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Stellungnahmen zu aktuellen kommunalpolitischen Themen


 

 

 

9.12.2016

 

Die Berliner II Area: 145 Euro/m2

Wucherpreis für städtische Bauplätze an den Bahngleisen

 

Neues Baugebiet "Berliner Straße II" (ehemals Gärtnerei Schlereth): 145 Euro für den erschlossenen Quadratmeter verlangt hier die Stadt! Das ist ein Wucherpreis! Darf die öffentlich Hand in dieser Art und Weise den Preis für Bauland in die Höhe treiben, der in der Kernstadt bei höchstens 90 Euro liegt? Des Weiteren: Sind die Vorgaben des Stadtrates, dass  im Baugebiet "Berliner Straße II" nur derjenige einen Bauplatz erwerben kann, der in Hammelburg noch keine Immobilie besitzt, mit geltendem Recht vereinbar? In der freien Wirtschaft wäre eine solche Auflage undenkbar. Auf welcher Rechtsgrundlage schließt der Stadtrat innerstädtische Immobilienbesitzer vom Erwerb eines Bauplatzes in der "Berliner II Area" aus? Der Stadtrat übertrumpft mit dem Wucherpreis von 145 Euro/m2 und mit dieser fragwürdigen Auflage den privaten Investor der "Berliner I Area". Wenn die Stadt 145 Euro verlangt, was wird dann der private Investor P. Bindrum im Baugebiet "Oberfeld/Eselspfad" verlangen? Erkennt der Stadtrat nicht, welche Preisspirale er da lostritt?

 

 

8.12.2016

 

Umbau "Haus Marterstock" - Bahnhofstraße - ohne Baugenehmigung

 

Die Lokalpresse bestätigt heute durch Berichterstattung, dass noch kein Bauantrag für den Umbau des ehemaligen Anwesens und Hauses des Schlossermeisters Adam Marterstock vorliegt. Die historische Immobilie in der Hammelburger Altstadt wurde von dem CSU-Stadtrat und Bauunternehmer P. Bindrum käuflich erworben. Das "Haus Marterstock" liegt im Bereich der Gestaltungssatzung, die seit 2016 rechtsgültig ist. Es darf im Satzungsgebiet nicht einfach abgerissen werden! Wie ist es zu erklären, dass im Hinterhof des Gebäudes, in der ehemaligen historischen Schlosserwerkstatt, Abrissarbeiten zugange sind und waren, gleichwohl weder eine Bauvoranfrage noch ein Bauantrag im Stadtrat oder Bauausschuss beraten und genehmigt wurde?  Was sind das für Zustände bzw. rechtswidrige Vorgänge? Welcher andere Bauherr und Bürger könnte sich anmaßen und erlauben, ohne genehmigten Bauantrag abzureißen und mit einem Baukran mitten in der Vorweihnachtszeit eine viel befahrene Straße im Stadtzentrum zu blockieren? Es reicht  nun wirklich vollends, was sich der CSU-Stadt- und -Kreisrat und Bauunternehmer P. Bindrum in Hammelburg erlaubt! Er meint wohl, er stünde außerhalb des Rechts?!

 

Historische Infotafel für Adam Marterstock: In der Bahnhofstraße sollte für den Schlossermeister eine historische Infotafel geschaffen werden. Adam Marterstock war Verfolgter des NS-Regimes, weil er Mitglied und Stadtrat der SPD war. Adam Marterstock  zählt zu den historischen Persönlichkeiten der Stadt Hammelburg. Vom 1. Mai 1945 - Januar 1946 war er 1. Bürgermeister unter amerikanischer Militärverwaltung. Ihm oblag die schwere Aufgabe, für Tausende von Flüchtlingen Unterkunft und Verpflegung zu organisieren.

 

 

 


 

 

3.12.2016

 

Fehlende Öffentlichkeitsinformation

Wann hat der Stadtrat den Umbau des "Hauses Marterstock" genehmigt?

 

Bürger aus Hammelburg teilen mit: der Hinterhof des "Hauses Marterstock" mit ehemaliger Schlossereiwerkstatt wurde bereits abgerissen. Wann wurde dieser Abriss vom Stadtrat bzw. Bauausschuss genehmigt? Das ehemalige Anwesen Marterstock liegt im Bereich der Gestaltungssatzung der historischen Altstadt. Was hier baulich verändert, abgerissen und umgebaut wird, muss vom Stadtrat in öffentlicher Sitzung genehmigt sein. In der Lokalpresse war nichts zu lesen über die private Baumaßnahme des CSU-Stadtrates und Bauunternehmers Bindrum. Wann endlich erfährt die Öffentlichkeit, was hier neu gebaut und umgebaut wird?

 


Unter § 4, Absatz 1 der Gestaltungssatzung heißt es wörtlich: Hofanlagen. In verschiedenen Bereichen der Altstadt befinden sich Hofanlagen. Diese Hofanlagen sind bei Um- und Neubauten mit ihren wesentlichen Elementen zu erhalten. Die vorgegebene Grundform des Winkel-, Dreiseit- und Vierseithofes, die Stellung des Haupt- und des Nebengebäudes, sowie der Hofabschluss, das Hoftor zur Straße sind zu bewahren." - Gestaltungssatzung der Stadt Hammelburg in www. hammelburg.de


 


Handelt es sich bei dem u. g. Bauantrag, der am Montag in der Stadtratssitzung behandelt wird, um das ehemalige Haus Marterstock? Wann gibt der Stadtrat der Öffentlichkeit Auskunft über die Baugenehmigung zum Abriss und Umbau des ehemaligen Schlossereianwesens Marterstock in der historischen Altstadt/Bahnhofstraße? Wie werden bei diesem Umbau die Vorgaben der Gestaltungssatzung eingehalten?

 

Stadtratssitzung, Montag 5.12.2016: Tagesordnung Punkt 6.2.: Bauanträge, Sanierung Gebäudebestand, Dachgeschossausbau, Einbau eines Aufzuges, Fl. Nr. 6, Gemarkung Hammelburg

 

3.12.2016

 

Städtebau in Hammelburg - Bahnhofstraße - Gestaltungssatzung

Der Umbau des historischen Hauses Marterstock durch den Bauunternehmer P. Bindrum

 

"Bindrum kann sich alles erlauben", schimpfen Hammelburger vor sich hin. Der "christlich-soziale" Bauunternehmer, der seit nunmehr einem Jahrzehnt die Stadt und den Stadtrat beherrscht mit öffentlichen und privaten Millionengroßprojekten, setzt mitten in der Vorweihnachtszeit seinen Baukran in die Bahnhofstraße und blockiert den Verkehrsfluss zum Leidwesen der Anwohner. Der Umbau des historischen Hauses Marterstock wurde noch nicht einmal im Stadtrat beraten und abgesegnet, da steht schon Wochen vorher der Baukran! Da sind die beklemmenden kommunalpolitischen Verhältnisse in Hammelburg. Welcher andere private Bauherr könnte sich das erlauben, noch vor der Baugenehmigung durch den Bauausschuss bzw. durch den Stadtrat mit dem Umbau zu beginnen?

Dabei handelt es sich bei dem "Haus Marterstock" in der Bahnhofstraße nicht um irgendein Haus. Es ist ein Haus, das im Bereich des historischen Altstadtkerns liegt, d. h. im Bereich der seit 2016 rechtsgültigen Gestaltungssatzung. Das Haus Marterstock ist des Weiteren eng verbunden mit der Historie des Schlossermeisters Adam Marterstock, der in der Weimarer Zeit Stadtrat der SPD war und im März 1933 von der NSDAP seines Amtes enthoben wurde. Auch als 1. Vorsitzender des TV Jahn Hammelburg musste Marterstock 1933 zurücktreten. Im April 1945, nach der Befreiuung Hammelburgs von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, ernannten die Amerikaner den Schlossermeister zum kommissarischen 1. Nachkriegsbürgermeister, der die schwere Aufgabe hatte, für Tausende von Flüchtlingen, die am Hammelburger Bahnhof ankamen, Verpflegung und eine Unterkunft zu organisieren. Adam Marterstock erlitt im Januar 1946 einen Herzinfarkt im Hammelburger Rathaus und verstarb.

 

Das ehemalige Haus und Anwesen des Schlossermeisters der SPD hat nun der "christlich-soziale" Bauunternehmer P. Bindrum erworben. Wie wird er das historische Haus umbauen? Es geht dabei insbesondere um das Dachgeschoss. Wird das Dach der Gestaltungssatzung gemäß um- und ausgebaut oder macht der Stadtrat hier wieder eine Ausnahme für Bindrum? Wie ist es zu erklären, dass in einem Stadtrat, in dem die CSU-Fraktion  seit 2014 zwar den 1. Bürgermeister stellt, aber nicht die Mehrheit besitzt, immer wieder der CSU-Stadtrat und Bauunternehmer P. Bindrum seine Projekte realisieren kann? Dieser "Klüngel" der Fraktionen, insbesondere die Anbiederung der SPD und der Grünen an die CSU, stößt auf heftige Kritik. Ein Drittel der Wahlberechtigten gehen in Hammelburg bei Kommunalwahlen nicht mehr wählen. Am 16.3.2014 gingen von 9.256 Wahlberechtigen 3.221 nicht zur Wahl. Das sind 35 %. Die SPD sackte ab von 21 % auf nur noch 12 %. Hauptursache dieses massiven Stimmenverlustes ist die politische Anbiederung der Hammelburger "Sozis" an die CSU.

 

 

 

Die Bahnhofstraße um 1910 (bereits mit elektrischer Straßenbeleuchtung)

Das Haus Marterstock ist das dritte Haus von links. 

Links im Bild, erstes Haus: Metzgerei Raimann; zweites Haus: Haus der jüdischen Familie Wilhelm Miltenberger, 1937/38 arisiert durch Hannawacker; heute Sparkasse Bad Kissingen.

 

 

 


 

 

24.11.2016


Bebauungsplan "Oberfeld" für 17 Einfamilienhäuser

Warum "Sonderrechte" für den privaten Investor und CSU-Stadtrat P. Bindrum?

 

Die CSU hat nicht die Mehrheit im 2014 gewählten Stadtrat. Dennoch kann die CSU-Fraktion und hier insbesondere der CSU-Stadtrat und Bauunternehmer P. Bindrum immer wieder seine privaten Unternehmerinteressen durchsetzen. Aus welchen Gründen verzichtet die Mehrheit des Stadtrates (SPD, Grüne, Junge Liste, H.A.B., CBB und Bürgerliste Obereschenbach) - zugunsten des CSU-Bauunternehmers - beim B-Plan "Oberfeld" auf die Umweltverträglichkeitsprüfung?  Im B-Plan "Berliner Straße II" sind unter Punkt 2.6, 2.7. und 3.2. Vorgaben zum Immissionsschutz und naturschutzfachliche Angaben baurechtlich verbindlich festgeschrieben. Warum nicht im Baugebiet "Oberfeld", das der private Investor, der CSU-Stadtrat Bindrum erschließt und bebaut? Kein Mensch versteht hier insbesondere das Verhalten der grünen Fraktion, die bislang die Umweltverträglichkeitsprüfung für dieses private Baugebiet nicht eingefordert hat. Es geht um Artenschutz und Lärmschutz. Und es geht um die Frage: Dürfen Baugrundstücke, die unmittelbar an der Bahnlinie liegen, so teuer verkauft werden (über 100 Euro/qm)?

 

Vgl. B-Plan "Berliner Straße II", veröffentlicht in www.hammelburg.de, Bauen und Gewerbe, Bauleitplanung, Bebauungspläne der Stadt Hammelburg. In diesem B-Plan wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung eingearbeitet unter Punkt 2.6, 2.7 und 3.2. Es ist ein Baugebiet der Stadt, das von der Stadt erschlossen wird. Auch hier liegen Baugrundstücke sehr nah an der Bahnlinie. Auch hier stellt sich die Frage: Ist der von der Stadt geforderte Quadratmeterpreis gerechtfertigt bzw. nicht völlig überzogen? Betreibt der Stadtrat selbst das Hochtreiben der Baulandpreise in der Kernstadt? Bauplätze, die so nah an der Bahnlinie neu geschaffen werden, sind minderwertiges Bauland. 5 Baugrundstücke im B-Plan "Berliner Straße II" liegen unmittelbar an der Böschung zur Bahnlinie. Es ist im Wert stark gemindertes Bauland. Darf die öffentliche Hand, die Stadt, hier "Wucherpreise" verlangen, an die sich der private Investor P. Bindrum in seinem Baugebiet am Oberfeld anpasst?

 

Das Gejammere in Hammelburg über den CSU-Bauunternehmer P. Bindrum ist seit Jahr und Tag groß. Aber es sind Stadträte und Stadträtinnen von 7 anderen Nicht-CSU-Fraktionen, die dem CSU-Unternehmer immer wieder neu zu öffentlichen oder privaten Millionengroßprojekten verhelfen. Die CSU-Fraktion hat nicht die Mehrheit im Stadtrat seit 1990 (!), und dennoch beherrscht die CSU mit ihren Projekten die ganze Stadt. Worin liegt also das Hauptproblem der Hammelburger Kommunalpolitik? Es liegt an der fortgesetzten "Anbiederung" von SPD, Grünen, CBB und anderen Kleinfraktionen an die CSU. Der Verzicht auf politische Opposition im Stadtrat - gegen die CSU - hat fatale Folgen für die Stadtentwicklung. Hinzu kommt der Verlust einer Lokalpresse, die das kommunalpolitische Geschehen kritisch und hinterfragend begleiten würde. Stattdessen gibt es nur noch vom Zeitungsleser teuer bezahlte "Hofberichterstattung" für den aktuell regierenden 1. Bürgermeister. Und seit neuestem geht die Hammelburger Lokalpresse sogar dazu über, historisch eruierte Daten der Lokalgeschichte "per ordre eines unbekannten Mufti" umzudatieren gemäß nationalsozialistischer Geschichtsdeutung. Wo soll das alles noch enden?

 

 

 


 

 

23.11.2016

 

Stadtentwicklung - neues privates Baugebiet am Oberfeld

Bauleitplanung im beschleunigten Verfahren - Verzicht auf Umweltverträglichkeitsprüfung

 

Heftige Kritik wird an der grünen Fraktion des Hammelburger Stadtrates geübt, weil die grünen Stadträte, Elisabeth Assmann (Bund Naturschutz) und Florian Röthlein (Fraktionssprecher), dem beschleunigten Verfahren in der Aufstellung des B-Planes für das Oberfeld südlich der Bonifatiusstraße zugestimmt haben. Es handelt sich hier um eine bislang unbebaute Natur- und Brachfläche in der Größe von 9000 qm, die sehr nah an der Eisenbahnlinie Hammelburg - Bad Kissingen liegt.

Das beschleunigte Verfahren in der B-Planung bedeutet: der freiwillige Verzicht des Stadtrates auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Es geht hier um die gewichtige Frage des Lärmschutzes und es geht auch um die Frage, ob schützenswerte Tier- und/oder Pflanzenarten auf der Brachfläche ihren Lebensraum haben: Fledermüse, bestimmte Schmetterlings- und Vogelarten, etc. Wie ist es zu erklären, dass die grüne Fraktion und hier insbesondere Elisabeth Assmann als Vertreterin des Bund Naturschutz, Kreisgruppe Bad Kissingen dem beschleunigten Verfahren zugestimmt hat?

Ist den Bauwerbern, die schon Grundstücke am Oberfeld in einem Vorvertrag mit dem CSU-Stadtrat und Bauunternehmer P. Bindrum reserviert haben, eigentlich klar, wohin sie da bauen, wie nah die Baugrundstücke an der Bahnlinie liegen und mit welchen Lärmemmissionen das Wohnen dort verbunden ist? Wer will so nah an der Bahnlinie wohnen? Die Südseite der Baugrundstücke, das heißt die Wohnseite der Häuser mit Terrasse, etc., wird zur Bahnlinie zeigen. Der Wert der Baugrundstücke ist dadurch massiv gemindert.

Was verlangt Bindrum hier für den Quadratmeter Bauland mit Erschließung? Über 100 Euro/qm? Das wäre völlig überzogen. Der allgemeine Baulandpreis mit Erschließung liegt zur Zeit in der Kernstadt Hammelburgs bei höchstens 90 Euro/qm. Vgl. www.hammelburg.de/bauen-gewerbe/baugrundstuecke. Aus welchen Gründen verzichtet der Stadtrat freiwillig bei der Aufstellung des B-Planes für das Oberfeld, d. h. für den privaten Investor und CSU-Stadtrat Bindrum, auf die wichtige Umweltverträglichkeitsprüfung, und liefert somit Bauwerber möglicherweise völlig überzogenen Bodenpreisen aus?

Der Wert der Baugrundstücke am Oberfeld ist stark gemindert durch die Lärmemmissionen der unmittelbar vorbeifahrenden Erfurter Bahn. Hier über 90 Euro/qm zu verlangen, wäre moralisch/politisch verwerflich. Das wären Baulandwucherpreise, weil es sich am Oberfeld rein von der Lage her - durch die unmittelbare Nähe zu Bahnlinie - um minderwertige Baugründstücke handelt. Der wichtigste "Hebel" des Stadtrates zum Stopp der aktuellen Bodenspekulation, dem Hochtreiben der innerstädtischen Baulandpreise durch private Investoren, wäre die Einforderung der Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Aufstellung des B-Planes für das Oberfeld mit der Eruierung von Messdaten zu den Lärmemmissionen, die von der im Stundentakt vorbeifahrenden Erfurter Bahn ausgehen.

 

Die Bauwerber hätten dann auch möglicherweise, auf der Grundlage der durch eine Umweltverträglichkeitsprüfung ermittelten Lärmemmissionsdaten, Anspruch auf staatlich geförderte Lärmschutzmaßnahmen. Der private Investor des neuen Baugebietes müsste z. B. eine Lärmschutzwand bauen und finanzieren; die Häuslebauer hätten Anspruch auf bestimmte Lärmschutzfenster. Es kann doch nicht sein, dass der Stadtrat den Bauwerbern diese Maßnahmen zum Lärmschutz vorenthält, indem er auf die Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet. Insbesondere von der grünen Fraktion und von Vertretern des Bund Naturschutz im Stadtrat kann erwartet werden, dass sie diese Prüfung einfordern. Liegen am Oberfeld erhöhte Lärmemmissionswerte vor, ist der Wert der Baugrundstücke stark gemindert.

