch eine Gruppe von Unternehmern ist voll zugange:

Schließung des Bürgerspitals, der geplante Abriss des Waisenhauses, die Schließung von Schloß Saaleck (Hotel und Restaurant), der geplante Abriss und Neubau des Hirschenwirts, der geplante Verkauf der alten Volksschule vermutlich mit Abriss und Neubau, die bislang unbekannte Zukunft eines der ältesten Fachwerkhäuser der Altstadt, Bahnhofstraße 45, Leerstand seit vielen Jahren, kalte Sanierung (Abriss), der bevorstehende Abriss des Einhorn-Apothekerhauses am Marktplatz 9, der gedenkenlose Niederriss des jüdischen Hauses Hamburger am Buttenmarkt durch die Stadt selbst, und nun dies: der Wegzug der Merkurbank mit über 100 Angestellten aus dem Stadtzentrum an den Stadtrand südlich des E-Centers.

All diese Planungen werden das Stadtleben in der Altstadt weiter stark verändern. Die Altstadt wird noch mehr wie bisher "ausgeblutet": noch mehr Menschenleere und das Wegbrechen von Laufkundschaft. Das Einkaufs- und Alltagsleben verlagert sich noch mehr an den Stadtrand. Die Gastronomie (Stadtcafé, Eiscafé, Café am Markt, Restaurant Müller, Pizzeria Saim, Vinothek Lange, etc.) und andere Geschäfte am bzw. rund um den Marktplatz werden eine große Stammkundschaft verlieren, die in der Mittagspause wohl kaum ins Stadtzentrum zurückkehren wird. Was kommt nach dem Wegzug der Merkurbank?

 

Wer wird die verlassene Gewerbeimmobilie am Marktplatz 10 und am Viehmarkt (ehemaliger Bullenstall des Bürgerspitals) dann nutzen? Welche Nachnutzung plant der Eigentümer der Gebäude der einstigen Schillingbank, die 1923 inmitten der Hyperinflation als privates Bankhaus von Josef Schilling gegründet wurde, die NS-Diktatur überlebt hat mit Schutz der verfolgten Jüdin Betty Leykauf und ihrer Kinder -, seit 1968 am Marktplatz ansässig ist und sich aktuell "HWT invest Aktiengesellschaft" nennt? Ein Ärztehaus zusammen mit dem Würzburger Architekten Stefan Butler? Oder die Umwandlung der gewerblichen Räume in teure Stadt- und Eigentumswohnungen? Wird das historische Haus am Marktplatz 10, das von jüdischen Kaufleuten nach dem Stadtbrand erbaut wurde, erhalten bleiben? Ein baurechtliche Pflicht dazu besteht nicht. Schafft ein privater Unternehmer etwas, was die Politik vor Ort nicht geschafft hat? 

 

 

Abriss des jüdischen Hauses Hamburger (rechts im Bild)

Antisemitischer Städtebau, mit Millionen gefördert durch die Regierung von Unterfranken

 

 

Wird die "HWT invest Aktiengesellschaft" besser handeln

und jüdische Bausubstanz erhalten,

obwohl keine Rechtspflicht dazu besteht weder durch B-Plan noch durch Denkmalschutz?

 

 

10.02.2022

 

Das einstige "Haus Schlessinger" am Marktplatz 10

Abriss und Neubau?

 

Dass die Münchner Merkurbank, die 2019 die Hammelburger Schillingbank am Marktplatz 10 übernommen hat, mit der beengten Lage des Bankhauses im Altstadtcarré langfristig nicht zufrieden sein kann, war absehbar: Bauliche Erweiterungsmöglichkeiten hätte es nur in die Höhe gegeben. Insofern muss der geplante Auszug und Umzug der Merkurbank als ein Beitrag zum Erhalt der historischen Bebauung am Marktplatz betrachtet werden, wenn denn der Eigentümer des Hauses Sinn für Geschichte hat.

 

  Das Haus am Marktplatz 10 steht nicht unter Denkmalschutz (nur Ensembleschutz)

►  Das Haus ist Teil jüdischer Baugeschichte nach dem verheerenden Stadtbrand von 1854.

Jüdische Kaufleute waren um 1860 maßgeblich am Wiederaufbau der Stadt beteiligt:

die seit dem 18. Jh. ansässigen Familien Katz, Schlessinger, Nussbaum, Stühler und Hamburger

 

 

Das Haus Schlessinger, erbaut von den Gebrüdern David Schlessinger (1825 - 1895)

und Abraham Schlessinger (*1829)

 

Foto aus der Zeichnung: "Hammelburg im Sommer 1863"

Quelle: Helmut Leidner, Hammelburg

Von der jüdischen Familie Schleßinger wurde das Haus 1863, neun Jahre nach dem Stadtbrand, im Maximiliansstil neu erbaut. 1878 übernahmen zwei Söhne des jüdischen Textilwarenhändlers Hermann Nussbaum (1816-1887), Adolf und Sigmund Nussbaum, das Haus in Besitz. Im Erdgeschoss wurde eine Eisenwarenhandlung eingerichtet.

