Berichte und Annoncen aus dem "Hammelburger Journal" 1887 

 

Quelle: Jahrgang 1887 des "Hammelburger Journal", Amts- und Anzeigenblatt für das königliche Bezirksamt Hammelburg und die Amtsgerichte Hammelburg und Euerdorf, Druck und Verlag J. J. Hiller in Hammelburg, 24. Jahrgang; privat erworben im Antiquariat Tobias Müller, Würzburg.

 

 

 

Ausgegeben am Dienstag, 25. Januar 1887

 

 

Annonce des Stadtpfarrers Koch als Vorstand des Vereins "zur Restauration der katholischen Pfarrkirche in Hammelburg". Der Bau der Stadtpfarrkirche begann im Jahr 1389. 1889 feierte die kath. Pfarrei St. Johannes das 500-jährige Jubiläum des Baubeginns der Stadtpfarrkirche. Im Angesicht des bevorstehenden Jubiläums hat der damalige Stadtpfarrer einen Verein zur "Restauration" der Stadtpfarrkirche gegründet. Es gab 1887 noch keine Kirchensteuer. Der Pfarrer und der Verein mussten selbst sehen, wie sie das Geld für die Kirchenrenovierung zusammenbrachten. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, musste der damalige Pfarrer auch Grundstücke, die zum Pfarrhof gehörten, verpachten. Die Kirchensteuer wurde in Bayern erstmals 1892 eingeführt, im deutschen Reich 1919 durch die Weimarer Verfassung. Dem Pfarrer zur Seite stand die Kirchenverwaltung, die am 30. November 1887 neu gewählt wurde. Dem Gremium gehörten an: Josef Straus, Oekonom (Landwirt); Jakob Schädlein, Oekonom; Johann Michelbach, Kaminkehrer und Verwalter; Anton Hohmann, Schneidermeister. Als Ersatzmänner wurden gewählt: Sebald Breun, Seilermeister und Valentin Hofmann, Schlossermeister (Hammelburger Journal, 1. Dezember 1887). Foto privat: Erinnerungen an Hammelburg im Sommer 1863.

 


Nachtrag: Ausgegeben am Dienstag, 18. Januar 1887
 

 

Todesanzeige für Barbara Michelbach, geb. Schottorf, Ehefrau des Magistratsrates Johann Michelbach

 

 

Hammelburger Journal, 18.01.1887

Barbara Michelbach, geb. Schottorf wurde im Alter von 17 Jahren Zeugin des verheerenden Stadtbrandes von 1854. Elf Jahre nach dem Brand heiratete sie Johann Michelbach. Dieser wurde bei den Gemeindewahlen im November 1887 als Magistratsrat wiedergewählt.

 

Im Januar 1887 gehörten dem Magistrat in Hammelburg folgende Mitglieder an: Bürgermeister Carl Happ und die Magistratsräte Nikolaus Miltenberger, Johann Michelbach, Peter Schreiner und Adam Bindrum. Dem Gremium der Gemeindebevollmächtigten gehörten an: Julius Gräf, Adam Gräf, Anton Hannawacker, Kaspar Wüscher, Wilhelm Herold, Karl Uhl, Anton Hohmann und Leopold Schipper. Die Gemeindebevollmächtigten wurden am 15. November 1887 neu gewählt. Am 18. November 1887 fand die Wahl der acht Ersatzmänner statt. Die beiden kommunalen Gremien, der Magistrat (bestehend aus 5 Personen) und das Collegium der Gemeindebevollmächtigten (bestehend aus 8 Personen), leiteten damals die Geschicke und Geschäfte der Stadt auf der Basis der Gemeindeordnung von 1872. Das Amt des Bürgermeisters, der dem Magistrat vorstand, war ehrenamtlich (bis 1936). Den Gemeindebevollmächtigten oblag die Aufgabe, die zahlreichen Stiftungen der Stadt finanziell zu verwalten: Bürgerspitalstiftung, von-Hess´sche Stiftung, Rinecker´sche Stiftung, Lateinschulstiftung, u. a.

Carl Michelbach, Sohn des Magistratsrates Johann Michelbach und seiner Frau Barbara, war Bürgermeister der Stadt Hammelburg 1916 - 1930. 

 

 

Ausgegeben am Dienstag, 25. Januar 1887

 

Annonce der damaligen Hebamme Antonie Koch

Geburten fanden in dieser Zeit in der Regel zuhause statt. Die Hebamme war in ständiger Ruf- und Holbereitschaft, Telefon gab es noch nicht, es mussten Boten zur Hebamme geschickt werden, ihre Haustüre stand stets offen, Tag und Nacht. Bei Abwesenheit musste die Hebamme öffentlich bekannt geben, wo sie sich aufhält. 