 

 

Aktuelle Baulandpreise in Hammelburg:

 

Hammelburg Kernstadt, Baugebiet "Bachweinbergweg": 91,25 Euro/qm incl. Erschließung

Hammelburg Kernstadt, Baugebiet "Am Gericht", Weberstraße: 90,00 Euro/qm incl. Erschließung

Hammelburg Feuerthal, Zum Riedbrunnen: 24,12 Euro/qm incl. Erschließung

 

Hammelburg Kernstadt, Baugrundstück am Fuße der Weinberge, in sehr ruhiger Stadtrandlage, teilweise erschlossen: 85 Euro/qm; www.immowelt.de

 


Was verlangt der CSU-Stadtrat und Bauunternehmer P. Bindrum am Oberfeld direkt an der "lauten" Bahnlinie für den Quadratmeter incl. Erschließung? Wer hier über 100 Euro/qm zahlt, dem ist nicht zu helfen, es sei denn der Stadtrat schützt Bauwerber im Zuge der B-Plan-Aufstellung mittels der Umweltverträglichkeitsprüfung (= Ermittlung von Lärmemmissionswerten) vor Baulandwucherpreisen! - Der Erhalt des Eselspfades, eines Fußgängerweges, der durch das neue Baugebiet führt, ist doch nur "ein Nebenschauplatz"! Das eigentlich wichtige Thema ist der nicht nachvollziehbare Verzicht des Stadtrates auf die Umweltverträglichkeitsprüfung. Aus welchen Gründen verzichten sechs Kleinfraktionen - SPD, CBB, Bündnis 90/ Die Grünen, Junge Liste, H. A. B. und die Bürgerliste Obereschenbach - , die die Mehrheit im Stadtrat hätten, zugunsten des privaten Investors, des CSU-Stadtrates und Bauunternehmers P. Bindrum, auf diese wichtige Prüfung im Rahmen der B-Plan-Aufstellung?


 

Quelle der o. g. Zahlen: Webseite der Stadt Hammelburg, Bauen und Gewerbe/Baugrundstücke


 

 


 

 

22.11.2016

 

Wie geht´s weiter mit dem Bürgerspital?

 

Welche Zukunft hat das älteste Seniorenpflegeheim der Stadt Hammelburg, das Bürgerspital, in der historischen Altstadt? Hinter den Kulissen und in Geheimsitzungen verhandelten Stadträte aller Fraktionen 2015/2016 im sog. Stiftungsausschuss des Stadtrates monatelang nichtöffentlich die Abstoßung des städtischen Altenpflegeheimes an die Carl-von-Hess´sche Stiftung ...

 


► Vgl. Antrag 016 des CBB vom 14.11.2014 (!) an Bürgermeister Warmuth, Führung von Verhandlungen mit der Carl-von-Hess`schen Stiftung über die Zukunft des Bürgerspitals, veröffentlicht in www.cbb-hammelburg.de, Anträge an die Stadt


 

... bis das Personal und Angehörige von Pfleglingen des traditionsreichen städtischen Hauses mit Protesten an die Öffentlichkeit gingen. Die langjährige Pflegeleitung des Bürgerspitals kündigte infolge der vom Stiftungsausschuss initiierten Turbulenzen. Das Bürgerspital hat nun seit Monaten keine eigene Pflegeleitung mehr, sondern wird von der Stadtverwaltung kommissarisch "mitverwaltet". Der Stadtrat hat sich zwar im Juli 2016, auf dem Hintergrund der öffentlichen Proteste, mit knapper Mehrheit für eine fünfjährige Weiterführung des Pflegeheimes ausgesprochen, aber die Planungen der CSU und der Carl-von-Hess´schen Stiftung, das Haus zu übernehmen und in "Betreutes Wohnen" für reiche Senioren umzuwandeln, gehen weiter. Der Erhalt der städtischen Einrichtung, die im 14. Jahrhundert als Sozialstiftung für arme Senioren gegründet wurde, ist keineswegs gesichert.

 

Bei der Diskussion um das Bürgerspital geht es um eine sozialpolitische Grundsatzfrage und - entscheidung: Wird es in Zukunft nur noch reichen Seniorinnen und Senioren, die Vermögen im Hintergrund haben bzw. über eine hohe Pension oder Rente verfügen, möglich sein, in der Stadtmitte Hammelburgs - im Bürgerspital - stationäre Betreuung und Pflege zu finden? Durch falsche Zielsetzungen in der Bauleitplanung hat der 2014 neu gewählte Stadtrat die letzten Brachflächen in Nähe des Stadtzentrums für den Bau von Einfamilienhäusern vergeudet, anstatt hier bezahlbares und barrierefreies "Betreutes Wohnen" im Alter und weitere Pflegeplätze für den kleineren Geldbeutel zu schaffen. Die CSU in Hammelburg betreibt zur Zeit einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb für Senioren, die keine hohe Rente haben und pflegebedürftig werden: sie müssen raus aus der Stadt und sich außerhalb einen bezahlbaren Pflegeplatz suchen. Diese Seniorenpolitik der Hammelburger CSU und der Carl-von-Hess´schen Stiftung - Betreutes Wohnen im historischen Stadtzentrum nur für reiche Alte - steht in konträrem Widerspruch zu den Zielen der noch existenten, städtischen Bürgerspitalstiftung und zu Grundlagen der katholischen und evangelischen Soziallehre.

 

 

 


 

 

21.11.2016

 

Stadtratssitzung heute - zwei Bauvorhaben Bindrums


Wer Hammelburg politisch im Griff hat, ist hinlänglich bekannt. Es sind ultrarechte CSU-Herren, die der Lokalpresse einflüstern, das Pogromdatum zurückzudatieren auf den nationalsozialistischen "Helden-Tag"! Und es ist ein CSU-Bauunternehmer, der ca. alle zwei bis drei Jahre vom Stadtrat, der nicht mehrheitlich von der CSU regiert wird, ein Millionengroßprojekt nach dem anderen zugeschustert bekommt. Dieser Bauunternehmer; der 2008 den Hammelburger Marktplatz mit Umfeld Weihertorstraße sanierte (1,6 Mio. Euro), 2010/2011 das Hallenbad neu erbaute (5,5 Mio. Euro) und 2014/2015 den Viehmarkt sanierte (2,1 Mio. Euro), muss ja nun irgendwie die Millionen des Steuerzahlers anlegen. Da geht ein Haus nach dem anderen in der Hammelburger Bahnhofstraße in den Besitz des Bauunternehmers über. Warum heißt die Bahnhofstraße nicht längstens "Bindrumstraße"? Welcher Bauunternehmer wird denn 2017/2018 die "Bindrumstraße" sanieren, sehr geehrte SPD-Fraktion? Beraten Sie darüber schon in Ihren politischen Hinterkammern, Geheimsitzungen oder auf parteiübergreifenden "kulturbunten" Parties?? Und da gibt es nun auch noch private Bauvorhaben innerhalb des Stadtgebietes (siehe Tagesordnung der heutigen Stadtratssitzung), hinter denen der CSU-Bauunternehmer steht. Eine Neubau-Dreizimmerwohnung für 200 000 Euro in einem Mehrfamilienhaus auf dem neuen Baugebiet der ehemaligen Gärtnerei Schlereth, das ist Preiswucher! Das ist Treiben der innerstädtischen Boden- und Immobilienpreise! Das Mehrfamilienhaus, für das noch keine Baugenehmigung von Seiten des Stadtrates vorliegt, war bereits Anfang Oktober 2016 in immobilienscout24.de inseriert. 2.000 Euro für den Quadratmeter Neubauwohnung ca. 100 qm im Mehrfamilienhaus, das ist unverschämt!


Vgl. Tagesordnung, Stadtratssitzung heute, Punkt 4.3: Bauanträge, Bauvoranfrage: Errichtung Mehrfamilienhaus, Gemarkung Hammelburg, Flurnr. 851/ 4 und 5. Es handelt sich um ein Haus mit 6 Wohnungen zu je ca. 200.000 Euro.

Vgl. Tagesordnung, Stadtratssitzung heute, Punkt 5.1: Bauleitplanung, Aufstellung des Bebauungsplanes "Oberfeld", beschleunigtes Verfahren. - Hier hat Bindrum unterhalb der Bonifatiusstraße die gesamte Brache käuflich erworben und plant nun die private Erschließung und Schaffung von Bauplätzen mit Treiben der Bodenpreise.

 

 

 


 

 

19.11.2016

 

Im Zeitalter des Postfaktischen

Die Lokalpresse in Hammelburg unter dem Einfluss rechter Geschichtslügen

 

Es ist eine erschreckende Entwicklung, wenn die Presse beginnt, nicht mehr die historisch faktische Wahrheit zu berichten, sondern die Geschichtslügen rechter politischer Kreise. Wenn Zeitzeugen herhalten müssen und von der Presse dazu benutzt werden, die Datumslüge von Pogromschlägern zur "Wahrheit" zu erklären. Dieser Vorgang ereignete sich 2015 in der Presseberichterstattung zum Pogromgedenken in Hammelburg. Der Zeitzeuge Bruno Koberstein aus Völkersleier, geb. 1929, musste im Pressebericht von Arkadius Guzy öffentlich erklären, dass am 9. November 1938 die SA spätnachmittags nach Völkersleier gekommen sei, um den Pogrom durchzuführen. Das von Bruno Koberstein genannte Datum, der 9. November, ist erwiesenermaßen falsch. Denn am 9. November 1938 lag der Pogrombefehl Goebbels im Kreis Bad Kissingen, Hammelburg und Brückenau noch nicht vor. Der Befehl kam erst nach Mitternacht in der Nacht des 9. auf den 10. November. Das geht aus der Prozessakte des Bad Kissinger Pogromprozesses, der 1949 vor dem Landgericht Schweinfurt stattfand, eindeutig erwiesen hervor. Die SA handelte nicht ohne Befehl. Das müssten insbesondere jene ultrarechten und vom Steuerzahler finanziertern Bundeswehrpensionisten in der Hammelburger CSU wissen, die seit geraumer Zeit auf die Lokalredaktionen dahingehend Einfluss nehmen, dass die Presse den nationalsozialistischen "Helden-Tag", den 9. November, zum Tag der Pogrome im Landkreis erklärt. Mit dieser Umdatierung feiern die Ultrarechten in der Hammelburger CSU ihren "inneren Reichsparteitag"!


Zur historisch-faktischen Chronologie der Novemberpogrome von 1938:

 

28./29. Oktober 1938: Die Gestapo lässt im gesamtdeutschen Reich in einer "Nacht- und Nebelaktion" 18 000 deutsche Juden polnischer Abstammung verhaften, in Eisenbahnzüge pferchen und über die polnische Grenze deportieren und abschieben. Es ist die erste Massendeportation deutscher Juden in den Osten. Der polnische Staat will die abgeschobenen deutschen Juden nicht haben und lässt sie ohne Versorgung in polnischen Grenzorten unter menschenunwürdigen Zuständen hausen. Unter den Deportierten sind die Eltern und Geschwister des in Hannover geborenen Herschel Grynszpan.

7. November 1938: Der 17-jährige deutsch-polnische Jude Herschel Grynzpan, der in Paris lebt, dringt um 8.30 Uhr in die deutsche Botschaft in Paris ein und schießt mit einem Revolver den 27-jährigen deutschen Gesandtschaftsrat Ernst Eduard vom Rath mit zwei Schüssen nieder. Der deutsche Diplomat überlebt das Attentat und wird in ein Pariser Krankenhaus eingeliefert. Noch am selben Tag beordert Hitler seine beiden Leibärzte nach Paris, die die medizinische Behandlung des Attentatopfers übernehmen. Zwei Tage später ist der deutsche Botschaftsekretär tot. Die Leibärzte Hitlers terminierten seinen Todestag auf den 9. November, auf den "Helden-Tag" des NS-Staates. Historiker gehen heute davon aus, dass die Leibärzte Hitlers vom Rath gezielt falsch behandelt haben und das Attentatsopfer am 9. November 1938 auf Geheimbefehl Hitlers mit einer Todesspritze sterben ließen.

9. November 1938: Um 16.30 Uhr wird der Tod Eduard vom Raths öffentlich bekannt gegeben. In einzelnen Städten und Orten Osthessens und Sachsen-Anhalts laufen bereits Pogrome, die auf Befehl einzelner Gauleiter und SA-Führer stattfinden. In Bayern geschieht noch gar nichts. Auch im Landkreis Bad Kissingen ist alles noch ganz ruhig. Am Spätnachmittag des 9. November 1938 findet in Völkersleier kein Pogrom statt. Hitler und Goebbels sind am Abend des 9. November 1938 mit den Gauleitern in München versammelt, um den 15. Jahrestag des Hitlerputsches (9. November 1923) zu begehen. Im alten Rathaus der Stadt München tritt Goebbels nach einem Vieraugengespräch mit Hitler um 22 Uhr vor die Gauleiter, um eine Rede zu halten. In dieser Rede soll Goebbels den "Pogrombefehl" gegeben haben. Wie der Reichspropagandaminister in seinem Tagebuch festgehalten hat, eilten die Gauleiter nach dieser Rede um ca. 22.30 Uhr ans Telefon, um ihre örtlichen Dienststellen zu informieren. Auch der Gauleiter Mainfrankens, Dr. Otto Hellmuth, informierte eine Stunde vor Mitternacht am späten Abend des 9. November 1938 von München aus das Gauleitungsamt Würzburg über den Pogrombefehl. Die Gaubehörde Würzburg gab sodann den Befehl telefonisch an die 16 Kreisleiter des Gaus Mainfranken weiter. Beim Kreisleiter in Brückenau (Hermann Heinritz, 1935 - 1945) und in Bad Kissingen (Wilhelm Heimbach, 1938 - 1944) kam der Befehl erst kurz nach Mitternacht an. Bis der SA-Standartenführer Bad Kissingens informiert war, war es 0.30 Uhr.

 

 

Das heißt infolge: die Pogrome fanden in den 13 jüdischen Gemeinden der damaligen Altlandkreise Hammelburg, Brückenau und Bad Kissingen am 10. bzw. 11. November 1938 statt. Wer den 9. November als historisch-faktischen Tag der lokalen Pogrome behauptet und berichterstattet, der verbreitet nationalsozialistisches Gedankengut und die Datumslüge von Pogromschlägern! Was diese Falschberichterstattung auf dem Hintergrund des § 130 des Strafgesetzbuches bedeutet, müssen sich die ultrarechten "Presse-Einflüsterer" der Hammelburger CSU schon mal überlegen.

 

 


 

17.11.2016


Pogromgedenken in Hammelburg

Das Zeugnis der jüdischen Opfer wahren

 

Seit zwei Jahren berichtet die Hammelburger Lokalpresse nicht mehr das lokalhistorisch korrekte Datum der Pogrome. Die jüdischen Opfer bezeugten übereinstimmend den 10. November 1938. Es war nicht ein Mittwoch, es war ein Donnerstag. Es war der Tag vor dem Beginn des Sabbats, als die Pogromschläger kamen. Diese Bezeugung der Opfer deckt sich mit den Berichten der örtlichen Gendarmeriestationen. Diese waren beauftragt, an den Tatorten anwesend zu sein und die Gewaltakte zu beobachten. Danach mussten die Polizeibeamten Protokolle erstellen, die noch heute in Archiven vorliegen. In diesen Protokollen der Gendarmeriestationen ist der 10. bzw. 11. November 1938 als Tatzeit der Pogrome genannt.

 

Warum die heutige Lokalpresse in Hammelburg nun dazu übergeht, das von Opfern und Polizei überlieferte Pogromdatum umzudatieren auf den nationalsozialistischen "Helden-Tag", den 9. November, ist immer noch nicht geklärt. Die Presse selbst nennt keine Quellen für diese Umdatierung. Bereits im letzten Jahr gab es aus diesem Grund Auseinandersetzungen mit Paul Ziegler, dem Redaktionsleiter der Kissinger Saale-Zeitung. Herr Ziegler wurden schon im letzten Jahr quellenhistorische Dokumente zugesandt, in denen Pogromopfer übereinstimmend den 10. November bezeugt haben. Ein Jahr später berichtet Arkadius Guzy schon wieder das falsche Datum. Er berichtet die Datumslüge der SA-Standarte 4 Bad Kissingen als historisch-faktisches Datum der Pogrome im Landkreis. Was soll man von einer solchen Presse halten?

 

Der Stadtrat in Hammelburg und die Kirchengemeinden wären - im Zeitalter von "Reichsbürgern", Pegida, AfD und ultrarechten Kreisen innerhalb der CSU - gut beraten, die alljährliche Pogrom-Gedenkfeier am Seelhausplatz auf den 10. November zu verlegen, um ein klares Zeichen gegen Rechts und für das Vermächtnis der jüdischen Pogromopfer zu setzen. Des weiteren gilt es zu überdenken, dass alljährlich am Volkstrauertag dem Hammelburger SA-Sturmbannführer Karl Hartmann, geb. 1911, der die Pogrome am 10. November 1938 in Hammelburg, Westheim, Untererthal, Völkersleier, Dittlofsroda und Oberthulba hauptverantwortlich durchgeführt hat und im August 1941 in Russland gefallen ist, ein Kranz hingelegt wird am Denkmal hinter der Stadtpfarrkirche. Auch andere gefallene Nazis werden alljährlich mit dieser Kranzniederlegung geehrt. Welcher Bürgermeister legt den Opfern der Pogrome und des Holocaust - am Volkstrauertag - am Seelhausplatz einen Kranz nieder?

 

 

 

 


 

 

15.11.2016

 

Hammelburg/Bad Kissingen

Was ist mit der Lokalpresse los?

 

1949 stand einer der hauptverantwortlichen Täter der Novemberpogrome von 1938, der Bad Kissinger SA-Standartenführer Emil Otto Walter, vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Schweinfurt. Elf Jahre nach den schrecklichen Ereignissen belog der Angeklagte das Gericht, leugnete die ihm vorgeworfenen Verbrechen und behauptete, dass die Pogrome im Landkreis am 9. November 1938 stattgefunden hätten. Von Februar - Dezember 1949 war nun das Gericht damit beschäftigt, dem damaligen SA-Standartenführer nachzuweisen, dass seine Datumsangabe falsch und gelogen ist. 13 weitere Angeklagte und 10 Zeugen bestätigten dem Gericht, dass der Tag der Pogrome in Bad Kissingen, in Massbach und in anderen jüdischen Orten des Kreises der 10. November 1938 war. Quelle: Staatsanwaltschaft Schweinfurt 702, Staatsarchiv Würzburg.

Im März 1948 stand auch ein Hammelburger Geschäftsmann vor Gericht, der in der Nacht des 9. auf den 10. November nach Mitternacht angerufen wurde und den Pogrombefehl vom Kissinger SA-Standartenführer Emil Otto Walter erhalten und an den Hammelburger SA-Sturmführer, der telefonisch nicht erreichbar war, weitergegeben hat. Auch jener Geschäftsmann, der Mitglied und Rottenführer des NSKK war und dem vorgeworfen wurde, dass er Pogromschläger im Haus des Simon Adler am Viehmarkt 6 war, belog das Gericht, die Spruchkammer Hammelburg. Auch dieser Angeklagte und Ex-Nazi, über den Ludwig Schlereth, 2. Bürgermeister der Stadt Hammelburg, 1946 in die Ermittlungsakten des amerikanischen C.I.C. wörtlich schrieb: "Fanatiker", nannte dem Gericht 1948 den "9. November" als Tag des lokalen Pogroms. Auch in diesem Strafverfahren wiesen die Richter dem Angeklagten nach, dass seine Datumsangabe gelogen ist. Hauptbelastungszeugin in dem Strafverfahren war Bettina Adler, Tochter des Simon Adler, die Auschwitz überlebt hatte und im Juni 1945 nach Würzburg zurückgekehrt war. Im März 1948 lud die Spruchkammer Bettina Adler als Zeugin nach Hammelburg in die Verhandlung gegen den Angeklagten. Die Hauptaussage der jüdischen Zeugin war: "Der Pogrom fand in Hammelburg am 10. November 1938 statt" und "Der Angeklagte war im Haus des Simon Adler Pogromschläger. Simon Adler hat ihn erkannt." Quelle: Spruchkammer Hammelburg (...), Staatsarchiv Würzburg. 5 Monate nach ihrer Zeugenaussage starb Bettina Adler eines plötzlichen Todes in Würzburg, angeblich wegen "Knochenerweichung". Oder wurde sie von Ex-Nazis und Pogromschlägern so verprügelt, dass sie an ihren Verletzungen gestorben ist?