 

 

Hammelburger Journal, 1885

1906 zog Adolf Nussbaum mit Familie und Geschäft in die Bahnhofstraße 3 (heutige Hausnummer). Das Haus am Marktplatz 10 ging nach dem Tod des Sigmund Nussbaum (+ 1912) über in den Besitz des nichtjüdischen Kaufmanns Ludwig Göbel. Es entstand das "Kaufhaus Göbel", das bis in die Nachkriegszeit existierte. 1962 wurde die Schillingbank Eigentümerin des Hauses am Marktplatz 10.

 

Es kommt jetzt alles darauf an, was der Eigentümer des Hauses vorhat: die Bauhistorie des einst jüdischen Hauses städtebaulich sichtbar für die Nachwelt zu erhalten oder nach Baurecht alles niederreißen und einen reinen Neubau hochziehen. Leider ist die Politik in Hammelburg, der Stadtrat, bei der Planung des neuen Bürgerhauses (2016/2017) selbst nicht mit gutem Beispiel vorangegangen: das einstige Haus der jüdischen Familie Hamburger, das um 1890 hinter dem Rathaus erbaut wurde, wurde 2021 zum Zwecke des Neubaus eines sog. Bürgerhauses in gnadenloser Weise abgerissen bis auf den städtebaulich kaum sichtbaren Restbestand einer Mauer. Es bleibt zu hoffen, dass es der private Eigentümer des Hauses am Marktplatz 10 besser macht: die Verbindung von historischer Bausubstanz und baulicher Moderne nach den Erfordernissen der Zeit (Klimawandel, Klimaschutz, bestmögliche energetische Sanierung). 

 

 


 

 

08.02.2022

 

Sanierung des Marktplatzes - Erneuerung des alten Pflasterbelags

 

Im Zuge der Baufertigstellung des neuen Bürgerhauses 2022/23 müsste auch der nicht sanierte Teil des Marktplatzpflasters erneuert werden. Am Marktbrunnen ist der Übergang zwischen dem alten und neuen Pflaster zu erkennen. Ausgebrochene Pflastersteine wurden mit schwarzem Asphalt ausgefüllt. Der größte Teil des Marktplatzes sieht so aus. Auch müsste die Nordfassade des Rathauses, die zum Marktplatz zeigt, neu gestrichen werden. Es ist die Wetterseite des Rathauses, die seit Jahren keinen Neuanstrich mehr erhalten hat. Es wäre eine Maßnahme der laufenden Instandhaltung (Foto: 05.02.2022, saniertes und nichtsaniertes Pflaster am Marktbrunnen). Dasselbe gilt für die barocke Giebelseite des Stadtmuseums Herrenmühle. Der Fassadenanstrich ist stellenweise grau geschwärzt und es sind Wasserschäden im Putz zu erkennen.

 

 

 

 

05.02.2022

 

Städtebau im Klimawandel: Sanierung und Neugestaltung des Marktplatzes

 

 

Das neue Bürgerhaus wird bald im Bau fertig gestellt sein und hoffentlich in der Außenfarbgebung nicht knallfarben. Das stark beschädigte Pflaster des vorgelagerten Marktplatzes müsste saniert und erneuert werden. Bei der letzten Sanierung des Marktplatzes 2007/2008 wurde ein Teil des rötlichen Pflaster nicht erneuert. Es ist an vielen Stellen ausgebrochen. Der städtische Bauhof hat die Stolperfallen mit schwarzem Asphalt ausgefüllt, was sehr unschön aussieht.

Im Zuge der Erneuerung des Pflasterbelages müsste der Platz neu konzipiert werden: sämtliche Parkplätze weg und neue Bänke, Reduktion der Schilder und Hinweistafeln auf eine einzige. Eine weitere Frage ist die Begrünung des Platzes, d. h. die Pflanzung von Bäumen (nicht nur Zierbäume), die in Hitzezeiten des Klimawandels Schatten spenden. Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius ist der Marktplatz kein Ort mehr, an dem man sich aufhalten kann, weil schattenspendende Bäume fehlen. 

 

Wann erfolgt in Hammelburg die Anpassung des Städtebaus an den Klimawandel?

Es steht die Frage im Raum, warum für das neue Bürgerhaus kein Solardach konzipiert wurde.

Es gibt inzwischen architektonisch sehr gute Lösungen: anstelle von Ziegeln Solarzellen.

Die Eindeckung des Daches mit Ziegeln ist nicht auf der Höhe der Zeit.

 

 

Marktplatz 1974 unter Bürgermeister Karl Fell: aufgeräumt und autofrei

Der historische Brunnen aus der Zeit der Frührenaissance steht städtebaulich im Mittelpunkt.

Quelle: Postkarte vom 17.8.1974. 

 

 

 

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