 

 

Hammelburger Journal, 25.01.1887 

Lokales und aus dem Kreise: "Am 23. Januar wurde für die Gemeinde Morlesau mit Ochsenthal eine freiwillige Feuerwehr gegründet."

Politische Nachrichten, Berlin: "Die Meinung scheint vielfältig verbreitet zu sein, daß die jetzigen Reichstagswahlen nur bis zum nächsten Herbste gelten. Jede Reichstagswahl gilt aber ohne Ausnahme für drei Jahre, die nächste also bis zum 21. Jan. 1890."

Am 14. Febraur 1887 hatte Kaiser Wilhlem I. den Reichstag aufgelöst, weil ein neues Heeresgesetz Otto von Bismarcks keine Mehrheit fand. Neuwahlen wurden für den 21.02.1887 festgesetzt. Das von Bismarck genutzte Instrument der Reichstagsauflösung, um Gesetzesvorlagen der Regierung mit Hilfe von Neuwahlen durchzusetzen, führte in der Weimarer Zeit 1932/33 in die NS-Diktatur.

 

 

Ausgegeben am Samstag, 22. Januar 1887

 

Annonce der Gastwirte Georg Simon und Johannes Salch: Geschäftsübernahme des "Wirtschafts-Anwesens" des Georg Simon durch Johannes Salch am 20. Januar 1887. In der Annonce heißt es: "Hammelburg, den 20. Januar 1886". Dies ist ein Druckfehler, es müsste 1887 heißen. 

 

 

Hammelburger Journal, 22.01.1887

Johannes Salch übernahm im Januar 1887 die "Simon´sche Gastwirtschaft"

in der Obergasse (Kissinger Straße 25, alte Hausnr. 327) 

 

 

Ausgegeben am Samstag, 22. Januar 1887

 

Lokales und aus dem Kreise: "Hammelburg, 21. Jan. Am 3. Februar wird vor dem Schwurgericht in Würzburg die Anklage gegen den ehemaligen Stadtkämmerer Gg. Michael Ewald von hier zur Verhandlung und Aburtheilung gelangen."

 

Am 05.11.1886 wurde der Hammelburger Stadtkämmerer Michael Ewald, Vater des umstrittenen Arztes Dr. Ludwig Ewald (geb. 1871 in Hammelburg),  wegen des Verdachts des Betrugs und der Unterschlagung seines Amtes enthoben. Am 13.11.1886 wurde Ewald verhaftet. Zuvor hatte er Kassenbücher verbrannt, um Beweise zu beseitigen. Ewald wurde die Unterschlagung von insgesamt 4.112 Mark vorgeworfen. Er verwaltete die Stadtkasse, die Kasse der Lateinschulstiftung, der Rinecker´schen Stiftung und der Pfarrer Kobel´schen Siftung.

Bereits aus einer früheren Stellung beim königlichen Bezirksamt war Ewald entlassen worden, weil er rechtswidrig Abgaben erhoben und für sich verwendet hatte (Quelle: Hammelburger Journal, 08.02., 09.02.,12.02.1887).

Der Skandal um den Stadtkämmerer Ewald, der jahrelang unbemerkt Gelder aus der Stadtkasse und aus Stiftungskassen unterschlagen und für sich abgezweigt hat, erschütterte 1886/87 die Bürgerschaft in Hammelburg. Es wurde die Frage gestellt: Warum haben Bürgermeister und Magistrat den Betrug erst so spät bemerkt, obwohl von Bürgerseite seit langem Klagen und Beschwerden gegen Ewald vorlagen betreffs der Erhebung zu hoher oder rechtswidriger Abgaben und Gebühren?

 

 

Ausgegeben am Donnerstag, 20. Januar 1887

 

Lokales und aus dem Kreise: "Die ärztliche Staatsprüfung hat bestanden Herr Dr. Adolf Stiefel aus Westheim bei Hammelburg."