Wie kommt nun die heutige Lokalpresse im Jahr 2016 (!) dazu, die Datums-Lüge des Kissinger SA-Standartenführers und des Hammelburger NSKK-Mannes als historische Wahrheit zu berichten, währenddessen das Zeugnis jüdischer Opfer und Überlebender des Holocaust von der Presse mit Füßen getreten und für nichtig erklärt wird? Es ist ein unglaublicher Vorgang, was unter der Regentschaft der Hammelburger CSU  mit der Presseberichterstattung zum Pogromgedenken geschieht. Die Presse berichtet die Datums-Lüge des SA-Standarten-Führers Emil Otto Walter als historische Wahrheit. Der "9. November" war der "Code-Name" der SA für die Pogrome, die am 10. und 11. November 1938 von der SA in den dreizehn noch existenten jüdischen Gemeinden des Landkreises durchgeführt wurden, an drei Orten sogar zweimal im Laufe von 24 Stunden: in Bad Kissingen, Brückenau und Massbach. Wie ist es möglich, dass ein Presseredakteur im Jahr 2016 - ungeprüft - die Datums-Lüge des hauptverantwortlichen SA-Standartenführers als historisch-faktische Wahrheit berichterstattet? Ultrarechte Kreise, Alt- und Neonazis "lachen sich eins in Fäustchen". Der "9. November" war der Code-Name der SA-Standarte 4 Bad Kissingen für die November-Pogrome von 1938 im gesamten Landkreis.

 

 

 


 

 

13.11.2016

 

Die Umdatierung des Pogromdatums - Einflussnahme ultrarechter Kreise?

 

Mit Erschrecken sehen noch lebende Augen- und Zeitzeugen der Novemberpogrome von 1938, wie ihre historisches Zeugnis des Pogromdatums von der Lokalpresse in Hammelburg mit Füßen getreten wird. Was seit geraumer Zeit mit der Presse im Landkreis Bad Kissingen geschieht, ist eine düstere Vorahnung dessen, was noch kommen wird, sollte die AfD 2017 in den deutschen Bundestag einziehen. Ultrarechte Kreise der AfD und der CSU versuchen die Kultur des Gedenkens mit nationalsozialistischen Geschichtsdeutungen zu unterwandern. Wer das von den jüdischen Opfern bezeugte Datum des Pogroms umdatiert auf den "Helden-Mythos-Tag" des NS-Staates, auf den 9. November, der macht die Pogromschläger, 78 Jahre nach den Geschehnissen, erneut "zu Helden". Begreift die Presse nicht, welche Absicht hinter dieser Umdatierung durch rechtsnationale Kreise steht?

Wieviele quellenhistorische Beweise müssen der Lokalpresse in Hammelburg noch erbracht werden, damit sie das Zeugnis der jüdischen Pogromopfer - den 10. November 1938 - als historisch faktischen Tag des Pogroms anerkennt und berichtet? Was fand am Abend des 9. November 1938 in Hammelburg statt? Hierzu berichtete die damalige "Hammelburger Zeitung" am 11. November 1938:

 

 

Hammelburger Zeitung, 11. November 1938; Quelle: Bayerische Staatsbibliothek München

 


Im Stadtarchiv Hammelburg wurde der Zeitungsjahrgang 1938/1939 der HZ bereits vor Jahrzehnten ausgeliehen und nicht mehr ins Archiv zurückgebracht. Für Forschungen in der "Hammelburger Zeitung" des Jahres 1938 muss man nach München reisen oder dort wohnen. Die HZ des Jahres 1939 ist in keinem Archiv und in keiner Bibliothek Bayerns mehr zu finden. Aber es gibt Hammelburger, die den Zeitungsjahrgang der HZ von 1939 besitzen und dem Stadtarchiv und der lokalhistorischen Forschung vorenthalten.

 

12.11.2016

 

Lokalgeschichte - NS-Zeit - Novemberpogrome 1938

Auch die Hammelburger Synagoge wurde ausgebrannt

 

Der heutige Pressebericht zum Pogromgedenken nennt wiederum nicht das historisch durch zahlreiche Quellen, vor allem durch jüdische Pogromopfer überlieferte Datum des Pogroms in Hammelburg. Es war der 10. und 11. November 1938. Zum Schicksal der Hammelburger Synagoge liegen in Spruchkammerakten Zeugenaussagen von zwei Frauen aus Hammelburg vor. Nach deren Bezeugung wurde auch die Hammelburger Synagoge im Innenraum ausgebrannt, bevor das jüdische Gotteshaus im Inneren mit Äxten und Beilen zerschlagen wurde. Wann die Anzündung der Synagoge erfolgte, ob am Morgen des 10. oder 11. November, ist noch immer unklar. Das von der Feuerwehr "kontrollierte" Ausbrennen der Synagogen war Inhalt des Befehls Goebbels, der in der Nacht des 9. auf den 10. November 1938 um 0.30 Uhr in Bad Kissingen bei dem dortigen SA-Standartenführer ankam. Der Befehlsweg war in der Nacht des 9./10. November 1938: Hitler - Goebbels - Gauleiter - Gauleitungsamt - Kreisleiter - SA-Standartenführer - SA-Sturmbannführer. Bis der Befehl von der oberen auf die untere regionale Ebene durchgegeben war, vergingen zweieinhalb bis drei Stunden. Es war nun bereits der 10. November angebrochen. In Hammelburg konnte der 26-jährige SA-Sturmbannführer Karl Hartmann telefonisch nicht erreicht werden. Deshalb wurde ein Geschäftsmann in der Bahnhofstraße angerufen. Die befehlsgebenden Stellen und Personen wussten sehr wohl, dass sie Straftaten befehlen. Es kam deshalb in der Hammelburger SA auch zu Befehlsverweigerungen, wie aus Spruchkammerakten hervorgeht.

Um 5 Uhr in der Früh am 10. November fuhr der Hammelburger SA-Sturmbannführer mit dem Fahrrad nach Pfaffenhausen, nach Diebach und nach Obereschenbach, um den Befehl Goebbels an dort wohnende SA-Männer persönlich zu überbringen. Im Unterschied zu den Vorgängen des nächtlichen Pogroms in Bad Kissingen erschienen die Schläger in Hammelburg am frühen Morgen des 10. November nicht in Zivilkleidung, sondern in Uniform und mit nicht geschwärztem Gesicht. Um 8.30 Uhr kam es auf dem Hammelburger Marktplatz, nachdem das Haus der Familie Stern am Marktplatz 8 in tausend Scherben lag, zu Menschenansammlungen. Nachbarn kamen aus ihren Häusern, um zu sehen, was da geschehen ist. Die Schläger standen für jeden erkenntlich am Marktbrunnen und warteten auf den nächsten Befehlseinsatz durch den SA-Sturmführer, der den aufgebrachten Menschen entgegen schrie: "Ich habe meine Befehle von denen da oben, die ich ausführen muss!" Dann ging´s weiter zur Synagoge und zur jüdischen Religionsschule in die Dalbergstraße 57. Das jüdische Schulhaus wurde entsetzlich zugerichtet, die Privatwohnung der Frau Steinkritzer und des jüdischen Religionslehrers Hermann Mahlermann wurden barbarisch verwüstet. Es ist nicht davon auszugehen, dass zu diesem Zeitpunkt der SA-Sturmbannführer, über den SA-Männer 1948 vor der Spruchkammer aussagten, dass er "hitlerischer als Hitler" gewesen sei, die Synagoge nicht ausbrennen ließ, kontrolliert von der örtlichen Feuerwehr. Dasselbe Schicksal ereilte am Nachmittag des 10. November die Syngaoge von Untererthal. Noch heute gibt es Zeitzeugen in Untererthal, die berichten, dass die Synagoge in der Judengasse 15 im Haus der Familie Stühler innen angezündet und ausgebrannt wurde. Das war am 10. November 1938.

 

Sehr geehrte Lokalpresse in Hammelburg, es gibt noch lebende Zeitzeugen der Pogrome in Hammelburg. Bitte sprechen Sie mit diesen letzten Zeugen. Es ist an Impertinenz von Seiten der Presse nicht zu überbieten, nun nachdem Altbürgermeister Arnold Zeller (CBB), der die Vorgänge der lokalen NS-Zeit aufarbeiten ließ, verstorben ist, falsche historische Daten in die Welt zu setzen und insbesondere das übereinstimmende Zeugnis der jüdischen Pogromopfer mit Füßen zu treten. Von wem ist die Presse in Hammelburg beauftragt, das Pogromdatum zurückzudatieren auf das "Mythos-Datum" des "9. November" des verbrecherischen NS-Staates? Warum darf nicht berichtet werden, dass die Pogrome im Landkreis Bad Kissingen allesamt nicht von den Ortsbevölkerungen ausgingen, sondern von den paramilitärischen Organisationen der NSDAP: SA, SS und NSKK. 13 Synagogen im Landkreis wurden am 10./11. November innerhalb von 24 Stunden Opfer des Pogrombefehls Goebbels. Das darf die Nachwelt sehr wohl wissen. Wer sind wir als Angehörige der zweiten und dritten Nachkriegsgeneration, dass wir uns bieten lassen müssen, dass die Presse eines freien und demokratischen Landes - 78 Jahren nach den Geschehnissen - eigenmächtig und ohne Quellen zu benennen historische Daten der lokalen NS-Zeit verändert und falsch berichterstattet? Wo leben wir bitteschön, in der Türkei oder in Ungarn, wo die Politik die Presse im Griff hat und kontrolliert?

 


 

Die erste Ziffer im Pressekodex des deutschen Presserates lautet: Ziffer 1 - Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde. Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.

 


 

 

Ich protestiere öffentlich gegen die Rückdatierung des historisch-faktischen Pogromdatums in Hammelburg/Landkreis Bad Kissingen durch die Lokalpresse. Nach Zeugenaussagen aller jüdischen Opfer der Pogrome fanden die Gewaltakte in Hammelburg und in den u. g. jüdischen Gemeinden des Kreises am 10. November 1938 statt. Pogromschläger haben der Nachwelt den "9. November" überliefert, weil sie von ihren Befehlsgebern und der NS-Ideologie dazu gezwungen wurden.

 

11.11.2016

 

Lokalpresse: keine Berichterstattung zum Pogromgedenken am Seelhausplatz

Keine Berichtigung des von der Presse falsch genannten Datums

 

Wird die Lokalpresse in Hammelburg zum Sprachrohr rechtsgerichteter Kreise, die den "9. November" - den "Helden-Mythos-Tag" des NS-Staates - zum historisch-faktischen Datum des Hammelburger Pogroms erheben wollen, obwohl jüdische Opfer und andere Zeitzeugen übereinstimmend überliefert haben und noch immer überliefern, dass die Novemberpogrome von 1938 in Hammelburg, Westheim, Untererthal, Völkersleier, Dittlofsroda und Oberthulba am 10. November 1938 stattgefunden haben. Auch für Bad Kissingen, Brückenau, Maßbach, Poppenlauer, Unterriedenberg und Geroda ist der 10. November als Tag des Pogroms überliefert. Wie kommt die Lokalpresse dazu, dieses quellenhistorisch vielfach gesicherte Datum zurückzudatieren auf den 9. November? Werden hier "Mythostage" des Nationalsozialismus verherrlicht? Welche Wege beschreitet zur Zeit die Lokalpresse in der Berichterstattung zum Pogromgedenken? Macht sich die Presse zum Sprachrohr rechtsgerichteter Kreise, die die nationalsozialistische und heldenmythologische Datums-Überlieferung von fanatischen Pogromschlägern, von Männern der SA und des NSKK, zum historisch-faktischen Datum des Pogroms erklären wollen? Was sind das für Vorgänge? Was ist zur Zeit mit der Presse in Hammelburg/Kreis Bad Kissingen los?

 

Folgende jüdische Zeitzeugen aus Hammelburg haben den 10. November 1938 als Tag des Pogroms überliefert: Bettina und Julius Mantel, Opfer des Pogroms in Hammelburg, Marktplatz 8, Brief aus den USA an die Spruchkammer Hammelburg 1946, Staatsarchiv Würzburg; Bettina Adler, Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz, Tochter des Simon Adler, dessen Haus am Viehmarkt 6 am 10. November 1938 um kurz nach 9 Uhr von Männern der Kissinger und Hammelburger SA und des NSKK barbarisch demoliert wurde. Bettina Adler besuchte am 11. November 1938 ihren Vater im Hammelburger Gefängnis. In der Gefängniszelle berichtete Simon Adler seiner Tochter von den schrecklichen Ereignissen des Vortages und welchen Hammelburger Pogromschläger er erkannt hat. 1948 wurde Bettina Adler vor die Spruchkammer Hammelburg als Zeugin geladen, um im Spruchverfahren gegen Männer der SA und des NSKK, die mutmaßliche Pogromschläger waren, auszusagen. Im August 1948 starb Bettina Adler eines plötzlichen Todes in Würzburg. Mangels Beweisen und Zeugenaussagen wurden die mutmaßlichen Pogromschläger in die Schuldgruppe III (minderbelastet, Bewährungsgruppe) eingestuft und waren "freie Männer", die aus der Internierungshaft entlassen wurden. Die Zeugenaussage der Bettina Adler, dass der Pogrom in Hammelburg am 10. November 1938 stattgefunden hat, ist überliefert und dokumentiert in der Spruchkammerakte des Thaddäus Hirt; Staatsarchiv Würzburg. Die noch lebenden jüdischen Zeitzeugen und Überlebenden des Holocaust, Arnold Samuels und Alfred Stühler überliefern ebenso den 10. November als Tag des Pogroms in Hammelburg. Alfred Stühler, der heute noch in Wien lebt und 93 Jahre alt ist, war damals 15 Jahre alt. Am 10. November 1938 erlebte er den Pogrom in Frankfurt a. M., wo er eine Lehre gemacht hat. Nachdem er erfahren hat, was in Hammelbur in seinem Elternhaus in der Kissinger Straße 31 passiert ist, fuhr er am 11. November 1938 mit dem Zug nach Hammelburg und sah das barbarisch demolierte Elternhaus. Seine Mutter Jenny Stühler berichtete ihm, was am Vortag am frühen Morgen geschehen ist. Sein Vater war nicht zuhause, er war im Hammelburger Gefängnis inhaftiert und wurde Ende November 1938 von dort ins KZ Dachau eingeliefert. Auch Paul Frank, dessen Großeltern Abraham und Mali Frank in der Weihertorstraße 5 gewohnt haben und Opfer des Pogroms wurden, haben ihrem Enkel Paul das Datum das Pogromtages überliefert: es war der Morgen des 10. November 1938. Die Erinnerungen des Paul Frank, der zusammen mit seiner Schwester Ruth den Holocaust überlebt hat durch die "Verschickung jüdischer Kinder" nach England, sind dokumentiert im Katalog zur Ausstellung von Volker Rieß, Jüdisches Leben in und um Hammelburg, Stadtmuseum Herrenmühle im Jahr 2000. - Wie kommt die heutige Lokalpresse dazu, diese Erinnerungen der jüdischen Opfer und Zeitzeugen, selbst derer, die noch leben, sämtlich zur Seite zu schieben und stattdessen das aus ideologischen Gründen gezielt falsch überlieferte "Helden-Mythos-Datum" der Pogromschläger berichtzuerstatten? Das ist ein unglaublicher Vorgang, der so nicht stehen bleiben kann und geklärt werden muss. Bislang hat die Presse ihre Quellen für diese Berichterstattung, die die Erinnnerungen der jüdischen Opfer mit Füßen tritt, nicht genannt.

 

 

 

 


 

 

10.11.2016


Rechtsruck in Hammelburg

Pogromgedenken: Rückdatierung des historischen Pogromdatums durch die Lokalpresse

 

Seitdem Hammelburg wieder von der CSU regiert wird (seit 2014), fällt auf, dass die Lokalpresse Jahr für Jahr anlässlich des Pogromgedenkens versucht, das Datum des Hammelburger Pogroms auf den 9. November zurückzudatieren. Was sind hierfür die Gründe und Hintergründe? Es ist hinlänglich bekannt, dass es in der Hammelburger CSU rechte Kreise gibt, die die historische Aufarbeitung der lokalen NS-Zeit unter Bürgermeister Arnold Zeller (CBB) nie anerkannt haben. Das Pogromdatum in den 13 jüdischen Gemeinden des Landkreises Bad Kissingen war historisch-faktisch der 10. und 11. November 1938. Dieses Datum ist durch jüdische Opfer der Pogrome und durch nichtjüdische Augenzeugen und Zeitzeugen vielfach überliefert, auch durch vielfältige historische Quellendokumente in Archiven. Wie ist es nun zu erklären, dass die Lokalpresse - ohne irgendeine Quelle zu benennen - dieses Datum eigenmächtig rückdatiert auf den 9. November?


Der "9. November" war der "Helden-Mythos-Tag" des NS-Staates. Am 9. November 1923 geschah der Hitlerputsch in München, bei dem 16 Anhänger der NSDAP von der bayerischen Landespolizei erschossen wurde. Nach der Machtergreifung stilisierte der NS-Staat diese Putschisten zu Helden und Märtyrern, die alljährlich am 9. November mit einer "Heldengedenkfeier" verehrt werden mussten. Am späten Abend des 9. November 1938 gab Josef Goebbels in einer Rede im alten Rathaus der Stadt München vor den dort versammelten Gauleitern den Pogrombefehl: "Synagogen sind sofort in Brand zu setzen, jüdische Häuser und Geschäfte sind sofort zu beschädigen." Dieser Befehl kam im Bad Kissingen beim Führer der SA-Standarte um 0.30 Uhr an. Eine halbe Stunde später brannten in Bad Kissingen und Brückenau die Synagogen. Die dem Kissinger SA-Führer unterstellten Sturmbannführer wurden um 1 Uhr über den Befehl informiert. Die SA-Führer vereinbarten, ihre Männer auch ortsvertauscht einzusetzen. Die Pogrome liefen im Landkreis Bad Kissingen ab 1 Uhr nachts bis 24 Uhr des 10. November 1938,  und darüber hinaus. - Wie kommt die Lokalpresse nun dazu, die Pogrome auf den 9. November zurückzudatieren? Der leitende Redakteur der Saale-Zeitung in Bad Kissingen, Paul Ziegler, wird um eine Stellungnahme und um die Nennung der Quellen, die eine solche Rückdatierung rechtfertigen würden, gebeten. Im gesamten Landkreis liefen am Abend des 9. November keine Pogrome, sondern es fanden sog. "Heldengedenkfeiern" statt, in Bad Kissingen im Regentenbau und in Hammelburg in der Kreislandwirtschaftsschule. Von den Ortsbevölkerungen der jüdischen Gemeinden des Kreises gingen an diesem Abend des 9. November keinerlei Gewalttätigkeiten aus. Die Ortsbürger waren vielmehr abkommandiert, der "Nazi-Heldengedenkfeier" beizuwohnen. Das geht aus den Presseberichterstattungen der Kissinger Saale-Zeitung, der Hammelburger Zeitung und des Brückenauer Anzeigers vom 9. und vom 11. November 1938 hervor. Vielleicht sollten die Redakteure der heutigen "freien" Lokalpresse einmal einen Blick in ihr Zeitungsarchiv werfen, bevor sie weiterhin öffentlich falsch behaupten und falsch berichterstatten, dass am 9. November 1938 Pogrome im Landkreis stattgefunden hätten. Es ist an Impertinenz von seiten der Presse nicht zu überbieten, die Bezeugungen jüdischer Opfer und anderer Zeitzeugen in dieser Art und Weise mit Füßen zu treten. Wer als Presseredakteuer - ohne Quellen zu benennen - gesicherte historische Daten umdatiert, der sollte seinen Beruf aufgeben, denn es ist die Aufgabe der Presse, die Wahrheit zu berichten und nicht den Helden-Mythen-Popanz des NS-Staates zu propagieren. Herr Ziegler, wann benennen Sie Ihre Quellen, die eine Rückdatierung des Pogromdatums rechtfertigen würden?

 

 

 


 

5.11.2016

 

Stadtentwicklung - Der letzte Metzger schließt

Die Folgen der Viehmarktsanierung - toter Platz - fehlende Parkplätze - fehlende Laufkundschaft

 

Es ist die Politik in Hammelburg, die durch gravierende städtebauliche Fehlentscheidungen das Geschäftesterben in der Hammelburger Innenstadt verursacht und bewirkt hat. Es ist zum einen das neue Fachmarktzentrum am städtischen Friedhof, das 2010/2011 von der Bindrum & Benner GmbH erbaut wurde und 2012 schlagartig zu einem Kollaps der Geschäfte in der Bahnhofstraße geführt hat. Die einstige Hauptgeschäftsstraße ist tot. Wie geht´s weiter? Zur Zeit schließen Geschäfte in der Nähe des Viehmarkts. Das war abzusehen. Durch die Beseitigung  des Innenstadtparkplatzes ist die Laufkundschaft weggebrochen. Der sanierte, neue und autofreie Viehmarkt ist ein toter Platz. Welchen Grund sollte es geben, dorthin zu gehen? Es gibt keine Parkplätze mehr, es gibt kein Café am Viehmarkt, kein Restaurant, die alten Kastanien, die Schatten gaben, sind weg. Wer setzt sich auf den neuen Platz in die Knallsonne? Wer schaut sich die gestylten neuen Bäume an, die nicht wachsen dürfen? Was soll eine solche Platzsanierung für einen Sinn haben? Es ist inhaltsleere Ästhetik, von den Anliegern, ob sie wollten oder nicht, und vom Steuerzahler millionenschwer bezahlt in die Tasche eines einzelnen Bauunternehmers und CSU-Mandatsträgers, der nun von dem Geld "die ganze Stadt" aufkauft. Ein Haus nach dem anderen in der Bahnhofstraße gehört inzwischen Bindrum. Wohin soll diese Politik des Zuschusterns von immer neuen Millionengroßprojekten an ein- und denselben lokalen Bauunternehmer noch führen, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates? Woher kennt man solche Verhältnisse? Was hat die Kungelei der SPD, des CBB, der Jungen Liste und der Grünen mit der CSU gebracht? Wohin führt der freiwillige (!) Verzicht auf politische Opposition?

 

► Am neuen Viehmarkt fehlt Gastronomie, die den Platz tagsüber beleben würde. Gastronomie, das könnte sein: ein Café, ein Restaurant, eine Vinothek. Welcher Winzer oder Gastronom würde an den Viehmarkt gehen? Es gibt dort Häuser, die auf diese Art und Weise neu genutzt und belebt werden könnten.

 

P.S. Die Familie Heinickel wird freundlich gebeten, die Quelle und Autorin des öffentlich am Viehmarkt ausgehängten Textes zur Geschichte des Viehmarkts korrekt zu benennen. Die Autorin dieses Textes bin ich. Der Text wurde aus dieser Webseite herauskopiert. Ich habe nichts dagegen, aber ich bitte um korrekte Quellenangabe.

 

 

 


 

 

28.10.2016

 

Stadtführung der "gescheiten Köpfe"

Ist ein Nazi ein gescheiter Kopf?

 

In Hammelburg wird von der Touristikinfo und von der städtischen Vhs eine neue touristische Stadtführung angeboten: die Stadtführung der "gescheiten Köpfe". Der Baumeister des Hammelburger Rathauses wird hier genannt, Johann Schoner (1477 - 1547); der Buchdrucker Johannes Frobenius (1460 - 1527), der Fürstabt Adolf von Dalberg (1678 - 1737), der das Kellereischloss in Hammelburg erbauen ließ, und andere Persönlichkeiten der Lokalgeschichte. So weit so gut. Was aber hat der gebürtige Hammelburger Ludwig Kirchner bei dieser Stadtführung verloren? Von L. Kirchner, der am 7. April 1945 die weiße Fahne den Amerikanern nicht freiwillig, sondern gezwungenermaßen entgegentrug, ist hinlänglich durch Zeitzeugen bekannt, dass er ein überzeugter Nazi war und 1944/45 zu den "Endsieg-Fanatikern" gehörte. Aus diesem Grund kehrte er 1944 aus den USA zurück, wohin er in den 1920er Jahren emigriert war,  "um für den Führer zu kämpfen". Wie ist es möglich, eine solche Person in eine Stadtführung der "gescheiten Köpfe" aufzunehmen? Wie wäre es, einmal Zeitzeugen zu befragen und ins Archiv zu gehen und die Rolle des damaligen katholischen Stadtpfarrers von Hammelburg, Dr. Franz Mahr (Pfarrer in Hammelburg 1943 - 1948), bei der Rettung der Stadt vor der drohenden Beschießung durch die Amerikaner zu untersuchen? Nicht Ludwig Kirchner hat am 6./7. April 1945 die Rettung erwirkt, sondern der katholische Stadtpfarrer Dr. Mahr. Das geht aus historischen Quellendokumenten zweifelsfrei bezeugt hervor. Dazu muss man sich halt mal die Mühe machen, ins Archiv zu gehen (Diözesanarchiv Würzburg, Staatsarchiv Würzburg). Dr. Mahr hat Tagebuch geführt über die letzten Kriegstage in Hammelburg. Auch sind in den Spruchkammerakten der Nazibürgermeister Karl Clement und Eduard Kessler die Vorgänge des 6. und 7. April 1945 durch Zeugen genau geschildert. Ohne das mutige Handeln des katholischen Stadtpfarrers am Abend des 6. April 1945 wäre Hammelburg zerschossen worden. Der Pfarrer eilte um 21.30 Uhr, unter fortgesetztem Artilleriebeschuss durch die Amerikaner, vom Krankenhaus in der von-Hess-Straße ins Rathaus und bat die Bürgermeister zu einem Gespräch in den Hirschenwirt. Dort sprach der katholische Stadtpfarrer drei Stunden mit den Nazibürgermeistern, bis sie bereit waren, ihre Angst vor der Rache der Endsiegfanatiker und dem "fliegenden Standgericht" zu überwinden und die Stadt freizugeben. - In den 1990er Jahren setzte der Hammelburger Stadtrat leider "einer falschen Person" eine Gedenktafel. Der vergessene Stadtpfarrer Dr. Mahr hätte es längstens verdient, zum Ehrenbürger der Stadt ernannt zu werden.

 

 

 


 

 

26.10.2016


Umbau des Rathauses - Durchgang und Sichtachse bleiben erhalten

 

Die energetische und behindertengerechte Sanierung des Hammelburger Rathauses führt nun doch nicht, dank Denkmalbehörde, zu einem fundamentalen Umbau des Rathausinneren. Der neue Treppenaufgang und Aufzug wird nicht, wie ursprünglich von dem beauftragten Architekten Seifert geplant wurde, in die Mitte des Rathauses verlegt. Der Treppenaufgang bleibt - vom Marktplatz aus betrachtet - linksseitig. Somit kann das historische Gewölbe in Innern des Erdgeschosses und der markante mittige Rathaus-Durchgang, der seit dem ersten Bau des Gebäudes im frühen 16. Jahrhundert existierte, erhalten bleiben. Der Blick vom Buttenmarkt auf den Renaissancebrunnen des Marktplatzes, diese von Baumeister Schoner im 16. Jh. konzipierte Sichtachse, bleibt bei geöffneten Rathaustoren weiterhin möglich. Dank an die Denkmalbehörde!

 

Kosten des denkmalgerechten Umbaus: 1,5 Mio. Euro

 

 


 

 

24.10.2016

 

Der Umbau des Hammelburger Rathauses

 

Heute ist Stadtratssitzung und auf der Tagesordnung steht die Beschlussfassung zum Umbau des Hammelburger Rathauses. Wird der historische Rathausdurchgang im Inneren des Gebäudes erhalten bleiben oder nicht?

Dieser Durchgang gehört zu den markantesten baulichen Besonderheiten des Hammelburger Rathauses. Bei geöffneten Toren gibt er den Blick frei auf den Renaissance-Brunnen des Marktplatzes. Bereits das 1526 erbaute Rathaus hatte diesen Durchgang, in dem Bäcker und Metzger ihre Waren angeboten haben.

Dieser Durchgang war sozusagen "die Schranne" des Rathauses. Beseitigt der Stadtrat heute mit seiner Beschlussfassung zur baulichen Innensanierung des Rathaus (energetische Sanierung und Einbau eines Aufzuges) ein Stück ältester und denkmalgeschützter Bauhistorie des wichtigsten baulichen Wahrzeichens der historischen Altstadt?

 

Welch ein politischer Widerspruch ist es, einerseits die Historie der Stadt touristisch zu umwerben und andererseits markante bauliche Merkmale und Besonderheiten ältester und denkmalgeschützter Gebäude fundamental zu verändern?

 

 

Der historische Rathausdurchgang soll verschwinden.

Was sagt hierzu die Denkmalbehörde?

 

 


 

 

 

21.10.2016


Neubau der Saalebrücke in Hammelburg

Wie verändert sich die Hochwassersituation für die Saaleanlieger?

 

Der Neubau der Saalebrücke in Hammelburg hat nicht nur gravierende städtebauliche Auswirkungen am westlichen Stadteingang - die 1956 geschaffene Sichtachse "Marktplatz - Brücke - Kloster Altstadt" verschwindet - , der Neubau der Saalebrücke durch das staatliche Bauamt hat auch unübersehbare Folgen für die Saaleanlieger flussabwärts und deren Hochwassergefährdung. Wie wird sich der Neubau der Brücke bei Hochwasser auswirken? Dass ein derart massiver und uferzerstörender "Vorlandabtrag" und Retentionsausgleich von 4500 qm am Saaleufer hinter der Herrenmühle nötig sein wird, war zu keinem Zeitpunkt Thema einer öffentlichen Beratung im Stadtrat. Die betroffenen Anlieger an der Saale wurden von den zuständigen Behörden einfach vor vollendete Tatsachen gesetzt und zu keinem Zeitpunkt gefragt, ob sie als Grundeigentümer und Saaleanlieger in einem überschwemmungsgefährdeten Gebiet der Stufe 4 Einwendungen gegen die geplante staatliche Baumaßnahme haben. Bis wohin wird sich nach dem Neubau der Saalebrücke die Überschwemmungslinie weiter ausdehnen? Werden die Turnhouter Straße, die Museumsinsel und die Herrenmühle bei Hochwasser noch mehr geflutet werden wie bisher? Auch die Stadt ist als öffentlicher Grundeigentümer und unmittelbarer Saaleanlieger mit Gebäuden (Stadtmuseum, Halle auf der Museumsinsel) von der neuartigen Hochwassergefährdung massiv betroffen. Ebenso in schwerwiegender Weise das Musikerheim. Das Staatliche Bauamt Schweinfurt und das Wasserwirtschaftsamt bleiben eine Antwort schuldig, wieviel Kubikmeter Ausgleichs- und Retentionsraum für das Hochwasser neu geschaffen wurden. Die Angabe von Quadratmetern nützt den betroffenen Anliegern überhaupt nichts! Welche Hochwasserversicherung versichert denn jetzt weiterhin betroffene Saaleanlieger nach Erhöhung der Gefährdungslage durch den Neubau der Saalebrücke?! Das Musikerheim und die Halle auf der Museumsinsel werden beim nächsten Hochwassser abtauchen. Ist dem Vorstand der Stadtkapelle und des Fördervereines Stadtmuseum eigentlich klar, was sie hier klaglos akzeptiert haben? Insbesondere die Situation des Musikerheims ist "unterirdisch"!

 

Apropos "Biber": Lasst diese Tiere endlich leben am Saaleufer oder dort, wo sie Dämme bauen. Wann endlich geht die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Bad Kissingen gegen Saaleanlieger vor, die Elektrozäune am Ufer errichten und mit sehr schmerzhaften Stromstößen die gesamte Tierwelt vertreiben, nicht nur Biber! Wer die Wassertierwelt nicht mag und leiden kann, der sollte kein Haus, das am  Wasser gebaut ist, kaufen.

 

 

 


 

 

15.10.2016

 

Saaleufer hinter der Herrenmühle

Entnahme von Bodenproben - Gülleentsorgung seit Jahren

 

Die Erdhaufen, die am Saaleufer hinter der Herrenmühle ausgebaggert und aufgetürmt wurden, wurden gestern zum Teil abgefahren. Immer noch aber bleiben die Behörden der Öffentlichkeit eine Erklärung schuldig: Was geht hier eigentlich vor? Insbesondere steht die Frage im Raum: Was sind die Ergebnisse der Bodenproben, die an dem Uferabschnitt entnommen wurden? Ist das Erdreich kontaminiert? Seit Jahren wird auf der Saalewiese hinter der Herrenmühle Gülle abgekippt. Legal oder illegal? Woher kommt die Gülle? Von Landwirten der Region oder sind es Entsorgungsfirmen aus Holland oder Norddeutschland, die genau wissen, wo in Deutschland Gülle nichtgenehmigt und illegal abgekippt werden kann, ohne dass irgendeiner danach fragt? - Die Behörden werden gebeten, das Ergebnis der Bodenproben öffentlich bekannt zu geben. Wohin wird von den Lkws die ausgebaggerte Erde gebracht? Ist das Erdreich kontaminiert? Ist die Saalewiese hinter der Herrenmühle ein "Gülle-Acker"? Lässt das Landratsamt Bad Kissingen hier illegale Gülleentsorgung zu, mit gravierenden Folgen für das Grundwasser?

 

 


 

 

12.10.2016

 

Stadtrat Hammelburg - die fehlende politische Opposition


Wer als gewählter Mandatsträger keine Regierungsverantwortung hat, der hat in einer Demokratie die politische Pflicht zur Opposition und zur Kontrolle der Exekutive. Im Hammelburger Stadtrat fehlt diese Opposition. Die regierende CSU-Fraktion und die von der CSU geführte exekutive Verwaltung sowie die CSU-regierten übergeordneten Behörden und Ämter brauchen mehr Kontrolle durch Mandatsträger der Opposition.  Es gibt hier Vorgänge bei den exekutiven Behörden, die politisch inakzeptabel sind. Dass die Öffentlichkeit im Vorfeld der aktuellen Uferbaumaßnahme an der Saale mit keinem Wort vorinformiert wurde, dass hier nichts erklärt wurde und wird, was dieser massive Eingriff in die Uferlandschaft soll, ist inakzeptabel. Einfach mit dem Bagger anrücken und eine gesamte Uferlinie entlang des touristisch umworbenen Stadtmuseums fundamental zu verändern, die gesamte Ufervegetation zu zerstören, aber weder den Anwohnern noch der Öffentlichkeit irgendetwas im Vorfeld zu erklären, was das Wasserwirtschaftsamt hier macht und tut, das geht nicht. Das ist Behörden- und Ämterwillkür, das ist die Arroganz von Staatsbeamten, die offenkundig vergessen haben, dass sie Beamte einer Demokratie und dem Volke zur Rechenschaft verpflichtet sind. Es war die Errungenschaft der Französischen Revolution 1789, dass sich Staatsbeamte öffentlich erklären müssen für ihr Tun und Handeln:

 


Artikel 15 der Menschen- und Bürgerrechte


Die Gesellschaft hat das Recht,

von jedem Staatsbeamten

Rechenschaft über sein behördliches Handeln zu fordern.

 

Paris, 4. August 1789

Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte


 

 

11.10.2016


Neubau der Saalebrücke - Uferzerstörung durch das Wasserwirtschaftsamt

Wann und wie wird das Saaleufer renaturiert?

 

Es heißt nun, für die Uferzerstörung hinter der Herrenmühle sei das Wasserwirtschaftsamt am Landratsamt Bad Kissingen nicht zuständig. Wirklich? Wohin wendet sich denn ein Anlieger, der die Bäume am Ufer für seine Solaranlage weg haben will? Doch nicht nach München! Der geht den nächsten Weg und versucht über lokale politische Beziehungen zu erreichen, was zu erreichen ist. Während andere Anlieger sich jahrelang bei derselben Behörde vergeblich bemühen, dass die Äste einer morschen und niedergebrochenen Weide entfernt werden, weil die ins Wasser hängenden Äste fast jeden Bootsfahrer zu Fall bringen, erhält der eine Anlieger termingerecht kurz vor Fertigstellung seiner Solaranlage die Baumfällung am Ufer frei Haus geliefert. Ältester und gesunder Baumbestand in einer Stunde brutal niedergesägt. Man geht zum Einkaufen und kommt aus der Stadt zurück und die Bäume am Ufer sind weg! In den zurückbleibenden Baumstümpfen keine einzige braune Stelle! Und dann schreibt der Staatsbeamte Eichenseer aus München zwei Monate später, das sei eine Pflegemaßnahme gewesen! Es herrschen Zustände im Wasserwirtschaftsamt, die dringend der demokratischen Kontrolle bedürfen:

 

Wann hat der Hammelburger Stadtrat der aktuellen "Ufer-Baumaßnahme" am und hinter dem Stadtmuseum durch das Wasserwirtschaftsamt aus angeblichen Hochwasserschutzgründen zugestimmt? Wann kommen die Erdhaufen wieder weg? Wie wird das Saaleufer renaturiert? Mit oder ohne Baumbestand? Wie hat die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt zu dieser Maßnahme Stellung bezogen? Wurde der Bund Naturschutz im Vorfeld gehört? Wie wird in Zukunft sichergestellt, dass einzelne Anlieger die Fällung gesunden Baumbestandes nicht mehr erwirken können? Gibt es Staatsbeamte im Wasserwirtschaftsamt, die korrupt sind?