Adolf Stiefel wurde am 26.06.1864 in Westheim geboren. Im Februar 1887 hat sich der 22-Jährige als praktischer Arzt in Maroldsweisach (Landkreis Haßberge) niedergelassen (Hammelburger Journal 19.02.1887). Er starb am 24. Juli 1907 im Alter von 43 Jahren (Sterbebuch Hammelburg, Nr. 40/1907). Er wurde beerdigt im jüdischen Friedhof Pfaffenhausen in der Reihe 37, Grabstein Nr. 1. Die Grabinschrift lautet: "Hier ruht Adolf Stiefel, prakt. Arzt von Hammelburg, gest. 24. Juli 1907 im Alter von 43 Jahren." (Quelle: Karl Stöckner, Jüdischer Friedhof im Stadtteil Hammelburg-Pfaffenhausen, Dokumentation, Hammelburg 1992/1993).

 

 

Ausgegeben am Dienstag, 18. Januar 1887

 


Hammelburger Journal, 18.01.1887

Am 14. Januar 1887 löste Kaiser Wilhelm I. in Absprache mit Otto von Bismarck den deutschen Reichstag auf, weil eine Gesetzesvorlage Bismarcks zur Aufstockung des deutschen Heeres in Friedenszeiten auf 498 000 Mann für 7 Jahre in einer Abstimmung gescheitert war. Neuwahlen "zum deutschen Reichstage" wurden für den 21. Februar 1887 festgesetzt. Vier Tage nach der Reichstagsauflösung waren in der Buckdruckerei Hiller in Hammelburg die Wählerlisten zum neuen Reichstag erhältlich. Erstmals kandidierte bei dieser Wahl ein "Antisemit", der am 21.02.1887 den Einzug in den Berliner Reichstag schaffte; es gab damals noch keine 5-Prozent-Hürde für kleine Parteien. Die SPD, die sich damals noch SAP nannte (Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands), erreichte bei der Wahl 10,1 %.

 

 

Ausgegeben am Donnerstag, 13. Januar 1887

 

Lokales und aus dem Kreise. Gemünden, 9. Januar. "Der Synagogenbau in Gemünden wurde Herrn Baumeister Geßner daselbst im Ganzen übertragen."

Die 1887 erbaute Synagoge wurde am Morgen des 10. November 1938 auf Befehl des SA-Standartenführers Lohr a. M. von Mitgliedern des SA-Sturms Gemünden im Innenraum barbarisch demoliert und verwüstet. Am Abend desselben Tages wurde in der Synagoge  ein Feuer gelegt, das wenig später wieder gelöscht wurde, um benachbarte Häuser nicht zu gefährden. Das schwer geschändete und rußgeschwärzte jüdische Gotteshaus ging 1939 in den Besitz der Stadt Gemünden über. Bei Bombenangriffen 1945 wurde die einstige Synagoge zerstört. Ihr Standort war die Plattnergasse in Gemünden. (Quellennachweis: www.alemannia-judaica.de, Synagoge Gemünden).

 

Ausgegeben am Dienstag, 11. Januar 1887

 

 

Hammelburger Journal, 11. 01.1887 

 

Am 8. Januar 1887 verstarb in Hammelburg der jüdische Kaufmann und Stoffwarenhändler

Hirsch Herrmann Nussbaum, geb. 1816 in Hammelburg.

 

Herrmann Nussbaum war der Vater von Sigmund, Adolf und Simon Nussbaum, die im Kindesalter Zeugen des verheerenden Stadtbrandes wurden. Das Haus und Geschäft der Eltern, nahe dem Viehmarkt gelegen, wurde ein Raub der Flammen. Adolf Nussbaum eröffnete 1876 im Haus Schlessinger am Marktplatz 10 ein Eisenwarengeschäft, das um 1906 in die Niedergasse (heute Bahnhofstraße 3) umgezogen ist. Simon Nussbaum war um 1879 der Gründer des überregional bekannten und beliebten Textilkaufhauses "Simon Nussbaum", das bis 1938 in Hammelburg bestand. Beide Geschäfte und Familien wurden 1933 Opfer der nationalsozialistischen Boykottmaßnahmen und 1936/1938 Opfer der Arisierung. Ihr gesamter Haus- und Grundbesitz ging in nichtjüdische Hände über.

Die seit dem Jahr 1800 alteingesessene jüdische Familie musste die Stadt verlassen und ins Ausland fliehen. Hermann Emil Nussbaum, Apotheker, geb. 1891 in Hammelburg, jüngster Sohn des Simon Nussbaum, Enkel des Hirsch Herrmann Nussbaum, wurde Opfer des Holocaust: "Nussbaum Hermann Emil, geboren am 01. Juli 1891 in Hammelburg/Bayern, wohnhaft in Frankfurt a. M; Inhaftierung; 18. November 1942 - 25. Februar 1944, Westerbork, Sammellager; Emigration: 1936 Italien, 10. Januar 1938 Niederlande, Amsterdam; Deportation ab Westerbork, 25. Februar 1944 nach Theresienstadt Ghetto; 16. Mai 1944 nach Auschwitz, Konzentrations- und Vernichtungslager, Todesdatum 30. Juni 1944; Todesort: Auschwitz, Vernichtungslager, Schicksal: für tot erklärt". (Quellennachweis: Bundesarchiv Berlin, Gedenkbuch; http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de937817).