 

 


 

 

10.10.2016


Straße ohne Abwasserkanalisation - Leben wie im Mittelalter

Die Straße "An der Thulba" hinter der Herrenmühle besitzt bis heute keinen Abwasserkanal

 

Was muss man in Hammelburg als Hausbesitzer tun, damit die Stadt - endlich im 21. Jahrhundert - einen Abwasserkanal baut und ein Kanalanschluss, nicht über Umwege, sondern in der amtlichen Straßenadresse möglich wird? Wie lange noch müssen Hausbesitzer, die Grundsteuer und Abwassergebühren seit Jahrzehnten treu und brav bezahlen, auf einen Abwasserkanal in ihrer "kanallosen" Straße warten? Wie ist es zu erklären, dass die einen Hausbesitzer in Hammelburg überhaupt keinen Kanal gebaut bekommen und andere Anlieger außerplanmäßig, außerhalb der Haushaltssatzung,  auf die Schnelle die Straßen- und Kanalerneuerung erhalten? Und des Weiteren dazu, aus Steuermitteln, die Uferneugestaltung hinter dem Haus, genauso wie sie es haben wollen: baumlos zur Erhöhung des Ertrags der am Saale-Ufer installierten Solaranlage und damit auch die Bewohner im Erdgeschoss von Häusern an der Saale hinter der Herrenmühle einen Blick haben auf Kloster Altstadt und Schloss Saaleck? Ach, wie schön ist es doch, direkt am Saaleeufer in Hammelburg zu wohnen, in erhöhter Lage hochwassergeschützt, wenn da nicht all die nervigen Bäume wären, diese vollkommen unnötige Ufervegetation, dieses Gestrüpp, in dem Biber, Fledermäuse und anderes unnötiges Getier hausen, das der Solaranlage die Sonne und den Erdgeschossbewohnern den schönen Ausblick nimmt? Tja, was macht man denn da? Das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen hat doch Möglichkeiten. Hochwasserschutz und Pflegemaßnahmen "aus Verkehrssicherungsgründen", das sind doch schwer zu widerlegende offizielle Erklärungen einer staatlichen Behörde, wenn am Saaleufer hinter der Herrenmühle mal wieder ein Kahlschlag vollzogen wird. Wer will denn allen Ernstes riskieren, dass ein Bootsfahrer auf der Saale von einem Ast erschlagen wird? Keine Behörde kann das wirklich wollen und deshalb haut das Wasserwirtschaftsamt so im Rhythmus von fünf Jahren immer wieder zu und "entkahlt" genau denselben Uferabschnitt hinter der Herrenmühle immer wieder neu! Was machen diejenigen Hausbesitzer in Hammelburg falsch, die weder einen Abwasserkanal erhalten noch erreichen können, dass die Ufervegetation an der Saale bleibt und wachsen darf, und nicht alle paar Jahre brutal zerstört wird von einer Behörde des Landratsamtes Bad Kissingen!?

 

 

Alle fünf Jahre rückt das Wasserwirtschaftsamt an und zerstört die Ufervegetation

an dem immer gleichen Uferabschnitt hinter der Herrenmühle.

Foto: 1. Oktober 2016

 

 


 

 

9.10.2016


Uferzerstörung an der Saale - Wann hat der Stadtrat dieser Baumaßnahme zugestimmt?


Das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen führt zur Zeit am Saaleufer in Hammelburg, im Zuge des Neubaus der Saalebrücke, eine Baumaßnahme gravierenden ökologischen Ausmaßes durch. Eine gesamte Uferlinie flussabwärts hinter der Herrenmühle wird baulich verändert, die bestehende Ufervegetation wurde auf einer Länge von mehreren hundert Metern vernichtet und niedergesägt. Wann gab der Stadtrat diesem einschneidenden staatlichen Eingriff in die Uferlandschaft der Saale sein Einvernehmen? Wann wurde diese Baumaßnahme, die angeblich dem Hochwasserschutz dienen soll, im Stadtrat öffentlich beraten?

Fakt ist: die Öffentlichkeit wurde im Vorfeld der Baumaßnahme nicht informiert. Bereits 2011 ließ das Wasserwirtschaftsamt in einer "Nacht- und Nebelaktion" die Kettensägen anrücken und den gesamten Baumbestand entlang der linksseitigen Uferlinie niederholzen!

Ein Anwohner der Saaletalstraße hatte just zur selben Zeit seine am Boden (!) installierte Solaranlage fertig gestellt. Das sind die Verhältnisse im CSU-regierten Landkreis Bad Kissingen! Wer hier "besondere Beziehungen" zu staatlichen Ämtern hat, der bekommt nicht nur das Saaleufer so gestaltet, wie er es haben will (ohne Baumbestand), nein der bekommt auch unverhofft und außerhalb des Haushaltsplanes seine Straße saniert (ab Saaletalstraße 3), während in anderen Straßen der Stadt mittelalterliche Verhältnisse bestehen bleiben: es gibt noch immer keine Abwasserkanalisation in der Straße "An der Thulba". Der Stadtrat verweigert dort - bis heute (!) - den Bau eines Abwasserkanals für Schmutz- und Oberflächenwasser.

 

 

So sieht es zur Zeit hinter der Herrenmühle in Hammelburg aus. Die gesamte linksseitige Uferlinie der Saale flussabwärts wurde von einem Bagger bearbeitet. Erdhaufen türmen sich. Toller Anblick für Touristen und Anwohner?! Was sollen die neu geschaffenen Ausbuchtungen bringen? Mehr Hochwasserschutz? - Die Häuser hinter der Herrenmühle stehen hochwassergeschützt seit dem 19. Jahrhundert, sie brauchen diese Baumaßnahmen nicht. - Hier werden umsonst Steuergelder verbaggert. - Die gesamte linksseitige Ufervegetation wurde vernichtet, die Tierwelt verscheucht. Bereits 2011 vollzog das Wasserwirtschaftsamt an derselben Uferlinie einen brutalen Kahlschlag. Ältester Baumbestand wurde niedergesägt, es war der Lebensraum von Fledermüsen und Vögeln, angeblich aus Verkehrssicherungsgründen oder weil ein Anlieger in der Saaletalstraße mehr Sonneneinstrahlung für seine am Saaleufer neu erbaute Solaranlage haben wollte? Wer eben in Hammelburg Beziehungen hat zu den Behörden, der ... Wann nimmt diese Landschafts- und Naturzerstörung durch das Wasserwirtschaftsamt endlich ein Ende?! Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz sind an dieser Uferlinie unnötig, denn die Häuser sind so gebaut, dass das Hochwasser sie noch nie erreicht hat. Hier werden Steuergelder sinnlos vergraben, die anderswo - in Diebach oder Westheim - viel dringender verbaut werden müssten zum Ziele des Hochwasserschutzes. Diese Baumaßnahmen hinter der Herrenmühle wurden der Öffentlichkeit nicht kommuniziert und wurden im Stadtrat nicht beraten und diskutiert. Hier handeln staatliche Behörden ohne demokratische Legitimation.

 

6.10.2016

 

Neubau der Saalebrücke

Die ökologische Zerstörung des Saaleufers durch das Wasserwirtschaftsamt

 

Die Stadt Hammellburg wirbt touristisch mit ihrer Geschichte und mit der schönen Landschaft. Umso unverständlicher ist, was Politik und staatliche Behörden zur Zeit tun: einerseits mit denkmalgeschützten historischen Gebäuden der Stadt, dem Rathaus, das demnächst seine bauliche Besonderheit verlieren soll (siehe unten), andererseits mit der schönen Landschaft, dem Saaleufer, an dem die historische Altstadt liegt.

Im Zuge des Neubaus der Saalebrücke wurde das einst grüne Saaleufer in einen braunen Erdhaufen verwandelt. Meterhoch türmen sich zur Zeit Erdberge entlang der Uferlinie, ausgerechnet genau gegenüber der touristisch umworbenen Herrenmühle. Man betritt den Innenhof des Stadtmuseums und sieht am westlichen Horizont, da wo einst das schön begrünte Saaleufer lag, nur noch braun, nur noch Erdhaufen aufgetürmt aneinandergereiht. Die Vegetation entlang der Uferlinie ist komplett zerstört. Es ist ein Kahlschlag entlang der gesamten Uferlinie vom erdrückten Musikerheim abwärts.

Sehr geehrte Herren des Wasserwirtschaftsamtes, was machen Sie denn da? Was soll das bringen, die Saale auszubaggern, das Ufer niederzuholzen und seichte kahle Ausbuchtungen zu schaffen? Schon jetzt kommen die Mücken wieder! Die Mückenplage kehrt zurück! Die seichten unbewachsenen Ausbuchtungen sind ideale Brutstätten für Stechmücken, die durch den Kahlschlag auch keine "Fressfeinde" mehr haben. Aus welchen Gründen wohl haben die Vorfahren das Saaleufer, da wo es bewohnt ist, mit Steinen befestigt und mit Bäumen bepflanzt, sehr geehrtes Wasserwirtschaftsamt? Aber Menschen, die das Saaleufer bewohnen, scheinen die staatliche Behörde nicht zu interessieren!

Wann kommen die Erdhaufen wieder weg, Herr Rottenberger? Was bildet sich Ihre staatliche Behörde ein, hier tun zu können? Welche Landschaftszerstörung! Wann wird die Vegetation am Ufer erneuert? Wann und wie wird der brutale Kahlschlag neu bepflanzt? In den Uferbäumen, die gefällt wurden, wohnten nicht nur Mücken fangende Vögel, sondern auch Fledermauskolonien, die durch den Kahlschlag vertrieben wurden. Was sagt denn die untere Naturschutzbehörde hierzu? Der Neubau der Saalebrücke ist eine ökologische, landschafts- und städtebauliche Katastrophe. Einerseits verschwindet die in den 1950er Jahren neu geschaffene Sichtachse "Kloster Altstadt - Saalebrücke - Marktplatz", andererseits wird das Saaelufer im Umfeld des Brückenneubaus in seiner bisherigen ökologischen Gesamtkonzeption, die für alle Beteiligten, Mensch und Tier, gut funktioniert hat, komplett zerstört. Und das aus Steuermitteln!

 

Kümmert es irgendeinen gewählten Volksvertreter, Mandatsträger oder Bürgermeister der Stadt Hammelburg, irgendeine Fraktion des 2014 gewählten Stadtrates, was zur Zeit am Saaleufer vom Musikerheim abwärts geschieht? Welcher gewählte Mandatsträger begibt sich einmal in den Innenhof des Stadtmuseums und schaut sich das Schlamassel an, die ökologische Vernichtung des Saaleufers durch staatliche Behörden aus Steuermitteln, den Kahlschlag entlang der gesamten Uferlinie? Wo bleibt die Stimme des Bund Naturschutz und der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt?! Wo ist die Stimme des Tourismusverbandes?

 

 

 


 

 

4.10.2016

 

Umbaupläne für das Rathaus

Wird der historische Rathausdurchgang bleiben?

 

 

 

Eine bauliche Besonderheit des Hammelburger Rathauses ist der mittige Rathausdurchgang, der bei geöffneten Toren vom Buttenmarkt aus den Blick frei gibt auf den Renaissance-Brunnen des Marktplatzes.

 

Ob dieser Durchgang, der über ein schönes Deckengewölbe verfügt, beim geplanten Rathausumbau beseitigt wird oder nicht, darüber gibt auch der Pressebericht vom 30.9.2016 in infranken.de keine Auskunft. Wann informiert der Stadtrat die Öffentlichkeit detailliert und vollständig über die aktuellen Umbauplanungen? Sechs Planungsvarianten seien geprüft worden, so heißt es im Pressebericht. Warum erfährt die Öffentlichkeit von diesen unterschiedlichen Varianten überhaupt nichts? Wann werden die sechs Planungsvarianten öffentlich ausgehängt, sodass sich jeder interessierte Bürger ein Bild davon machen kann, wie sich das Innere des Rathauses konkret verändern wird. Die Beseitigung des historischen Rathaus-Durchgangs ist und wäre ein gravierender baulicher Verlust des denkmalgeschützten Gebäudes, das 1526 - 1529 erstmals und 1855/56 zum zweiten Mal neu erbaut wurde. Herr Bürgermeister Warmuth, was geschieht mit dem denkmalgeschützten Rathausdurchgang? Bleibt er oder wird er beseitigt? Für welche Variante hat sich der Stadtrat entschieden? Was sagt die untere Denkmalbehörde des Landratsamtes zu den Planungen?

 

Zur Geschichte des Hammelburger Rathauses schreibt die "Chronik der Stadt Hammelburg": "Ein böses Ende sollte dem stolzen Stadthaus beschieden sein. Am 25. April 1854 fielen drei Viertel der Stadt Hammelburg einem Großfeuer zum Opfer. Unter den vernichteten Gebäuden befand sich auch unser altehrwürdiges Rathaus. Mit ihm fielen wertvolle Urkunden und reiche Aktenbestände den Flammen zum Opfer (...) Nun hieß es, an die Herstellung eines entsprechenden Neubaus zu gehen (...) Aber ein heftiger Sturmwind warf am 4. Dezember 1854 die freistehende Giebelwand nieder, die dabei noch die Gewölbe des Erdgeschosses und sogar die des Kellers einschlug (...) Nun wurde in den Jahren 1855/56 ein vereinfachter Neubau ausgeführt, dessen Mauerwerk die Überreste der alten Grundmauern als Basis erhielt." - Quelle: Heinrich Ullrich, Chronik der Stadt Hammelburg, Seite 55.

 

Aus diesem Bericht der Chronik geht hervor, dass schon der Rathausneubau von 1526/29 im Erdgeschoss über Deckengewölbe verfügte. Der zweite Neubau nach dem Stadtbrand stellte diese Gewölbe teilweise wieder her in Gestalt des Rathausdurchgangs, der nun beseitigt werden soll. Diese geplante Veränderung ist ein massiver baulicher Eingriff in das denkmalgeschützte historische Rathaus der Stadt. Das Rathaus verliert im Erdgeschoss, sollte der Rathausdurchgang tatsächlich beseitigt werden, die Gewölbe, die es seit dem frühen 16. Jahrhundert hatte. Gibt die Denkmalbehörde hierzu tatsächlich ihre Zustimmung?

 

 


 

 

29.9.2016


Umbau des Rathauses - kein Pressebericht, keine Öffentlichkeitsinformation

 

Bei der Stadtratssitzung am Montag, 26.9.2016, stand der Umbau des Rathauses auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung. Unter Tagesordnungspunkt 3 der Sitzung hieß es: "Barrierefreier Ausbau des Rathauses, Grundrissvorstellung". - Was ist hier nun los? Warum kommt kein Pressebericht zu diesem Tagesordnungspunkt? Wurden die Planungen zum Rathausumbau zurückgestellt? - Ist es nicht ein architektonischer und finanzieller "Unsinn" ersten Ranges, das Innere des Rathaues - d. h. den gesamten Grundriss - wegen eines Aufzuges (barrierefreier Zugang) vollständig umzubauen, wenn es die bauliche Möglichkeit gibt, den Aufzug auch von außen anzufügen? Man muss sich das mal vorstellen: die Beseitigung des historischen Rathausdurchgangs im Erdgeschoss mit Beseitigung des jetzigen Treppenaufgangs - was ein solcher Umbau alleine von der Statik her für einen Aufwand bedeutet, währenddessen die Hinzufügung eines Aufzuges von außen nur einen Mauerdurchbruch in der östlichen Wand des Rathausremters erfordern würde. Den Aufzug in das direkt benachbarte ehemalige Kaufhaus zu verlegen und die beiden Gebäude mit einem gläsernen Durchgang zu verbinden, bietet sich doch geradezu an und wäre die kostengünstigste und architektonisch reizvollste Lösung. Wer kam auf die absurde Idee, den gesamten historischen Grundriss des Rathauses wegen eines Aufzuges zu verändern? Welch ein "Schildbürgerstreich" ist denn das schon wieder?

 

 

 

 


 

 

28.9.2016


Sanierung Bahnhofstraße - Verkehrszählung


Zum geplanten Umbau des Hammelburger Rathauses gibt es heute noch keinen Pressebericht, dafür zur Verkehrszählung in der Bahnhofstraße. "Was soll diese Zählung bringen?", fragen Bürger und Anlieger. "Wir wollen endlich eine Einbahnstraße in der Bahnhofstraße!" Die wenigen zwei oder drei Geschäftsleute bzw. der Vorstand des Wirtschaftsfördervereins, die die beidseitige Verkehrsführung in der Bahnhofstraße weiterhin fordern, stehen in der Kritik, weil sie das Geschäftesterben in der Bahnhofstraße nicht verhindert haben. Wann hat der Vorstand des Wirtschaftsfördervereins jemals Stellung bezogen gegen den Neubau des "Fachmarktzentrums" am städtischen Friedhof? Mit der Eröffnung der neuen Discounter begann vor fünf Jahren schlagartig das Geschäftesterben in der Bahnhofstraße. Den Geschäften in der Innenstadt wurde die Laufkundschaft genommen. Demnächst schließen zwei weitere alteingesessene Geschäfte für immer. Auch die Sanierung des Viehmarktes, der bis 2014 ein belebter und stark frequentierter Innenstadtparkplatz war, ist ein Faktor, der das Geschäftesterben weiter befördert. Der sanierte Viehmarkt ist ein toter Platz im Alltag, auf dem sich kaum jemand aufhält. Den umliegenden Geschäften wurde die Parkplatz- und Laufkundschaft genommen: "Der Platz ist tot, für 2,2 Millionen Euro, Geld des Steuerzahlers, tot saniert!"

 

 

 


 

 

26.9.2016

 

Stadtratssitzung heute - Der geplante Umbau des Rathauses

Widerspruch und Widerstand

 

Das altehrwürdige, städtebaulich markante und denkmalgeschützte Hammelburger Rathaus - erbaut 1526, niedergebrannt im verheerenden Stadtbrand von 1854 und wieder aufgebaut 1856 - soll umgebaut werden, und zwar im Inneren. Das Rathaus soll einen Aufzug erhalten. Deshalb soll der innen liegende Rathausdurchgang im Erdgeschoss beseitigt werden.

Gegen diese Planungen des städtischen Bauamtes gibt es massiven Widerspruch aus der Bevölkerung und Bürgerschaft. Kein Mensch wurde im Kommunalwahlkampf 2014 von den Parteien und Fraktionen über diese gravierende bauliche Veränderung des Rathauses informiert. Ein Aufzug kann doch auch außen am Gebäude angebaut werden in moderner, transparenter und gläserner Gestalt.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, zwischen dem ehemaligen Hammelburger Kaufhaus, das die Stadt im Januar 2016 käuflich erworben hat, und dem Rathaus einen gläsernen Durchgang herzustellen, sodass der Aufzug für das historische Rathaus in das ehemalige Kaufhaus verlegt werden kann und eine Beseitigung des historischen Rathausdurchgangs entfallen würde.

 

 

Das Hammelburger Rathaus (Foto: vor 1925)

 

Gegen die Planungen des städtischen Bauamtes (Detlev Mohr), den seit dem 16. Jahrhundert

existenten Rathausdurchgang zu beseitigen, gibt es massiven Widerspruch. 

 

Zur Baugeschichte des Hammelburger Rathauses ist in der

"Chronik der Stadt Hammelburg" (Heinrich Ullrich, 1956, Seite 53 - 56) nachzulesen:

 

"In der ältesten Zeit wurden die Gemeindeangelegenheiten unseres Ortes auf dem Versammlungsplatz unter der Linde vor der Stadtpfarrkirche behandelt. Erst nach dem Werden der Stadteinheit und nach Erhalt der Selbstverwaltung gegen Ende des 13. Jahrhunderts durfte sich Hammelburg ein Rathaus bauen. Dieses bekam seinen Standort auf dem Platz, wo sich jahrhundertelang die Toranlage des Hamulo Castells befunden hatte.

Aber in Erinnerung an die uralte Zusammengehörigkeit von politischem Versammlungsort und religiöser Kultstätte wurden noch lange Zeit die Verordnungen der Regierung und des Stadtrates Sonntags nach dem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche bekannt gegeben. Erst "am 17. September 1542 ist durch Schultheißen und Bürgermeister angefangen worden, dass alle Gebote in Profansachen vor dem Rathaus über die Treppe herab verkündet werden" (...)

Das erste Rathaus scheint nur ein bescheidener Bau gewesen zu sein. Die Stadt aber war im Laufe der Jahre zu Wohlstand gekommen. Da ist es nicht weiter wunderlich, wenn sich im beginnenden 16. Jahrhundert die Stadtväter nach einem Gemeindehaus sehnten, das in imponierender Aufmachung ihrem Bürgerstolz gerecht würde (...) Im Jahre 1526 ließ die Stadt das alte Rathaus abbrechen und mit dem Neubau beginnen. "1529 den 22. September ist das neue Rathaus zu Hammelburg eingenommen, bezogen und der erste Rat darin gehalten worden."

 

 

 


 

 

25.9.2016

 

Max Mannheimer ist gestorben

 

Am 29. April 1945 befreiten US-Soldaten das Konzentrationslager Dachau. Einer der Überlebenden war Max Mannheimer. Einer der Befreier war Arnold Samuels, geboren 1923 in Hammelburg, Kissinger Straße 8. "Mehr als 30 000 Gefangene waren an diesem Tag noch im Lager. Schon als die US-Truppen sich dem Lager näherten, schlug ihnen ein unglaublicher Gestank entgegen. Die GIs entdeckten einen Zug voll verwesender Leichen. "Menschliche Körper, kreuz und quer übereinander, verhungert, verdurstet, erschossen", beschreibt ein US-Soldat, was er sah. Es war der Todeszug von Buchenwald, der 21 Tage lang von Weimar nach Dachau mit über 1000 KZ-Häftlingen unterwegs war. Auch im Lager Dachau selbst bot sich den US-Truppen ein grauenvolles Bild: In der Totenkammer, im Krankenbereich, im Krematorium - überall häuften sich die Leichen. Auch unter freiem Himmel lagen die nackten und toten Körper geschundener Menschen. Doch auch der Anblick der Überlebenden war erbarmungswürdig. Die GIs fanden mehr als 30 000 Menschen in dem völlig überfüllten Lager vor, das ursprünglich für 6000 Häftlinge gebaut war. Die Häftlinge waren ausgemergelt und entkräftet, viele von Krankheiten gezeichnet. Im Lager grassierten Typhus und Fleckfieber. Auch in Dachau stießen die Befreier auf Gaskammern." (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 25.9.2016) - Max Mannheimer überlebte die Hölle von Dachau. Zum Zeitpunkt der Befreiung war er 25 Jahre alt. Er blieb in Deutschland wohnen und ließ sich in München - Haar nieder. Wir trauern um Max Mannheimer. Der nette ältere Herr mit den schneeweißen Haaren wird uns nicht mehr beim Einkaufen im Tengelmann begegnen und uns in ein Gespräch verwickeln.

 

 

 


 

 

23.9.2016

 

Sanierung Bahnhofstraße - Konfliktpunkte

Wer setzt seine Interessen durch? - Anlieger oder der Vorstand des Wirtschaftsfördervereins?

 


 

Verkehrsführung: Einbahnstraße und Fußgängerzone in Teilabschnitten?

Welche Lampen? - Die hässlichen und teuren Lampen der Viehmarktsanierung?

Welches Pflaster? - Aus Indien und China? Aus Kinderarbeit und Zwangsarbeiterarbeit? Wo bleibt Fairtrade?

Wieviele Parkplätze und in welcher Anordnung? Einseitige schräge Anordnung entlang der Einbahnstraße oder weiterhin das nervige "Slalomfahren" durch beidseitig versetzt angeordnete Parkplätze?

Welche Begrünung? Nur "Mini-Zierbäume" oder richtige Bäume? Dürfen Bürger Bäume spenden für die Bahnhofstraße und eine Pflegepatenschaft für einen gespendeten Baum übernehmen?

Anliegerbeiträge: Was kommt auf die Hausbesitzer der Bahnhofstraße an Kosten zu? Welche Kosten dürfen auf die Anwohner umgelegt werden und welche nicht?


 

Welche Fraktion des Stadtrates wäre bereit, in einer Bürgerversammlung diese Fragen und Konfliktpunkte mit Bürgern und Anliegern öffentlich zu diskutieren, um ein Meinungsbild für die Sanierungsplanung zu erhalten? Mehr Mitsprache von Bürgern bei Projektplanungen war das Wahlversprechen aller Fraktionen des 2014 neu gewählten Stadtrates. Wo bleibt nun diese Mitsprache? Wo bleibt die Transparenz bei Sanierungsplanungen von Seiten der exekutiven Verwaltung und von Seiten der politischen Entscheidungsträger? Jetzt ist die Zeit, ein Meinungsbild zur Bahnhofstraße aus der Bürgerschaft zu eruieren. Das beredte Schweigen der regierenden CSU-Fraktion zur Bahnhofstraße deutet auf eine weitere Geheimrats- und Konfrontationspolitik hin (vgl. der geheime Kauf des Hammelburger Kaufhauses im Januar 2016 und die monatelangen Geheimberatungen zum Bürgerspital).

 

 


 

 

 

22.9.2016


Sanierung Bahnhofstraße

Wann gibt´s eine Bürgerversammlung mit Informationen zum Planungsstand?


Die Sanierung der Bahnhofstraße war Wahlversprechen aller Fraktionen des Stadtrates. Zweieinhalb Jahre sind seit der Kommunalwahl 2014 vergangen. Nichts ist bislang in der Bahnhofstraße geschehen. Längstens hätte eine andere Verkehrsführung mit einer Einbahnstraßenregelung in Teilabschnitten getestet werden können. Dass diesbezüglich seit nunmehr zwei Jahren gar nichts geschieht, nicht einmal in einer Testphase, ist ein sehr schlechtes Zeichen. Es deutet darauf hin, dass hier Planer und Interessensvertreter im Hintergrund wirken, die eine neue Verkehrsführung (Einbahnstraße bzw. Fußgängerzone in Teilabschnitten) nach wie vor nicht wollen und boykottieren. - Was sind die Gründe? - Wann endlich gibt es eine Bürger- und Anliegerversammlung zur Bahnhofstraße, in der die maßgebenden Interessensvertreter ihre Vorstellungen zu einer sanierten Bahnhofstraße transparent und öffentlich machen? Wann dürfen Bürger und Anlieger der Bahnhofstraße, die die Sanierung mit sehr hohen Anliegerbeiträgen finanzieren werden müssen, endlich in einer Bürgerversammlung öffentlich darüber diskutieren, welche Vorstellungen und Wünsche sie selbst zur Neugestaltung der Bahnhofstraße haben? Es ist an politischer Impertinenz nicht zu überbieten, welcher Einfluss dem Vorstand des Wirtschaftsfördervereins, der eine Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße seit Jahr und Tag boykottiert, weiterhin gewährt wird. - Dieser Vorstand ist vom Volke nicht gewählt!! - Wann hört "das Gemauschel" hinter den Kulissen endlich auf? Wann kommt eine Bürgerversammlung, in der der 1. Bürgermeister die aktuellen Planungen zur Bahnhofstraße, die längstens laufen, transparent macht? Die Sommerpause ist vorbei, jetzt ist die Zeit, den Planungsstand zur Bahnhofstraße den Bürgern und Anliegern darzulegen. Die Sanierung der Saaletalstraße ist doch "kalter Kaffee"! Was interessiert, sind die Planungen zur Bahnhofstraße.

 

 

Schon vor acht Jahren entwarfen Jugendliche des "Jugendladens" unter Leitung von Stadtrat Christian Fenn (Junge Liste)

eine schöne Planung für die Bahnhofstraße mit Begrünung und Verkehrsberuhigung.

 

Foto: Jugendladen

 


 

 

21.9.2016


Städtebau in Hammelburg: Wie geht´s weiter mit der Bahnhofstraße?


Zur Zeit laufen hinter den Kulissen nichtöffentlich die Planungen für die Sanierung der Bahnhofstraße. Wird es eine Einbahnstraßenregelung bzw. Fußgängerzonen-Teilbereiche geben oder nicht? Wird der Vorstand des Wirtschaftsförderverein in geheimen Absprachen mit den politischen Planern seine Interessen durchsetzen und die Teilberuhigung der einstigen Hauptgeschäftsstraße Hammelburgs weiterhin verhindern? Ähnlich wie beim Viehmarkt und beim Bürgerspital laufen die Planungen nichtöffentlich und hinter den Kulissen. Bürger und Anlieger bleiben wieder einmal außen vor. Sie werden demnächst konfrontiert werden mit einer Planung, die insbesondere folgende Interessen berücksichtigt: die des Vorstandes des Wirtschaftsfördervereins. Dementsprechend wird die neue Verkehrsstudie ausfallen. Der Steuerzahler zahlt die Studie. Es ist keine unabhängige Studie. Die neue Verkerhsstudie dient vielmehr den Interessen jener, die seit Jahrzehnten die Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße erfolgreich verhindert haben und es noch immer tun.

 

Rückblick: mit dem Neubau eines "Fachmarktzentrums" am städtischen Friedhof durch die Bindrum & Benner GmbH begann in Hammelburg schlagartig 2012 das Geschäftesterben in der Bahnhofstraße. Die tägliche Laufkundschaft brach abrupt weg und fehlt den Geschäften in der Innenstadt bis heute. Das Geschäftesterben geht weiter, demnächst werden weitere Geschäfte in der historischen Altstadt schließen. Die Genehmigung des Fachmarktzentrums am städtischen Friedhof war eine der gravierendsten politischen Fehlleistungen des rot-grün regierten Stadtrates 2008 - 2014 unter Bürgermeister Ernst Stross (SPD) und Annemarie Fell (Grüne). Sehr wohl hätte durch Bauleitplanung das "Discounterzentrum" am städtischen Friedhof verhindert werden können. Bis heute leidet der Einzelhandel in der Innenstadt unter dieser politischen Fehlentscheidung. Das Geschäftesterben geht weiter, weil die Laufkundschaft fehlt.

 

 

 


 

 

11.9.2016


Lokalgeschichte: Hammelburg unter Julius Echter von Mespelbrunn (1576 - 1603)

 

Zum Tag des offenen Denkmals ist heute das "Rinecker-Haus" geöffnet. Es wurde in einer Zeit erbaut, als Hammelburg von dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn regiert wurde. Echter ließ in seiner Regierungszeit (1573 - 1617) über 900 Hexen alleine in Würzburg verbrennen und betrieb die Gegenreformation durch gewaltsame Verfolgung der Protestanten und Konfiszierung ihres Vermögens.

Wenn das Rinecker-Haus 1590 von einer jüdischen Familie erbaut wurde, wie von der Eigentümerin des Hauses vermutet wird, dann erhielten die jüdischen Bauherren die Baugenehmigung nicht aus Fulda, sondern aus Würzburg. Auffallend in der Lokalgeschichte Hammelburgs ist, dass 1580, als Echter die Stadt und das Hochstift Fulda regierte, auch der jüdische Friedhof in Pfaffenhausen genehmigt wurde.

War der Würzburger Fürstbischof ein Freund der Juden?  Oder war er nur an der sehr hohen Judensteuer interessiert? Warum ließ Echter in Hammelburg die lutherischen Pfarrer Matthias Dilesius und Georg Horn weiter gewähren, während er in Würzburg Protestanten grausam verfolgen ließ? Wurden in Hammelburg in der Zeit Echters (1576 - 1603) Protestanten verhaftet und im Hexenturm (Mönchsturm) inhaftiert, gab es in dieser Zeit Hexenverbrennungen? Das Rinecker-Haus und die Zeitepoche, in der es erbaut wurde, wirft viele Fragen auf.

 

Heinrich Ullrich berichtet in der Chronik der Stadt Hammelburg (Seite 124) im Kapitel über das Centgericht, dass im Jahr 1526 die lokale Gerichtsstätte für Schwerverbrechen, die sich seit vielen hundert Jahren auf Berg Saaleck befand, vor das Obertor der Stadt verlegt wurde, weil aufständische Bauern 1525 den Gerichtsort auf Saaleck zerstört hatten.

200 Jahre lang (1526 - 1726) tagte laut Chronik das Gericht nun vor dem Obertor im Freien unter einer Gerichtslinde. Die zum Tod Verurteilten wurden von dort zum Südhang des Buchberges geführt. "Hier kam erstmals 1596 ein Galgen zur Aufstellung", berichtet Heinrich Ullrich in der Chronik (Seite 124). Es war die Regierungszeit Julius Echters.

Gab es auch in Hammelburg Hexenverbrennungen? Hierzu schreibt Ullrich (Seite 129, Chronik): "Unser Centgericht spielte auch in den Tagen des Hexenwahnes einige Jahre lang eine Rolle. Denn auch in der Hammelburger Cent flammten etlichemale die Scheiterhaufen für die Opfer dieses grausen Wahnes (...) Erst nach dem dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) wurde das Hammelburger Centgericht mehr und mehr vernachlässigt."

 

 

 


 

 

10.9.2016


Historische Altstadt Hammelburg

1590: Das "Haus Rinecker" wurde vermutlich von Juden erbaut


Es gibt private Hausbesitzer in der historischen Altstadt Hammelburgs, die vorbildlich und richtungsweisend mit der Historie und der historischen Bausubstanz ihres Hauses umgehen. Das "Haus Rinecker" in der heutigen Dalbergstraße 30 ist ein solches Beispiel. Das 426 Jahre alte Haus, das 1590 erbaut wurde und den verheerenden Stadtbrand von 1854 überlebt hat, wurde in einer sehr turbulenten historischen und lokalhistorischen Zeit erbaut. In der Zeitspanne von 1576 - 1603 wurde Hammelburg nicht von Fulda aus regiert, sondern von dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter v. Mespelbrunn.

Der Fuldaer Fürstabt Balthasar v. Dernbach war 1570 an die Macht gekommen. Auch in Hammelburg, das seit 1525 protestantisch war, wollte Dernbach die Gegenreformation durchführen. Deshalb reiste er am 2. Mai 1576 nach Hammelburg. Dort musste er aber unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil Julius Echter v. Mespelbrunn die Macht in Fulda an sich gerissen hatte. In Hammelburg konnten die beiden evangelischen Pfarrer - Matthias Dilesius und M. Georg Horn - weiter wirken bis zu ihrem Tod. Dilesius starb 1594 in Hammelburg, Georg Horn im September 1603. Vermutlich wurde einer der beiden in der "Neuen Kirche" am Viehmarkt, die die Kirche der Reformation war, beerdigt.

In dieser bewegten Zeitepoche, gegen Ende des 16. Jahrhunderts, da Hammelburg im Unterschied zu anderen Orten und Städten noch protestantisch war, entstand das Rinecker Haus um 1590 in der damaligen Judengasse (heute Dalbergstraße 30). Juden lebten und wohnten in Hammelburg nachweisbar seit dem 13. Jahrhundert. Die Straße, in der sie wohnen und Handel treiben durften, war die Judengasse. Diese Straße war im positiven Sinne ihr Ghetto, ihr Wohn- und Handelsbezirk. Dort konnten sie auch ihre Religion ausüben und um 1560 erstmals eine Synagoge erbauen.

Die Judengasse umfasste vom 13. Jahrhundert bis 1934 nicht die Hohgasse und die Häfnergasse. Erst in der NS-Zeit (1934) wurden diese drei historischen Straßen der Hammelburger Altstadt (Hohgasse - Judengasse- Häfnergasse) zu einer einzigen Straße zusammengefasst und umbenannt zur Horst-Wessel-Straße, in welcher der berüchtigte SA-Sturm Hammelburg seine Aufmärsche bevorzugt abhielt und judenfeindliche Lieder skandierte. Nach der Befreiung Hammelburgs von der nationalsozialistischen Terror- und Gewaltherrschat durch die Amerikaner am 7. April 1945 wurde die Horst-Wessel-Straße in Dalbergstraße umbenannt.


Um 1590 war es vermutlich eine jüdische Familie, die das Rinecker Haus erbaut hat. Es sind drei Gründe, die dafür sprechen: 1. die Lage des Hauses in der einstigen historischen Judengasse 2. die Rundfenster über dem schönen Eingangsportal des Hauses und 3. der kunstvoll geschnitzte Türrahmen, die Türpfosten, die vermutlich eine sog. Mesusa getragen haben. Gläubige Juden bringen am Hauseingang ein Täfelchen an, das an die Thora, an das jüdische Gesetzes, d. h. an die Zehn Gebote des Mose erinnert. Rundfenster symbolisieren im Judentum das "Auge Gottes". Vgl. das Rundfenster an der ehemaligen Hammelburger Synagoge. Auch das einstige jüdische "Haus Nussbaum" in der Bahnhofstraße 3 (Eisenwarenhandlung Adolf Nussbaum), das 1905 im Stil des Neoklassizismus erbaut wurde, hatte 9 Rundfenster als Oberlichter unter dem Dach. Die Nazis, die damalige Bezirkssparkasse Hammelburg, bauten 1937 das Haus so um, dass es nicht mehr als "Judenhaus" zu erkennen war. Die Rundfenster unter dem Dach wurden beseitigt, das jüdische Haus erhielt eine vollkommen neu gestaltete Aussenfassade, die bis in die 1990er Jahre existierte.

 

"Im Januar 1671 wurde Bernhard Gustav, Markgraf von Baden, zum Fürstabt des Fuldaer Hochstifts erwählt. Dieser Herr war kein Freund der Israeliten. Bereits zwei Monate nach seinem Amtsantritt, unterm 24. März 1671, erließ er ein Mandat (einen Erlass), welches die Ausweisung der Juden aus dem Fuldaer Gebiet verfügte." (Chronik der Stadt Hammelburg, Heinrich Ullrich, Seite 186). Wenn das Rinecker Haus um 1590 von einer jüdischen Familie erbaut worden ist und bewohnt wurde, dann kam es um 1671 zu einem Besitzerwechsel. Die jüdische Familien Hammelburgs, die in der Judengasse wohnten, wurden allesamt ausgewiesen und mussten die Stadt und das Hochstift Fulda verließen. Die verlassenen jüdischen Häuser in der Hammelburger Judengasse gingen um 1671 in den Besitz katholisch-christlicher Besitzer über. Vermutlich war das Rinecker Haus von seinem Ursprung her kein "Zehnthaus", sondern das Haus einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie, die 1671 ausgewiesen wurde.