 

 

 

 

Ausgegeben am Donnerstag, 6. Januar 1887

 

Lokales und aus dem Kreise.

Hammelburg, 5. Januar. "Sonntag den 9. Januar Nachmittags 2 Uhr hält der Bienenzuchtverein Hammelburg und Umgegend im Hannawacker´schen Saale dahier eine Versammlung ab, wobei die Jahresrechnung pro 1886 vorgelegt und die statutenmäßige Wahl der Vorstandschaft stattfindet. Die Einnahmen des Vereins betrugen 434 Mark 30 Pfennig und besteht ein Aktivrest für 1887 mit 50 M. 92 Pf. Unter den Ausgaben befinden sich 109 M. 17 Pf. für Bienengeräthschaften, welche bei dieser Versammlung an die Mitglieder des Vereins gratis verloost werden.

 

Die Mitglieder des Vereins besitzen 447 Bienenvölker und sind hiervon 265 in Kästen und 182 in Strohkörben untergebracht."

 

 

Ausgegeben am Dienstag, 4. Januar 1887

 

Lokales und aus dem Kreise. Würzburg, 1. Januar. Der kolossale Schneefall hat unsere Stadt nicht nur in ihren Geschäften stark geschädigt, sondern ihr auch ganz bedeutende Kosten verursacht. So musste der Magistrat für die Entfernung des Schnees innerhalb der Stadt 8786 M. bezahlen (ca. 7990 Fuhren), für die Freimachung der Wege und Straßen außerhalb der Stadt waren weitere 3000 M. erforderlich. Wenn man noch hinzurechnet, was von den Hausbesitzern hierfür aufgewendet werden musste, so kommt insgesamt eine Summe von mindestens 20 000 M. zusammen.

 

Annonce der Altengraben-Wiesenwässerungs-Genossenschaft: "Die verfallenen Wehrbaukosten und Wässergeld pro 1886 sind binnen 8 Tagen einzuzahlen und zwar im gleichen Betrage wie im Vorjahr. Michelbach, Genossenschafts-Kassier."

Annonce des Frauenvereins Hammelburg: "Dienstag, den 4. ds. Mts., nachmittags 2 1/2 Uhr, gesellige Zusammenkunft im Gasthaus "zum Adler", wozu die verehrlichen Mitglieder ergebenst eingeladen werden. Die Vorstandschaft."

Annonce der Gemeinde Diebach: "858 Mark sind aus der Gemeindekasse Diebach im Ganzen oder auch in zwei oder drei Posten gegen vorschriftsmäßige Versicherung sofort auszuleihen. Näheres bei Bohn, Kassier."

Annonce der Kirchenstiftung Trimberg: "Aus der Kirchenstiftung Trimberg sind 500 Mark, aus der Pfarreistiftung daselbst 200 Mark gegen vorschriftsmäßige Versicherung auszuleihen. Näheres bei K. Ernst, Kassier."

 

 

Ausgegeben am Samstag, 1. Januar 1887

 

Verkauf koscherer Weine in Hammelburg 1887

 

Der jüdische Kaufmann Isidor Schuster, geboren 1846 in Sterbfritz bei Schlüchtern, eröffnete 1882 in Hammelburg eine Essig-, Essigsprit- und Weinessig-Herstellung. 1887 begann er auch mit dem Verkauf "medicinischer ächter Naturweine". Im Judentum müssen Weine koscher, d. h. naturrein und annähernd vegan hergestellt werden.

Die Weine dürfen nicht mit tierischen "Schönungsmitteln" (Gelatine, Kasein, u. a.) behandelt werden. Beim Weinanbau und -ausbau müssen religiöse Vorschriften beachtet werden, deren Einhaltung ein Rabbiner kontrolliert. Mit Weinen und Essig, aber auch mit Spirituosen und Likören, die nicht-koscher hergestellt wurden, dürfen gläubige Juden nicht handeln.