 

 

 


 

 

9.9.2016


Das Bürgerspital - Galgenfrist von 5 Jahren

CSU plant weiterhin die Schließung des Seniorenpflegeheims

 

Wie heute der Lokalpresse zu entnehmen ist, wird das städtische Seniorenpflegeheim im Bürgerspital für weitere 5 Jahre bestehen. Wer hätte das gedacht, dass zumindest dieses Ziel erreicht werden konnte, nachdem noch vor einem Jahr im Herbst 2015 der Stiftungsausschuss des Stadtrates die Schließung und Umwandlung des Hauses in "Betreutes Wohnen"  in Geheimverhandlungen mit der Carl-von-Hess´schen Stiftung zielorientiert beraten und vorangetrieben hat, sodass die langjährige und kompetente Heimleitung gekündigt und das Haus verlassen hat.

Im letzten Augenblick besann sich im Juli 2016, nach öffentlichen Protesten von Mitarbeitern und Angehörigen, eine nicht große Mehrheit des Stadtrates, bei einer Anwesenheit von nur 20 von 26 stimmberechtigten Mandatsträgern, auf die ethische, politische und humanitäre Brisanz dieses Vorhabens: 38 schwer pflegebedürftige Menschen hätten "ausgelagert" werden müssen und ihren Pflegeplatz in Hammelburg verloren. Die Stadt konnte innerhalb ihrer Gemarkung keine und schon gar nicht in der Stadtmitte Ersatzpflegeplätze anbieten. Die Planungen der Carl-von- Hess´schen Stiftung, das Haus zu übernehmen und zu schließen, existieren aber weiter und bedrohen den Fortbestand des Bürgerspitals immer noch.

 

Ein Hoffnungsschimmer bleibt alleine die Kommunalwahl 2020 und die damit einhergehende Option der Abwahl der CSU als regierende Partei. Die Zukunft des Bürgerspitals liegt in der Hand des kommunalen Wählers 2020. Wer die CSU wählt, der begräbt das älteste Seniorenheim Hammelburgs endgültig und liefert das Haus in zentraler und sanierter Altstadtlage einem Investor aus, der rein profitorientierte Ziele und Interessen  verfolgt. 

Die Carl-von-Hess´sche Stiftung verdient seit 2013 Millionen mit der Unterbringung von Flüchtlingen und auch alte Menschen sind für die Stiftung nur noch ein Gewinnfaktor. Was und wer sich nicht rechnet und Profit erwirtschaftet, der muss weg und verschwinden. Die "schwarze Null" in der Jahresbilanz des städtischen Pflegeheims reicht der CSU nicht mehr. Profit, Profit, Profit, das ist die wichtigste aktuelle Handlungsmaxime der Hammelburger CSU.

Den politischen Willen, das kleine Pflegeheim in der Stadtmitte über 5 Jahre hinaus langfristig zu erhalten, hat die CSU nicht. Der Investor, der im Hintergrund steht, die Carl von Hess´sche Stiftung, giert auf das historische und denkmalgeschützte Haus, das 2021 ein vollständig saniertes Umfeld haben wird, eine sanierte Bahnhofstraße und der sanierte Viehmarkt.

Durch diese Sanierungen, durch die millionenschwere staatliche Städtebauförderung, erfährt die Immobilie "Bürgerspital" eine bedeutsame Wertsteigerung. Hier will nun ein Investor zugreifen. Der Staat und der Steuerzahler, die staatliche Städtebauförderung, werden missbraucht zur Wertsteigerung von städtischen Immobilien, die dann flugs in die Hände eines Investors überführt werden. Das Bürgerspital, das älteste Seniorenheim Hammelburgs, hat nur die Chance auf eine langfristige Weiterexistenz, wenn die Wähler bei der Kommunalwahl 2020 die CSU und ihren Bürgermeisterkandidaten Martin Wende konsequent nicht wählen.

 

Wer steht seit einem Jahr hinter den Schließungsplänen für das Bürgerspital? Landrat Thomas Bold (CSU), Vorsitzender der Carl-von-Hess´schen Stiftung - Martin Wende, Stadtrat und Fraktionssprecher der CSU - und Patrick Bindrum, Bauunternehmer, Stadtrat und Kreisrat der CSU. Diese drei Mandatsträger der CSU sind politisch hauptverantwortlich für die Turbulenzen um das Bürgerspital, die noch lange nicht zuende sind und weitergehen werden. Das Bürgerspital ist nicht gerettet. Dem Haus, den alten Menschen, ihren Angehörigen sowie den Mitarbeitern wurde einzig und alleine eine Gnadenfrist von 5 Jahren gewährt. Immerhin konnte dieses Ziel erreicht werden. Das "Gepokere" um die historische Immobilie in bester und städtebaulich sanierter Innenstadtlage geht aber - hinter den Kulissen und "undercover" - weiter. Das Bürgerspital wird eines der wichtigsten Themen der Kommunalwahl 2020 sein. Bis 2021 läuft die aktuelle Betriebsgenehmigung. Was dann, Herr Wende? Wann legen Sie die Maske ab und zeigen Ihr wahres politisches Gesicht? Hammelburg voranbringen, aber wie?!

 

 

 

 


 

5.8.2016


Bauleitplanung - demographischer Wandel

Es fehlen seniorengerechte Wohnungen im Stadtzentrum

 

An der Zielbestimmung der Bauleitplanung Berliner Straße/Ofenthaler Weg (ehemals Gärtnerei Schlereth) wird heftig Kritik geübt: nur Einfamilienhäuser sollen dort gebaut werden. Senioren, die im Stadtzentrum bzw. in fußläufiger Nähe eine Wohnung suchen mit dem möglichen Angebot des Betreuten Wohnens, gehen wieder einmal leer aus. Schon wieder "verschenkt" der Stadtrat eine riesige Baufläche in unmittelbarer Nähe des historischen Stadtkerns, die sich optimal für den Neubau einer Seniorenwohnanlage geeignet hätte.

Wann endlich stellt sich der Stadtrat dem demografischen Wandel und schafft im Stadtzentrum bzw. in dessen Nähe Möglichkeiten des Wohnens im Alter mit fußläufigen Wegen zum Einkaufen? Bereits 2008 "verschenkte" der damals rot - grün regierte Stadtrat eine sehr große Baufläche am städtischen Friedhof (ehemalige Gärtnerei L. Schlereth) ohne Bauleitplanung (!) zum Bau eines Fachmarktzentrums anstatt in dieser guten Lage zentrumsnahe Seniorenwohnungen zu schaffen. Die Zeit läuft der Politik davon, die Bevölkerung Hammelburgs wird rein statistisch und zahlenmäßig immer älter, aber die politisch - städtebauliche Planung (Bauleitplanung) kommt dem demografischen Wandel nicht hinterher.

250 000 Euro gibt nun der Stadtrat für die Erschließung einer großen zentrumsnahen Baufläche aus, die dann nur mit ein paar wenigen Einfamilienhäusern bebaut sein wird, währenddessen Senioren weiterhin vergebens im Stadtzentrum nach altersgerechten, neuwertigen bzw. altbausanierten Wohnungen suchen. Die Zielbestimmung der Bauleitplanung Berliner Straße 1/Ofenthaler Weg - nur Einfamilienhäuser - ist eine unverantwortliche Verschwendung von kommunalem Baugrund im Angesicht eines Immobilienmarktes, der im Stadtzentrum keine einzige seniorengerechte Neubau- oder sanierte Altbauwohnung anbietet. Von Betreutem Wohnen ganz zu schweigen.

 

Anfrage an den Stadtrat: Kann die Bauleitplanung Berliner Straße/Ofenthaler Weg dahingehend abgeändert werden, dass zumindest ein Teil des großflächigen Baugrundes für den Neubau von kleinteiligen seniorengerechten Wohnungen rechtsverbindlich reserviert wird. Private Bauherren oder eine Genossenschaft sollten dort rollstuhlgerechte Seniorenwohnungen bauen können, die fußläufig zum Stadtzentrum liegen. Der Stadtrat muss endlich ein städtebauliches Konzept für das Wohnen im Alter zu Wege bringen und nicht riesige zentrumsnahe Bauflächen weiterhin verschwenden. Kann die Bauleitplanung für das ehemalige Gärtnereigelände dahingehend geändert werden, dass auch eine Seniorenwohnanlage mit dem Angebot des Betreuten Wohnens dort gebaut werden kann? Die Lage des Baugrundes - nur wenige Schritte vom ehemaligen Obertor der historischen Altstadt entfernt - wäre bestens geeignet für Seniorenwohnungen. Welche Verschwendung von städtischem Baugrund ist es, dass hier nur Einfamilienhäuser gebaut werden dürfen. Generationengerecht ist eine solche Bauleitplanung nicht.

 

Die inhaltliche Zielbestimmung des Bebauungsplanes "Berliner Straße II" (ehemalige Gärtnerei Schlereth) ist falsch. Nur Einfamiliernhäuser in dieser Lage zu bauen ist eine unverantwortliche Verschwendung von Baugrund im Angesicht eines gravierenden demografischen Wandels, der die Bevölkerung Hammelburgs immer älter werden lässt. Zentrumsnahe Seniorenwohnungen mit dem Angebot des Betreuten Wohnens werden dringend gesucht. Die Stadt ist verpflichtet, eine entsprechende Bauleitplanung zu schaffen und den raren städtischen Baugrund nicht für den Bau von ein paar wenigen Einfamilienhäusern zu verschwenden. Der Stadtrat wird gebeten, den Bebauungsplan "Berliner Straße II" entsprechend zu ändern (dass auf dem dortigen Baugrund zumindest auch eine kleinere Seniorenwohnanlage gebaut werden kann) und endlich bauleitplanerisch, d. h. rechtsverbindlich die Weichen zu stellen für einen Städtebau, der den demografischen Wandel, das Älterwerden der Bevölkerung berücksichtigt. Da der freie Immobilienmarkt die benötigten Seniorenwohnungen von sich aus im Stadtzentrum Hammelburgs nicht schafft, muss der Stadtrat planerisch tätig werden und durch einen entsprechende Bauleitplanung den Anstoß dazu geben. In diesem Zusammenhang muss auch endlich die zukünftige Nutzung der alten Volksschule geklärt werden. Auch hier könnten Seniorenwohnungen geschaffen werden (denkmalgerechter sanierter Altbau). Wie lange noch lässt der Stadtrat das historische Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtpfarrkirche verrotten? Warum wird die alte Schule nicht an einen Investor verkauft, der durch die Bauleitplanung verpflichtet wird, das Haus gestaltungssatzungs- und denkmalgerecht in eine Seniorenwohnanlage umzubauen? Wen Kirchenglocken und Orgelspiel nicht stören, der findet dort eine optimale Wohnlage fürs Alter.

 

 

 

 

Wie geht´s weiter mit der alten Volksschule, erbaut 1856?

Das historische Gebäude wäre optimal geeignet für Seniorenwohnungen.

Wann schafft der Stadtrat eine entsprechende Bauleitplanung?

 

 

 


 

 

4.8.2016


Städtebau in Hammelburg

Wie geht´s weiter mit dem Rathausumbau?

 

Der Ferienausschuss des Stadtrates hat sich am 1.8. für die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbes zum Umbau des ehemaligen Kaufhauses entschieden. Wird der geplante Umbau des benachbarten Rathauses in diesen Wettbewerb einbezogen oder nicht?

Wer plant die Umgestaltung des historischen Rathauses im Inneren? Das städtische Bauamt, das weder eine statische noch eine architektonische Ausbildung vorweisen kann? Soll der 1855/56 geschaffene befahrbare Durchgang im Erdgeschoss des Rathauses samt Deckengewölbe und linksseitigen Treppenaufgang wirklich beseitigt werden?

Wohin kommt der Sitzungssaal des Stadtrates? Es gibt noch eine Menge von Fragen zum Umbau des Rathauses und Kaufhauses, die vom 1. Bürgermeister nicht beantwortet wurden. Ist der geplante Multifunktionssaal im ehemaligen Kaufhaus auch der zukünftige Sitzungssaal des Stadtrates?

Oder will die CSU den Sitzungssaal ins Rathaus zurückverlegen, in das Trauungs- und Balkonzimmer im 1. Stock, dorthin also, wo die Nazis ihre nichtöffentlichen Geheimsitzungen abgehalten haben, wo die Judenhäuser der Stadt an "rein-arische" Käufer "verhökert" wurden und wo in Geheimabsprache entschieden wurde, welche politischen Häftlinge des Hammelburger Amtsgerichtsgefängnisses in das KZ Dachau überführt werden?

Ist diese historisch schwere belastete Räumlichkeit des Rathauses, das Balkonzimmer, für einen Stadtrat des 21. Jahrhunderts wirklich ein guter Tagungsraum? Die Beseitigung des demokratische Sitzungssaales mit Zuhörerraum 1936 gehört zur baulichen Geschichte des Hammelburger Rathauses. Diese einschneidende bauliche Veränderung sollte  als Mahnung an die Nachwelt nicht rückgängig gemacht werden.

 

Aus den genannten historischen Gründen spricht sich diese Website dafür aus, das Rathaus im Inneren baulich möglichst so zu belassen wie es ist und den behindertengerechten Zugang, einen Aufzug in moderner Gestalt, nach außen zu verlegen oder in das benachbarte Kaufhaus, das in diesem Fall mit einem gläsernen Durchgang mit den Rathausremter verbunden werden müsste. Für diese Planung ist ein Architektenwettbewerb - mit Einbeziehung des Rathauses - dringend erforderlich. Der behindertengerechte Zugang zum Rathaus über das Kaufhaus würde die gesamte jetzige, baulich einschneidende Umplanung im Inneren, die das städtische Bauamt vorsieht, erübrigen. Auch könnte eine Menge an Kosten eingespart werden, wenn der Aufzug für das Rathaus in das Kaufhaus verlegt wird. Ein schlicht gehaltener gläserner Durchgang zwischen den beiden Gebäuden wäre städtebaulich reizvoll.

 

 

 


 

 

31.7.2016

 

Wohin kommt der neue Sitzungssaal?

Umbau des Rathauses und ehemaligen Kaufhauses

 


Ohne Architektenwettbewerb droht ein städtebauliches Desaster


 

 

Hammelburg in den 1950er Jahren

 

Vielen Bürgern in Hammelburg ist noch gar nicht bewusst, welche einschneidenden baulichen Veränderungen auf das denkmalgeschützte historische Rathaus der Stadt  zukommen. Das Innere des Rathauses, der befahrbare Durchgang im Erdgeschoss, der über ein sehr schönes Deckengewölbe verfügt, soll beseitigt werden. Das denkmalgeschützte Rathaus wird im Innenbereich gravierend umgebaut werden. Will der Stadtrat diesen Umbau in der Planung tatsächlich dem städtischen Bauamt überlassen, d. h. einem Stadtbaumeister, dem eine Architekturausbildung fehlt? Ist es tatsächlich der politische Wille des 2014 neu gewählten Stadtrates, den Sitzungssaal in das Trauungszimmer zu verlegen, d. h. in jenen Raum des Rathauses, wo von 1936 - 1945 der nationalsozialistische Stadtrat in Geheimsitzungen tagte? Warum wird die Öffentlichkeit nicht über diese Planungen informiert? Wann legt der 1. CSU-Bürgermeister die Pläne zum Umbau des Rathauses offen? In der Kritik stehen insbesondere folgende Punkte:

 

1. die Beseitigung des Rathausdurchgangs im Erdgeschoss samt Deckengewölbe

2. die Beseitigung des jetzigen Treppenaufgangs in den 1. Stock

3. die Verlegung des Sitzungssaales in das Trauungszimmer im 1. Stock (Sitzungssaal der Nazis)

 

Der geplante Umbau des Rathauses sollte unbedingt in den Architektenwettbewerb zum Umbau des benachbarten Kaufhauses einbezogen werden. Ohne Architektenwettbewerb droht die Gefahr, dass das historische Rathaus im Innenbereich missgestaltet wird. Der befahrbare Durchgang im Erdgeschoss mit dem schönen Deckengewölbe gehört zu den markanten baulichen Besonderheiten des Hammelburger Rathauses seit dem 16. Jahrhundert. Diese bauliche Besonderheit sollte unbedingt erhalten bleiben und nicht zerstört werden. Ein moderner und lichter Sitzungssaal für den Stadtrat ließe sich im großflächigen 1. Stock des ehemaligen Kaufhauses besser schaffen als im düsteren Remter im 1. Stock des Rathauses.

 

Beide Gebäude - Rathaus und Kaufhaus - sollten in den Architektenwettbewerb einbezogen werden. Die Bürgerschaft sollte im Rahmen einer Ausstellung ihre Meinung zu den einzelnen Entwürfen abgeben können. Ohne Architektenwettbewerb droht der geplante Umbau des Rathauses und Kaufhauses zu einem städtebaulichen und architektonischen Fiasko zu werden. Dem städtischen Bauamt darf diese Planung nicht überlassen werden. Alleine die (Miss-)Gestaltung der Südwestecke des sanierten Viehmarkts, die vom Stadtbaumeister konzipiert wurde mit Hundekot-Tütchenspender, Fahrradständer und Ladestation für E-Bikes, zeigt, zu welch grotesken Gestaltungen das städtische Bauamt in der Lage ist.

 


 

 

Daten zur Geschichte des Hammelburger Rathauses:

 

 

Bis Ende des 13. Jahrhunderts:      kein Rathaus; Versammlung unter freiem Himmel am Kultplatz (Stadtpfarrkirche)

Ende des 13. Jahrhunderts:            Bau eines ersten kleinen Rathauses am Marktplatz

1526:                                                Abriss des ersten Rathauses

22. September 1529:                       Einweihung des neuen Rathauses im Stil der deutschen Frührenaissance

25. April 1854:                                  Zerstörung des Bauwerkes durch den Stadtbrand

1855/56:                                           Neubau auf den alten Grundmauern; Verlegung des Treppeneingangs ins Innere

1936:                                                Beseitigung des alten Sitzungssaales mit Zuhörerraum durch die Nationalsozialisten

 

Quellennachweis: Chronik der Stadt Hammelburg, Heinrich Ullrich, Seit 53 - 56, Hammelburg 1956; Planzeichnungen des NS-Architekten Georg Buchner zum Umbau des Hammelburger Rathauses 1936, archiviert im Architekturmuseum der TU München, Pinakothek der Moderne, München, Barerstraße 40, Dr. Anja Schmidt.

 

 


 

 

30.7.2016


Offene Fragen zum Umbau des ehemaligen Kaufhauses

Wann hat der Stadtrat die Nutzung des Gebäudes beschlossen?


Zum geplanten Umbau des ehemaligen Kaufhauses am Marktplatz 15 gibt es eine Menge offener Fragen. Der Stadtrat hat nicht öffentlich über die verschiedenen Nutzungen des Gebäudes beraten und entschieden. Wer hat festgelegt und entschieden, dass nur die Touristik-Info und die Stadtbibliothek in das Gebäude umziehen sollen, nicht aber der Sitzungssaal des Stadtrates? Wenn der Sitzungssaal aus dem Kellereischloss nicht mit umzieht, zahlt die Stadt weiterhin hohe Mietausgaben an den bayerischen Staat. War es nicht Sinn und Zweck des Erwerbs des Kaufhauses durch die Stadt, dass der städtische Haushalt von den hohen Mietkosten im Kellereischloss befreit wird?

 

► Gibt es zur geplanten Nutzung des ehemaligen Kaufhauses einen Stadtratsbeschluss? Oder wird hier schon wieder ähnlich wie beim Bürgerspital ohne Stadtratsbeschluss im Geheimen geplant und agiert?

► Ohne einen Stadtratsbeschluss zur Nutzung des Kaufhauses kann kein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Der Haupt- und Ferienausschuss, der am Montag tagt, darf die Nutzung nicht entscheiden, sondern nur der gesamte Stadtrat.

 

Zur Geschichte des Sitzungssaales: das nach dem Stadtbrand von 1854 neu erbaute Rathaus hatte einen Sitzungssaal für den gewählten Stadtmagistrat. Diesem Saal war ein eigener Zuhörerraum angegliedert. Der Sitzungssaal befand sich im ersten Stock in der Südwestecke des Rathauses. 1936 haben die Nationalsozialisten diesen Sitzungssaal mit Besucherraum baulich entfernt. Es entstanden zwei Verwaltungszimmer. Der damalige Umbau wurde geplant von dem Münchner NS-Architekten Georg Buchner. Der NS-Stadtrat tagte von 1936 - 1945 nichtöffentlich im heutigen Trauungszimmer des Rathauses.

1946 waren die demokratisch neu gewählten Stadträte mit der Situation konfrontiert, dass es im Rathaus keinen ausreichend großen Sitzungssaal mit Besucherraum mehr gab. Der Stadtrat der Nachkriegszeit tagte fortan im Erdgeschoss des Rathauses (heute Vinothek) bis zur Neueinrichtung eines großen Sitzungssaales im Kellereischloss. Dieser Sitzungssaal ist bei Besuchern nicht sehr beliebt wegen der sehr schlechten Akustik und Mikrofonanlage. Außerdem können Besucher von weit hinten Pläne, die mit dem Beamer projiziert werden, nicht erkennen. Der jetzige Sitzungssaal ist von der Technik her nicht auf dem Stand einer modernen Sitzungsführung und erschwert Besuchern die Teilnahme an Sitzungen erheblich.

 

Anfrage: Am 19.09.2016 tagt der Stadtrat, laut Gremieninfo in www.hammelburg.de, im Trauungszimmer des Rathauses. Was soll das bedeuten? Welchen fragwürdigen Rückgriff in die Nazi-Zeit vollzieht hier der 1. Bürgermeister der CSU? Das heutige Trauungszimmer (Balkonzimmer) des Rathauses war der Sitzungssaal des Nazi-Stadtrates 1936 - 1945. Tisch und Stühle im Trauungszimmer stammen noch aus der NS-Zeit und wurden von Georg Buchner konzipiert, der auch Möbel entwarf. Vgl. wikipedia: Georg Buchner, Umbau des Hammelburger Rathauses 1936.

  

 

Hammelburg in der Nazi-Zeit 1940


Das historische Rathaus hat seinen einstigen Sitzungssaal mit Besucherraum verloren.

Der NS-Stadtrat tagte nur noch nichtöffentlich im Balkonzimmer.

Links im Bild: das Haus am Marktplatz 15, das von 1930 - 1945 Sitz der NSDAP-Ortsgruppe war

 

 


 

 

29.7.2016


Städtebau - Architektenwettbewerb für das ehemalige Kaufhaus

 

In einer Geheimsitzung hat der Stadtrat im Januar 2016 das ehemalige Kaufhaus am Marktplatz 15 samt dem dahinterliegenden ehemals jüdischen Haus der Familie Hamburger gekauft. Der Kaufpreis ist noch immer öffentlich unbekannt. Das zentral am Marktplatz und am Buttenmarkt gelegene Haus soll nun saniert und umgebaut werden. Wenn kein Architektenwettbewerb zu diesem Umbau stattfindet, droht die Missgestaltung des Hauses in zentraler Stadtlage in unmittelbarer Nachbarschaft des historischen Rathauses. Der geplante Umbau betrifft die zentralste und sensibelste Stadtlage.

Die Bausubstanz des ehemaligen Kaufhauses, das am Marktplatz liegt, ist so marode, dass dieser Teil des Hauses abgerissen und gestaltungssatzungsgerecht wieder neu und energetisch optimal aufgebaut werden sollte. Das historische Hinterhaus, das ehemals jüdische Haus Hamburger, sollte im Bestand erhalten, saniert und mit dem Neubau verbunden werden. Für diese Neugestaltung ist ein Architektenwettbewerb dringend nötig. Ansonsten droht eine städtebauliche Missgestaltung. Der Umbau darf nicht dem Stadtbaumeister, der Architektur nicht studiert hat, überlassen werden. Vor allem muss sich der Stadtrat erst einmal darüber klar und einig werden, welche Nutzungen im einzelnen das sanierte und umgebaute Haus haben soll.

 

Die verschiedenen Architektenentwürfe sollten im Rathaus ausgestellt werden und Bürger sollten die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu den einzelnen Entwürfen abzugeben. Keine "Geheimkommission" sollte den Wettbewerb entscheiden, sondern die Bürgerschaft durch die Abgabe von Meinungen im Zuge der Ausstellung der einzelnen Entwürfe. Der gravierende Fehler der Viehmarktsanierung war nicht der Architektenwettbewerb an sich, sondern dass die Bürgerschaft von der Entscheidungsfindung vollständig ausgeschlossen wurde und eine "Geheimkommission" den Wettbewerb zugunsten des von der Regierung begünstigten Berliner Büros Capatti-Staubach entschieden hat.



 

Diese Website appelliert an den Stadtrat und an den Hauptausschuss (Ferienausschuss des Stadtrates, der am 1.8. tagt und entscheidet), für den Umbau des ehemaligen Kaufhauses einen Architektenwettbewerb unbedingt durchzuführen und diesen Umbau nicht dem Stadtbaumeister zu überlassen. Die Bürgerschaft sollte im Rahmen einer Ausstellung der Entwürfe im Rathausremter oder in der Markthalle ihre Meinung zu den einzelnen Entwürfen abgeben können, sodass der Stadtrat dann den Architektenwettbewerb gemäß dem so eruierten Meinungsbild aus der Bürgerschaft entscheiden kann.

 

Anfrage an den Stadtrat: Wäre der Stadtrat bereit, im ehemals jüdischen Haus Hamburger einen "Gedenkraum" für die jüdische Familie einzurichten mit der Darstellung von historischen Fotos und Dokumenten zum Leben der jüdischen Familie, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1938 in Hammelburg zuhause war? In einem digitalen Portal könnten weitere Informationen zur lokalen jüdischen Geschichte präsentiert werden. Der Gedenkraum könnte Bestandteil touristischer Stadtführungen werden.

 


Links im Bild das einstige "Haus Hamburger"

 




 

 

28.7.2016


Demografischer Wandel in Hammelburg - Das fehlende Konzept für Senioren

 

Jahr für Jahr veröffentlichet das Einwohnermeldeamt die Einwohnerzahlen Hammelburgs. Um 1000 Einwohner ist die Stadt, die einst über 12 000 Einwohner zählte, innerhalb von 20 Jahren geschrumpft. Die Geburtenrate ist halbiert. Nur noch rund 80 Kinder werden jährlich neu geboren. 2015 waren es nur 77. Die Sterberate ist fast um das doppelte höher. Die Abiturjahrgänge wandern ab und kehren nicht mehr zurück. Es ist ein menschlicher und geistiger Aderlass. Die schrumpfende Bevölkerung Hammelburgs wird immer älter. Aber die Politik, der Stadttrat und die in ihm vertretenen Fraktionen haben bislang kein städtebauliches und infrastrukturelles Konzept entwickelt, um auf die unterschiedlichen Situationen und Bedürfnisse älterer Menschen einzugehen. Der Wohnungsmarkt im historischen Stadtzentrum ist leergefegt. In der Innenstadt gibt es aktuell keinerlei Angebot an neuen bzw. sanierten Wohnungen, die seniorengerecht wären. Vgl. immobilienscout24.de.

Es muss hier von Seiten der Politik dringend etwas geschehen. Es war und ist ein gravierender städtebaulicher Fehler, die zentrumsnah gelegenen ehemaligen Gärtnereien Schlereth (Kissinger Straße/Berliner Straße) mit einem Fachmarktzentrum bzw. mit Einfamilienhäusern zu bebauen. Die CSU ist mit der geplanten Auslagerung von Pflegeplätzen aus dem Bürgerspital an den Stadtrand auf dem völlig falschen Pfad. In der Bürgerschaft besteht der dringende Wunsch, im Alter im Stadtzentrum wohnen zu können bzw. dort eine neue seniorengerechte Bleibe oder einen Betreuungsplatz (stationäre Pflege bzw. Tagespflege) zu finden. Es ist jetzt die wichtigste Aufgabe des Stadtrates, für Senioren in der historischen Stadtmitte ein Wohn- und Betreuungskonzept zu entwickeln und eine entsprechende Bauleitplanung zu beschließen, die für Investoren und private Bauherren Rechtssicherheit herstellt. Die Nachfrage nach kleinteiligen seniorengerechten Wohneinheiten in der historischen Altstadt mit der Option "Betreutes Wohnen" ist vorhanden. Es wird aber auch erwartet, dass stationäre Pflegeplätze in der Altstadt erhalten bleiben und nicht ausgelagert werden.

 

Der Stadtrat muss aus der monatelangen Geheimplanung heraustreten und sein Seniorenkonzept mit der Bevölkerung öffentlich diskutieren. Die über Monate betriebenen geheimen Planungen der CSU-Fraktion zur Umwandlung und Auflösung des Bürgerspitals sind einer Demokratie unwürdig. Der Pflegeeinrichtung im Bürgerspital hat durch den provozierten Weggang der langjährigen Pflegeleitung einen unwiederbringlichen Schaden erlitten. Verantwortlich hierfür sind die CSU-Mandatsträger Bindrum, Martin Wende und Armin Warmuth. Ihre politische Karriere ist besiegelt. Wer 38 pflegebedürftigen alten Menschen den Heimplatz aufkündigt ohne Ermächtigung durch den Stadtrat und ohne einen Ersatzplatz in der Stadt anbieten zu können, der kann nicht erwarten, dass er wieder gewählt wird.

 

 

Ein Ende der geheimen Sitzungen

Der Stadtrat wird gebeten, alle weiteren Diskussionen und Planungen

zum Bürgerspital öffentlich zu vollziehen und ein Gesamtkonzept für die Seniorenbetreuung vorzulegen

 

 


 

 

27.7.2016

 

Der geschlossene Mehrheitsbeschluss von 6 Fraktionen gegen die Schließung der stationären Pflege im Bürgerspital ist eine schallende Ohrfeige für die Hammelburger CSU, für den 1. Bürgermeister Armin Warmuth, für die Stadträte Wende und Bindrum und für alle "Hintermänner", die die Schließung des Bürgerspitals betrieben haben. Der Stadtrat will sogar eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung für weitere 25 Jahre. Ob 5 oder 25 Jahre, das wichtigste ist jetzt im Augenblick, dass die für den Herbst geplante und vorgesehene Schließung des Spitals erst einmal abgewendet wurde und 38 Heimbewohner bleiben können. Der von der CSU geplante Rausschmiss ist verhindert. Der Stadtratsbeschluss besitzt erste und oberste Rechtskraft und setzt den Brief des 1. Bürgermeisters vom 16. Juni 2016 sowie sämtliche Planungen des geheim tagenden Stiftungsausschusses außer Kraft. Es ist nun Aufgabe des Stadtrates und der Fraktionen, endlich aus der Geheimplanung zum Bürgerspital herauszugehen und in öffentlichen Sitzungen des Stadtrates ein Gesamtkonzept für Senioren in Hammelburg zu entwickeln und zu beraten. Bürger wollen nicht nur Pflegeplätze im historischen Stadtzentrum, sondern auch "Betreutes Wohnen" und bezahlbare Seniorenwohnungen in der historischen Altstadt. In der Bauleitplanung hat der jetzige und alte Stadtrat gravierende Fehler begangen. Das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Ludwig Schlereth wäre ideal geeignet gewesen für Seniorenwohnungen mit dem Angebot des "Betreuten Wohnens". Auch das Gelände der Gärtnerei Schlereth in der Berliner Straße wäre von der Lage her für Seniorenwohnungen bestens geeignet gewesen. Die Nachfrage und der Bedarf an neu erbauten bzw. altbausanierten Seniorenwohnungen im historischen Stadtzentrum ist vorhanden, leider schafft der Stadtrat - bislang - keine entsprechende Bauleitplanung. Das infrastrukturelle Angebot für Senioren darf nicht alleine Investoren überlassen werden. Der Stadtrat hat die Pflicht, planerisch rechtsverbindlich tätig zu werden und ein städtebauliches und infrastrukturelles Gesamtkonzept für Senioren zu erstellen, das stationäre Pflege, Tagespflege, Betreutes Wohnen und Seniorenwohnungen in der historischen Altstadt ermöglicht und anbietet. Das Bürgerspital mit dem Angebot der stationären Pflege oder Tagespflege stellt in diesem Konzept ein Element unter anderen dar. Seniorenwohnungen mit Betreutem Wohnen könnten in anderen städtischen Häusern im Stadtzentrum geschaffen werden: in der alten Schule, im ehemaligen Waisenhaus, im Kihns-Haus, wenn der Stadtrat eine entsprechende Bauleitplanung hierfür schafft. Diese Häuser müssten dann auch nicht in städtischem Besitz bleiben, wären aber in der Sanierung und Umnutzung durch Investoren bzw. private Bauherren an die Bauleitplanung und die darin rechtsverbindlich festgelegte Schaffung von Seniorenwohnungen gebunden.

 

 

26.7.2016

 

Stadtrat beschließt Fortbestand des Bürgerspitals

 

Damit sind die "Heuschrecken-Pläne" der CSU-Stadträte Bindrum, Martin Wende und Warmuth zunächst einmal vom Tisch. Gleichwohl stellt sich die Frage nach dem menschlichen Schaden, der angerichtet wurde durch die monatelange Androhung der Kündigung der Pflegeplätze und Arbeitsplätze im Bürgerspital. Wie ist es möglich, dass der Stadtrat über Monate nicht reagiert hat und die Geheimplanungen des Stiftungsausschusses mit der Carl-von-Hessch´schen Stiftung und der katholischen Kirchenstiftung einfach laufen und geschehen ließ? Spekuliert die katholische Kirchenstiftung St. Johannes, vertreten duch den Stadtpfarrer Thomas Eschenbacher, noch immer auf die Stiftungsgelder eines aufgelösten Bürgerspitals? Ist es überhaupt notwendig, die katholische Kindertagesstätte St. Josef, die in unmittelbarer Nachbarschaft des Bürgerspitals liegt, weiter auszubauen? Hammelburg gehört zu jenen Kleinstädten Nordbayerns, die einen überproportionalen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen haben. Die Geburtenrate ist seit Mitte der 1990er Jahre halbiert. Im Durchschnitt werden nur noch 80 Kinder im Jahr geboren, denen in der Stadt alleine drei Kitas zur Verfügung stehen und in den Ortsteilen fünf. Ist der geplante Ausbau der Kita St. Josef durch die katholische Kirchenstiftung - und die damit verbundene und angedachte Beanspruchung von Stiftungsgeldern des Spitals - nicht völlig fehl am Platz im Angesicht des massiven demografischen Wandels und Rückgangs der Einwohnerzahlen? - 2013 hatte Hammelburg nur noch 11.186 Einwohner. 1995 waren es noch 12.286. (Quelle: Statistisches Bundesamt). Vgl. auch Pressebericht vom 18.1.2016 in infranken.de: "Bevölkerungszahl in Hammelburg sinkt weiter." Nur 77 Geburten waren 2015 zu verzeichnen. Die geplante bauliche Erweiterung der Kita St. Josef ist auf dem Hintergrund der weiterhin niedrigen Geburtenzahlen nicht zu rechtfertigen. Die Stadt braucht vielmehr den Ausbau der infrastrukturellen Planung für Senioren. Pflegeplätze nur noch am Stadtrand oder außerhab der Stadtgrenzen, das kann keine Option für die Zukunft sein.

 

 

 

Das älteste Seniorenpflegeheim Hammelburgs darf für fünf Jahre weiter existieren.

Das beschloss der Stadtrat gestern.

Damit dürfen 38 pflegebedürftige alte Menschen

weiterhin - unter dem Schutz des Hl. Nepomuk - am Viehmarkt wohnen.

 

 

"Das Bürgerspital wurde um das Jahr 1343 als Altersheim für betagte, minderbemittelte Bürger Hammelburgs gegründet. Freiwillige Gaben ermöglichten seine Entstehung. Der damalige Fürstabt des Fuldaer Landes vermehrte das Spitalvermögen durch Überlassung von staatlichem Grundbesitz auf Untererthaler Markung. Dieser wurde als Spittelhof einigen Bauern in Erbpacht gegeben gegen eine jährlich Güld von 12 Mltr (Malter) Korn (Roggen) und 6 Mltr Hafer. Im 15. Jahrhundert erwarb das Spital die Westheimer Güter des Dietrich v. Buchenberg (...) Auch der Westheimer Löhreshof kam damals in den Besitz des Bürgerspitals. Im Jahre 1462 verkaufte das Kloster Blankenau dem Hammelburger Spital an Weinbergen: 2 Morgen im Abrahamb; 4 Morgen im Gommersberg; 1/2 Morgen hinter der Stadt und 3 Morgen an der Bug für 78 Gulden. Im Jahre 1404 erhielt das Spital ein eigenes Kirchlein in einem besonderen Anbau. Es war dem hl. Nikolaus geweiht (...) Im Jahre 1491 wurde Klaus Dunkelmann zum Hauptspitalmeister angenommen. Er vermachte dem Spital unter anderem auch sein Fischwasser.

Der alte Spitalbau war ein stattliches Haus mit treppenartigen Giebeln, das die Häuser seiner Umgebung beträchtlich überragte. Er bildete mit seinen Wirtschaftsgebäuden eine geschlossene Hofanlage. Die fundationsmäßige Pfründnerzahl (die Zahl der armen und mittellosen Senioren) war auf sechs Personen festgelegt worden. Zusätzlich konnten sich vermögende Bürger in das Spital einkaufen. Eine Anzahl in der Stadt wohnender verarmter Bürgersleute wurde vom Spital mit Geld oder einer täglichen Mittagssuppe unterstützt (...) Im Jahre 1770 wurden in einem Seitenbau Unterkunftsräume für fünf irrsinnige Personen eingerichtet. Die Haus- und Landwirtschaft wurde viele Jahre lang in eigenem Betrieb durchgeführt. Im 18. Jahrhundert aber glaubte man durch Verpachtung besser zu fahren. Deshalb überließ der Stadtrat unterm 20. August 1737 den gesamten Spitalhaushalt dem Bürger Adolf Weishahn auf sechs Jahre gegen ein jährliches Pachtgeld von 200 Gulden (...) Beim großen Stadtbrand am 25. April 1854 wurde auch das Bürgerspital mit allem Drum und Dran ein Raub der Flammen, wobei leider auch eine Spitalinsassin den Tod fand. Der in der Folge errichtete Neubau wurde durch die Anlage einer Straße an seiner Südseite nach allen Seiten hin freigestellt. Baukosten: 40 000 Gulden."

 

 

 

Quellennachweis:

Chronik der Stadt Hammelburg, Heinrich Ullrich

Seite 81/82, Hammelburg 1956.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

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