Das Geschäft des Isidor Schuster (+ 1899) befand sich in der Frobeniusgasse, alte Hs.-Nr. 10 (heute Nr. 4). Das Geschäft ging um 1900 in den Besitz von Frieda und Markus Katz über (heute städtisches Verwaltungsgebäude). - Isidors Bruder war Simon Schuster, geb. 1850 in Sterbfritz, Niederlassung um 1879 in Hammelburg (Latten- und Kohlenhandlung), Kissinger Straße 12, später Nr. 17 (Siegfried Schuster, Bauwaren- und Kohlenhandlung, arisiert 1936 und übernommen durch E. Pfeiffer).

 

 

Hammelburger Journal, 1. Januar 1887

 

 

Neujahrsgratulations-Entbindungskarten haben gelöst und hierfür den Betrag von je 1 Mark zur Ortsarmenkasse entrichtet die Herren: k. Bezirksamtsmann Anné, k. Bezirksamts-Assessor Neumüller, k. Oberamtsrichter Boller, k. Amtsrichter Schermer, k. Amtsrichter Feyrlein, k. Rentbeamte v. Gähler, k. Notar Hedler, k. Forstmeister Röttger, k. Sekretär Berninger, k. Forstrath a. D. Streit, k. Bezirksarzt a. D. Dr. Kamm, k. Bezirksarzt Dr. Hofmann, Dr. Oschmann, k. Aufschlag-Einnehmer Gros, Betriebsleiter Eyermann, Eisenbahnkondukteur Epel, Lokomotivführer Heiter, Bezirksgeometer Weiß, Bezirksthierarzt Bill, k. Postexpeditor Rauck, k. Gerichtsvollzieher Maier, Stadtpfarrer Koch, Stadtkaplan Kraus, Subrektor Dorner, Studienlehrer Schultheis, Assistent und Klaßverweser Probst, Assistent der k. Lateinschule Reichert, Bürgermeister Happ, Stadtrath Michelbach, Stadtrath Ebert, Stadtrath Ad. Paul, Stadtrath Bindrum, Stadtrath Miltenberger, Stadtrath Gg. Urban Voll, Karl A. Binmöller, J. Wald´sche Bierbrauerei Felsenkeller, Verwalter Wagner auf Saaleck, Braumeister M. Schumm, Emanuel Stern, Gebrüder Schlessinger, N. Rüger, Andreas Happ, Valentin Ziegler, L. Deppisch, Gustav Hesselbach, A. Schmal, Lorenz Deuschler, Kloster Altstadt, Buchdrucker Hiller, Carl Trips mit Frau, Frau Benigna Wirth, Landrichters-Wtw., Frau Therese Paul Wtw., Frau Kath. Mang, Wtw., Frau Cornelia Kirchgeßner, Assessors-Wtw., Frau Ziegler, Rentbeamten-Wtw., Frau Hedenus, Rentbeamten-Wtw., Frau K. Schultheis, Lehrers-Wtw., Klosterfrauen in der Schule, im Bürgerspital, im Distriktsspitale und in der Rettungs-Anstalt.

 

Hammelburg, 31. Dezember. Gestern Abend wurde Hrn. Bezirksarzt Dr. Kamm aus Anlaß seines 50jährigen Doktorjubiläums von den Mitgliedern des kath. Gesellenvereins ein Fackelzug mit Serenade dargebracht.

Annoncen der jüdischen Geschäfte und Gewerbetreibenden Isidor Schuster (Weinhandlung, Liqueur- und Essigsprit-Fabrik) und Maier Stiefel (Verkauf von Rindfleisch):

 

 

Hammelburger Journal, 01.01.1887

 

Stiefel Mayer: * 25.03.1854 in Hammelburg, Viehhändler und Metzger, + 29.07.1925 in Bad Kissingen, beerdigt in Pfaffenhausen R. 39/26, wohnte im Hause Nr. 291 (Dalbergstraße 49), Eltern: Israel Stiefel, Viehhändler und Bauer, und Babette, geb. Hamburger.

Schuster Isidor: * 1846 in Sterbfritz bei Schlüchtern, mit Eva verheiratet; wohnte im Hause Nr. 10, Frobeniusgasse, war Inhaber eines Likörherstellungsbetriebes und einer Weingroßhandlung, + 27.08.1899 in Hammelburg. Isidor und Eva hatten zwei Töchter: Elsa Schuster, * 22.04.1876, und Fanny Schuster, * 03.04.1880.

 

Quelle: Karl Stöckner, Fundmateralien von einstmaligen jüdischen Bürgern Hammelburgs, Hammelburg im Jahr 2000, Stadtarchiv Hammelburg, S. 97 und S. 103.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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